März 1945. Der Zweite Weltkrieg war in Wiesbaden Geschichte. Am 28. März 1945 zogen die Einheiten der 3. US-Armee in der Stadt ein.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind amerikanische Truppen in Wiesbaden stationiert. Die Amerikaner beschlagnahmten die Kasernen, das Erbenheimer Flugfeld, den Neroberg und ganze Stadtteile, sodass schon bald der Lebensstil der US-Soldaten und bald auch derer Familien das Stadtbild im Nachkriegs-Wiesbaden mit geprägt haben.

„Die Ausstellung war ursprünglich für unser Ausstellungsfoyer vorgesehen. Aufgrund der Corona-Lage haben wir sie jetzt in den virtuellen Raum verlegt.“ – Dr. Peter Quadflieg, der Leiter des Stadtarchivs.´

Das Stadtarchiv Wiesbaden lädt vom 17. Dezember an zu einem virtuellen Ausstellungsbesuch auf der Internetseite www.ausstellung-stadtarchiv-wiesbaden.de ein. Eine Ausstellung, die die deutsch-amerikanischen Beziehungen zwischen 1945 und 1963 in Wiesbaden in den Fokus rückt. Besucher können sich von Mitte Dezember an auf einen 360-Grad-Rundgang durch die Ausstellung begeben. Gezeigt wird, wie die amerikanischen Militäreinrichtungen und bald auch die Wohnsiedlungen für die US-Soldaten eine von der deutschen Bevölkerung in den ersten Nachkriegsjahren weitgehend isolierte Einheit bildeten. Die ersten US-Soldaten kamen als Besatzungsarmee in die Stadt,

„Die virtuelle Ausstellung zeigt anhand von Fotografien, Alltagsgegenständen, Dokumenten und Hintergrundinformationen, wie das amerikanische Leben in Wiesbaden funktionierte.“ – Axel Imholz, Kulturdezernent

Erst mit dem NATO-Beitritt der jungen Bundesrepublik 1955 verschob sich die Rolle der amerikanischen Militärpräsenz. Aus Besatzern wurden Bündnispartner im Kalten Krieg. Erst nach und nach weichten so die strengen Grenzen zwischen der Binnenwelt der Amerikaner und der Außenwelt der Wiesbadener Stadtgesellschaft auf.

„Die Ausstellung zeigt, wie sich das deutsch-amerikanische Verhältnis von den Nachkriegsjahren bis zum „Wirtschaftswunder“ wandelte und welch entscheidenden Beitrag amerikanische Hilfen wie der Marshallplan zum Wiederaufbau des zerstörten Westdeutschlands leisteten.“ – Axel Imholz, Kulturdezernent

Neben einer Vielzahl von Exponaten aus dem Stadtarchiv Wiesbaden, die Kurator Georg Habs mit erklärenden Texten versehen hat, zeigt die Ausstellung auch Exponate aus der Privatsammlung des deutsch-amerikanischen Historikers Dr. John Provan. Anhand der Bilder, Quellen und Museumsstücke würden die Restriktionen, aber auch die Freiheiten im Alltag der beiden Parallelkulturen in Wiesbaden deutlich, so Peter Quadflieg, der Leiter des Stadtarchivs.

„Einen besonderen Schwerpunkt haben wir auf die Brücken gelegt, die zwischen der Wiesbadener Militär-Community und der deutschen Außenwelt nach und nach entstanden, sei es in der Alltagskultur, im Sport oder in den persönlichen Beziehungen.“ – Dr. Peter Quadflieg, der Leiter des Stadtarchivs.

Den chronologischen Abschlusspunkt der Ausstellung bildet das Jahr 1963 mit dem Besuch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy in der Stadt. Hatten 1945 nur wenige Deutsche die Amerikaner als Befreier begrüßt, empfing den als Garant für Freiheit und Sicherheit gefeierten jungen amerikanischen Präsidenten 1963 eine begeisterte Wiesbadener Bevölkerung.

Virtuelle Ausstellung

Die Ausstellung wird am 17. Dezember, auf der Internetseite ausstellung-stadtarchiv-wiesbaden.de frei geschaltet werden. Mit kurzen, anklickbaren Videos begrüßen Kulturdezernent Axel Imholz und Dr. Peter Quadflieg die Besucher der Ausstellung. Kurator Georg Habs führt in die Inhalte ein. Sofern die Corona-Pandemie es zulässt, wird die Ausstellung im neuen Jahr auch physisch in den Räumen des Stadtarchivs zu besuchen sein. Zudem werden Vorträge im Stadtarchiv das Thema im neuen Jahr vertiefen.

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Die offizielle Internetseite des Stadtarchivs finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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