Ein Tag, wie ihn sich Ingrid Klimke wünscht. Ein Tag, an dem sie an den Erfolg bei der EM anknüpft. Mit 50 Jahren fest im Sattel reitet sie dem Nachwuchs in davon.

Mit ihrem Pferd Hale Bob Gold hat Ingrid Klimke im vergangenem Jahr in der niederschlesischen Stadt Strzegom Gold gewonnen – und am Samstagabend in der Vielseitigkeit den ersten Platz beleget. Es ist der fünfte Sieg für die Reitmeisterin in Wiesbadens, der zweite im Sattel von Hale Bob.

„Das war heute genau so wie ich es mir gewünscht habe.“ – Ingrid Klimke

Etwas heftig sei ‚Bobby‘ bei den ersten drei Sprüngen im Gelände gewesen. „Da wollte er unbedingt hinter dem Pferd her, was vor uns gestartet ist. Bei Sprung vier habe ich ihn dann einmal richtig aufnehmen müssen und dann lief er wie am Schnürchen. Ich glaube, er hat das Gelände heute genauso genossen wie ich.“ Durch das Ziel in 5 Minuten und 54 Sekunden – Punktlandung. Vier Sekunden über der erlaubten Zeit, aber sicher zum Sieg. Drei Sekunden Spielraum hatte sie noch, hätte Klimke aber mehr als 5,57 Minuten gebraucht, wäre der Sieg weg gewesen. Perfekt geplant? „Nö“, lacht die amtierende Europameisterin, „eher Zufall.“

„Wer hier vorne mitmischen möchte, muss von Anfang an gut vorlegen – der muss direkt in der Dressur eine starke Runde zeigen.“ – Rüdiger Schwarz, Parcourschef 

Hale Bob kam sehr fit und frisch durchs Ziel. „Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten wir den Kurs gerne noch einmal machen können“, grinst die Reiterin. „Dies war unser Start in die Saison, aber Bobby ist schon in super Kondition.“ Das Ziel des Jahres für Ingrid Klimke: die Weltreiterspiele in Tryon. Tryon hat auch der Weltranglisten-Führende Oliver Townend im Visier. Er wurde in Wiesbaden am Ende mit dem zwölfjährigen Iren Cillnabradden Evo Zweiter – ganz knapp hinter der zweimaligen Mannschafts-Olympiasiegierin. Platz drei ging an die Bundestrainerin der deutschen Nachwuchsreiter und Olympiateilnehmerin von Rio, Julia Krajweski.

Premiere und Sieg für Svennerstal

Der Schwede Ludwig Svennerstal war das erste Mal in Wiesbaden. „Wow, das war eine anspruchsvolle Prüfung, mit sehr guten Reiter, großer Konkurrenz und in einer fast unwirklichen Kulisse.“ Der 27-Jährige siegte mit seinem schwedischen Wallach Stinger im Preis von Veronika Dyckheroff – und zwar mit komfortablem Abstand. Sein Endergebnis: 28,30 Strafpunkte. Die zweitplatzierte Liz Halliday-Sharp aus den USA folgte mit 36,50 Strafpunkten.

„Ich komme nächstes Jahr gerne wieder.“ – Ludwig Svennerstal

Svennerstal war der einzige Reiter, der ohne Zeit- und Hindernisfehler aus dem Wiesbadener Gelände kam. Nach der Prüfung flitzte der Sieger zu seinem Rückflug, aber nicht ohne zu versprechen: „Ich komme nächstes Jahr gerne wieder.“ Die 100-jährige Ehrenpräsidentin und Mutter der amtierenden Präsidentin des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs (WRFC), Veronika Dyckerhoff, war nicht ’nur‘ Sponsorin dieser Prüfung. Die sehr eng dem Pferdesport Verbundene ließ es sich nicht nehmen, bei der Siegerehrung ihrer Prüfung persönlich anwesend zu sein und den Reitern zu gratulieren.

„Es ist unheimlich schön zu sehen, wie der Vielseitigkeitssport hier in Wiesbaden an die Besucher gebracht wird, auch an Menschen, die sonst gar nicht viel mit unserem Sport zu tun haben.“ – Hans Melzer und Albert Schäfer, Wiesbadener Reit- und Fahr-Club

Jérome Robine, stammt aus Darmstadt, Sohn des hessischen Vielseitigkeits-Meisters Dr. Frank Robine und heute Gewinner des U25-Förderpreises Vielseitigkeit in Wiesbaden. „Ich war die letzten zehn Jahre zum Zugucken hier“, erzählt der 20-Jährige. „Am Anfang habe ich noch gedacht: ‚Oh Mann, ist das hoch‘, aber jedes Jahr ist man etwas näher herangerückt und irgendwann dachte ich: ‚Wäre ja cool, auch mal hier mit zu reiten.“ Das hat er getan und die U25-Wertung gewonnen. „Das ist schon etwas ganz besonderes!“ Viermal war Jerome Robine schon bei einer Nachwuchs-EM am Start, brachte die Bronzemedaille als 16-Jähriger mit nach Hause und gewann zweimal Teamgold. Nach seinem Abitur wollte er eins: Reiten. So ist er nun an der Bundeswehrsportschule in Warendorf, reitet und fühlt sich „allerbestens betreut“. Sein Erfolgspferd Quaddeldou ist ein Familienprodukt, selbst gezogen und ausgebildet. Der Erfolg heute somit ein Familienerfolg von der Pferdesport-Familie Robine.

Ergebnisse 82. Internationales Pfingstturnier

28. Veronika Dyckerhoff Preis
CIC 3* – Wertungsprüfung für den U25-Förderpreis Vielseitigkeit 2018

1. Ludwig SVENNERSTÅL (SWE)  Stinger
2. Liz HALLIDAY-SHARP (USA)  Deniro Z
3. Jerome ROBINE( GER) Quaddeldou R OLD
4. Anna-Katharina VOGEL (GER) Quintana P
5. Sandra GUSTAFSSON (SWE) Kvadrat
6. Christoph WAHLER (GER) Carjatan S

27. Preis der Familie Prof. Dr. Heicke
Event Rider Masters Serie – CIC 3*

1. Ingrid KLIMKE (GER) SAP Hale Bob OLD
2. Oliver TOWNEND (GBR) Cillnabradden Evo
3. Julia KRAJEWSKI (GER) Samourai du Thot
4. Tim LIPS (GER) Bayro
5. Tim PRICE (NED) Cekatinka
6. Andreas OSTHOLT (GER) Pennsylvania 28

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