Wetterlage stellt sich im Juli um. Nordwestwinde bringen Abkühlung Nach einem warmen und trockenen Wochenende gehen die Temperaturenzurück

In der nächsten Woche wird die schwülwarme und zu Gewittern neigende Witterung durch eine kühlere Wetterlage mit nordwestlichen Winden abgelöst. Dabei liegen die Temperaturen bei einem Sonne-Wolken-Mix dann oft im gemäßigten Bereich. Lediglich in der Südhälfte bleibt die Gewittergefahr im Übergangsbereich zur wärmeren Luft etwas erhöht. Grund für die Wetterumstellung ist das Azorenhoch, welches sich verstärkt und nach Westeuropa ausweitet.

„Die meisten Menschen fühlen sich bei diesem Wetter deutlich wohler als bei schwüler Hitze. Angenehme Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad und eine frische Brise laden zum Durchlüften ein. Die Nordsee-Urlauber werden zudem gut durchgepustet. Wer nachts gerne bei offenem Fenster schläft, der sollte sich gut zudecken, denn besonders in Tälern und Mulden wird es mit Temperaturen unter 10 Grad empfindlich frisch.“ – Björn Goldhausen, Meteorolog

Eine Umstellung der Großwetterlage Anfang Juli könnte für den weiteren Sommerverlauf von Bedeutung sein, da sich die Wetterlage in diesem Zeitraum häufig für einige Wochen stabilisiert. Das besagen die vielen Bauernregeln um den Siebenschläfer, bei denen man bedenken muss, dass der Lostag nach der Kalenderreform im 16. Jahrhundert erst am 7. Juli stattfindet und für die Wetterlage die Betrachtung eines Zeitraums sinnvoller ist. Wetterexperte Björn Goldhausen blickt zurück: In den letzten Jahren hab die Siebenschläferregel erstaunlich gut gepasst. Das müsse allerdings für dieses Jahr nichts heißen, da die Regel nur in etwa zwei von drei Jahren zutrifft. Trotzdem verdichten sich die Hinweise auf eine kühlere Phase.

„Die kühlere Phase im Juli und die Langfristmodelle setzen das Muster der Großwetterlage in den folgenden Wochen fort. Kurze Hitzeschübe sind dabei aber vor allem im Süden dennoch möglich.“ – Björn Goldhausen, Meteorolog

Die Regenbilanz fällt im Juni in Deutschland sehr unterschiedlich aus. Regional brachten die Gewittergüsse zwar große Regenmengen, in einem breiten Streifen von der Ostsee bis ins nördliche Bayern gab es im ganzen Juni örtlich weniger als 10 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch auf das gesamte Jahr gesehen gibt es in der Osthälfte Deutschlands zur Jahreshalbzeit ein Niederschlagsdefizit von 20 bis örtlich knapp 30 Prozent. Die Waldbrandgefahr ist besonders am Donnerstag aufgrund der trockenen Böden erhöht. Der Regen im Zusammenhang mit der Kaltfront am Freitag wird die Gefahr zumindest kurzfristig lindern. Durch den zunehmenden Einfluss des Azorenhochs sind allerdings in der nächsten Woche abgesehen vom Süden keine weiteren nennenswerten Niederschläge in Sicht.

Regenmengen im Juni und Abweichung zum Klimamittel:

  • 4 l/m(6%)            Leutenberg (Thüringen)
  • 6 l/m(10%)          Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)
  • 8 l/m2  (11%)         Hannover (Niedersachsen)
  • 22 l/m2 (29%)        Berlin
  • 79 l/m2 (112%)      Schleswig (Schleswig-Holstein)
  • 249 l/m2 (147%)    Chiemsee (Bayern)

Foto oben ©2022 Wetter online

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Informationen zu den Temperaturen in den nächsten Tagen finden Sie auf www.wetteronline.de.

 

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