Die Lieferkette steht. Alle Mitarbeiter nehmen Rücksicht aufeinander. Das Reinigungsteam arbeitet rund um die Uhr. Mehr sonst, achtet es auf Hygiene und darauf – das Türgriffe und Flächen ständig gewischt werden.

Angesichts der vielen Mehl-Hamsterkäufe in Supermärkten gehen täglich zahlreiche Fragen von verunsicherten Kunden ein. Als einer der größten lokalen Handwerksbäckereien des Rhein-Main-Gebiets sind sich das Backhaus Schröer und die Familie Schröer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Transparenz hinsichtlich Hygiene, Sicherheit, Lieferketten und Aufrechterhaltung der Produktion ist gerade in diesen Tagen besonders wichtig.

Wiesbaden lebt! im Gespräch mit Geschäftsführer Kai Schröer

Werden Sie in den nächsten Wochen weiterhin für uns backen? Können wir weiterhin auf Sie zählen?

Kai Schröer: Ja, auf jeden Fall. Wir backen weiter – versprochen! Das gilt übrigens nicht nur für uns, sondern auch für die anderen Kollegen im Rhein-Main-Gebiet. Wir haben uns abgesprochen und uns gegenseitige Unterstützung zugesagt, wenn es bei dem ein oder anderen zu Engpässen kommen sollte. Wir erleben im Moment eine positive, konstruktive und kollegiale Atmosphäre. Es muss sich folglich niemand darum Sorgen, dass es morgen oder in den kommenden Wochen kein Brot mehr gibt. Hamsterkäufe von Mehl sind völlig unnötig.

Können Sie sich darauf verlassen, in den kommenden Wochen alle Rohstoffe zu bekommen? Woher beziehen Sie ihre Zutaten? 

Kai Schröer: Wir erhalten unseren Hauptrohstoff Mehl, Molkereiprodukte und andere Zutaten möglichst regional und stehen im engen Austausch mit unseren Lieferanten. Jeder einzelne hat uns Liefersicherheit garantiert. An der Stelle auch ein großes Dankeschön an langjährige Partner wie der Bindewald-Mühle aus Bischheim, Schwälbchen aus Bad Schwalbach oder die BÄKO Rhein-Main-Limburg aus Wiesbaden. Sie alle machen einen Riesenjob im Moment, um Lieferketten aufrecht zu erhalten. In diesen Tagen zahlt es sich besonders aus, dass wir unsere Rohstoffe von so geschätzten, regionalen Partnern beziehen.

Haben Sie keine Sorgen, morgen nicht mehr vernünftig Backen zu können? Wie stellen Sie den Betrieb der Backstube sicher?

Kai Schröer: Als lebensmittelerzeugendes Unternehmen arbeiten wir ohnehin nach höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards. Die haben wir jetzt trotzdem jetzt noch einem deutlich angehoben. Wir arbeiten im Mehrschichtbetrieb und sorgen dafür, dass die Kollegen der einzelnen Schichten nicht aufeinandertreffen. Wir haben klare Pläne erstellt, wie die Teams in der Backstube mit deutlich reduziertem Kontakt arbeiten und die Produktion dennoch reibungslos funktioniert. Unser Reinigungsteam macht das ganz vorbildlich – Türgriffe und Schalter werden mehrmals am Tag penibel desinfiziert. Das Verwaltungsteam arbeitet längst im Homeoffice. Und für den Fall, dass alle Stricke reißen, befindet sich ein Bäcker-Notfallteam Zuhause im Stand-by Modus.

Auch in den Läden vor Ort haben wir Maßnehmen eingeleitet. Selbstverständlich haben wir zur allgemeinen Sicherheit beispielsweise die Sitzbereiche gesperrt. Kunden dürfen nur einzeln bzw. je nach Geschäftsgröße begrenzt eintreten und werden gebeten, 1,5 Meter Abstand zu halten. Das funktioniert in den letzten Tagen sehr gut. 

Was ist mit den knapp 50 Schröer Standorten – sind aktuell alle Läden geöffnet?

Kai Schröer: Ja, bis auf das Geschäft im Gewerbegebiet Kreuzberger Ring sind alle anderen Standorte aktuell offen, auch wenn wir vor allem bei den Innenstadtlagen hohe Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Uns ist es aber gerade in dieser Situation wichtig, Flagge zu zeigen und für unsere Kunden da zu sein.

Es kursierte vor einigen Tagen ein sehr bewegendes Video der Bosselmann Landbäckerei aus Hannover im Netz. Herr Bosselmann skizzierte unter Tränen die aktuelle Situation. Auch wir – und damit meine ich ganz deutlich nicht nur Schröer sondern auch unsere Bäcker Kollegen – können die Läden nur mit der Hilfe unserer Kunden offen halten und freuen uns über jeden, der uns in den Geschäften besucht. In diesem Sinne: Gönnen sie sich gerade in diesen Tagen gerne einmal ein frisches Brot von ihrem lokalen Lieblingsbäcker oder einen leckeren Schoko-Butter-Karlscher! – oder am Sonntag auch ein leckeres Stück Kuchen. (Bild Backhaus Schroeer)

Appell eines Bäckefunrs, eines regionalen Bäckers

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Die offizielle Internetseite vom Backhaus Schröer finden Sie unter.

 

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