Der Stadtverordnete lebt seit 1991 in Wiesbaden. Sie geht im Sinne der Stadtgestaltung auch mal neue Wege: auch mal Wege des Ausprobierens.

Geboren 1961 und aufgewachsen in Steinau an der Straße studiert Christiane Hinninger Biologie. Seit 2011 sitzt die diplomierte Biologin für Die Grünen in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung. Ganz gleich ob in den verschiedenen Ausschüssen oder im Stadtparlament, sie legt immer Wert auf ihre Meinung.

Interview mal anders

Was sind Ihre drei wichtigsten Ziele für eine mögliche Amtsperiode?
Wiesbaden muss auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet werden, das bedeutet mehr Begrünung, aber auch besserer Umgang mit Ressourcen.
Außerdem muss die Wiesbadener Kultur stärker gefördert werden als bisher, damit wir nicht weitere Baustellen wie Folklore oder Walhalla bekommen.
Frauen in Führungsposition müssen eine Normalität in Wiesbaden sein, keine Seltenheit.

Was können Sie besser als Ihre Mitbewerber?
Das sollen die Bürger entscheiden. Ich bringe meine langjährige Erfahrung als Dezernentin und Stadtverordnete ein und will sie mit neuen Impulsen für unsere Stadt verbinden. Erneuerung braucht Erfahrung.

Wie beurteilen Sie die Parkplatzsituation in Wiesbaden?
Sie ist angespannt. Wir brauchen deshalb ein Gesamtverkehrskonzept für Wiesbaden, in dem alle Formen von Mobilität gleichberechtigt sind: Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Auto fahren, Radverkehr oder zu Fuß gehen. Ich will, dass man auch ohne Auto bequem und sicher in die Innenstadt kommt. Gleichzeitig arbeiten wir daran, wie die vorhandenen Kapazitäten in den Wiesbadener Parkhäusern besser genutzt werden können.

Braucht Wiesbaden in Zukunft eine CityBahn?
Definitiv. Die CityBahn ist als starkes Rückgrad für einen auch künftig leistungsstarken  ÖPNV nötig. Sie ist eine Chance für weniger Stau, bessere Luft und einen komfortablen, schnellen ÖPNV.

Wenn jemand Sie in weiter entfernten Regionen fragt, was Wiesbaden besonders macht, was antworten Sie?
Wiesbaden ist lebendige Vielfalt. Dichte Stadtteile und Villenviertel prägen Das Bild unserer Stadt ist von historischer Bausubstanz mit dichten Stadtteilen und Villenvierteln ebenso geprägt wie von umfangreichem Baumbestand und Grünanlagen. Das Rheinufer lädt ebenso zum Spaziergang ein wie der Stadtwald mit seinen Hörstationen. Das Kulturangebot reicht von den Maifestspielen über die Stadtteilkultur bis zu Rockkonzerten im Schlachthof. Anders auszudrücken: Man muss Wiesbaden unbedingt besuchen, denn es gibt für jeden etwas zu entdecken.

Fehlt Wiesbaden etwas, um eine liebens- und lebenswerte Stadt zu sein?
Wiesbaden ist schon liebens- und lebenswert. Aber wir haben in Wiesbaden große Herausforderungen: der Klimawandel ebenso wie der Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Wir müssen auch die Kulturförderung intensivieren.

Wie und wo könnten in der Stadt mehr „bezahlbare“ Wohnungen entstehen?
Wir brauchen ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Dazu zählen verstärkter Neubau preisgünstiger, dauerhaft sozial gebundener Wohnungen, der Erwerb von Belegrechten und die Begrenzung von Mietsteigerung bei städtischen Wohnungen. Außerdem eine Grundstückspolitik mit Konzeptvergabe und Erbpacht, die Spekulation ausschließt, und eine langfristige Bodenvorratspolitik. Und wir brauchen deutlich mehr öffentliche Investitionen des Bundes in den Wohnungsbau.

Wie wollen Sie während einer möglichen Amtszeit den Kontakt zu den Bürgern pflegen?
Ich will für die BürgerInnen ansprechbar sein. In Sprechstunden im Rathaus, bei Bürgerbeteiligungsveranstaltungen zu den Vorhaben der Stadt, aber auch ganz direkt bei den Wiesbadener Festen.

Wie beurteilen Sie die Zahl der Großveranstaltungen in Wiesbaden? Zu viel? Zu wenig? Genau richtig?
Genau richtig, wenn eine Folklore Nachfolge gefunden ist!

Wie würden Sie einen typischen Wiesbadener Bürger charakterisieren?
Ich denke nicht, dass es einen typischen Wiesbadener Bürger oder eine typische Wiesbadener Bürgerin gibt. Die Menschen in unserer Stadt sind vielfältig.

Was würde sich nach Ihrer Amtszeit in Wiesbaden geändert haben?
Die Wiesbadener können auch im Sommer durchatmen – weil unsere Stadt beim Klimaschutz vorbildlich ist. Wir sind bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums gut vorangekommen. Die CityBahn fährt auf ihrer ersten Strecke. Die Wiesbadener Kultur steht finanziell auf sicheren Beinen. Öffentliche Ausschreibung von Führungspositionen der städtischen Beteiligungen ist längst selbstverständlich und Frauen haben eine wirkliche Chance bei deren Besetzung.

Wer wäre, nach Ihnen der beste Bürgermeister und warum?
Ich will zu meinen Mitbewerbern keine Noten verteilen.

Warum sollten die Wiesbadener Ihnen am Sonntag ihre Stimme geben?
Wegen der hier beschriebenen Inhalte und weil es an der Zeit ist, dass Wiesbaden seine erste Oberbürgermeisterin bekommt!

〈〈 Alle 81 Wiesbadener Stadtverordneten im Schnelldurchlauf    〉〉

Foto ©2021 Privat

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