Nach der documenta in Kassel hat auch Wiesabden seinen Antisemitismus-Skandal. Anlass geben Hakenkreuz-Plakate im Büro des geschäftsführenden Direktors. Kunst.

Die Bild-Zeitung titelte vergangene Woche „Staatstheater Wiesbaden – Hakenkreuz-Skandal jetzt Fall für die Bundesregierung„. Was ist geschehen? Intendant Uwe Eric Laufenberg hat den jüdischen Musiker Ilia Jossifov als Orchesterdirektor am Hessischen Staatstheater engagiert. Ende März aus Tel Aviv angereist, um seinen Dienst anzutreten, führte der Musiker Gespräche mit dem Geschäftsführenden Direktors Holger von Berg: unter andere im Büro des Geschäftsführers, indem Plakatentwürfe mit Hakenkreuzen hängen: laut Bild-Zeitung der Höhepunkt verschiedener von Jossifov als Mobbing empfundener Gespräche. Die Bilder sollen inzwischen abgenommen worden sein. Die Anti-Diskriminierungsstelle hat übernommen.

Pressemitteilung, FDP

Magistrat muss bei Hakenkreuz-Affäre im Staatstheater Aufklärungsarbeit leisten

(16.08.2022) Anlässlich der Medienberichte über Hakenkreuz-Plakate im Büro des geschäftsführenden Direktors des Staatstheaters Wiesbaden und den gegen ihn erhobenen Mobbingvorwürfen erklärt die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Rathausfraktion, Gabriele Enders.

„Der Magistrat darf sich deswegen nicht darauf zurückziehen, dass der Geschäftsführende Direktor ein Angestellter des Landes ist.“ – Gabriele Enders

Wir fordern OB Mende und Kulturdezernent Imholz auf, die Mobbing-Vorwürfe in der Hakenkreuz-Affäre unverzüglich und transparent aufzuklären. Die Hakenkreuz-Affäre droht den Ruf des Staatstheaters auf lange Zeit zu beschädigen. Für das Staatstheater tragen das Land Hessen und die Landeshauptstadt Wiesbaden gemeinsam Verantwortung. Derart ungeheuerliche Mobbing-Vorwürfe, die nach der Medienberichterstattung jetzt sogar die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes beschäftigen, dürfen nicht unter den roten Teppich gekehrt werden, fordert Enders.

„Angesichts der bisherigen vagen Stellungnahmen des Ministeriums zur Hakenkreuz-Affäre stellen wir fest, dass dort aus dem Documenta-Desaster nichts gelernt wurde.“ – Gabriele Enders

Enders weiter: Das hessische Wissenschaftsministerium hat schon bei den Antisemitismus-Vorwürfen rund um die Documenta fifteen gezeigt, dass es ohne externen Druck nicht gewillt ist, bei Konflikten so rechtzeitig einzugreifen, dass weiterer Schaden von den Kulturinstitutionen abgewendet wird. Wiesbaden muss daher bei der Landesregierung auf eine sofortige und transparente Aufklärung der Vorwürfe bestehen.

„Entschiedenes Handeln ist deshalb dringend geboten.“ – Gabriele Enders

Die tiefen Gräben zwischen der künstlerischen Leitung und der Verwaltungsspitze im Staatstheater lassen nicht erwarten, dass eine gedeihliche Zusammenarbeit zum Wohle des Staatstheaters noch möglich ist. Sollten Stadt und Land diesen Konflikt einfach aussitzen wollen, droht ein langanhaltender Schaden für das Image und die im Staatstheater geleistete künstlerische Arbeit, so Enders abschließend.

Foto oben ©2021 Wiesbaden lebt

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