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Historische Fitnessgeräte, hier im Bild eine Rudermaschine eines unbekannten Herstellers.

Von Zander bis Ergometer: Fitnessgeschichte made in Wiesbaden

Vor über 160 Jahren entwickelte ein Schwede die ersten Trainingsgeräte. Rund 40 Jahre später sprang die Firma Rossel, Schwarz & Co. mit auf den Trend auf und prägte die Fitnessgeschichte mit Ergometern, Rudergeräten und medizinischen Apparaten. Andrea Wecker erzählt die spannende Geschischte am 26. Oktober.

Volker Watschounek 4 Monaten vor 0

Auch wenn im Stadtmuseum keine Maschinen kreischen, sich keine Hebel bewegen – erwacht Fitnessgeschichte zum Leben.

Wiesbaden hat mehr zu bieten als Thermalbäder und elegante Villen. Wer sich für die Geschichte von Fitnesstrend und Trainings interessiert, sollte am Sonntag, 26. Oktober das „sam – Stadtmuseum am Markt“ besuchen. Dort stellt Andrea Wecker in der Reihe „Stadtteil-Historiker – 4. Staffel“ ihr Thema „Fitness made in Wiesbaden – Medico-mechanisches Training“ vor.

Stadtmuseum am Markt, kurz gefasst

Vortrag – Wiesbadener Stadtteil-Historiker
„Fitness made in Wiesbaden – Medico-mechanisches Training“
Wann: Sonntag, 26. Oktober 2025, 11:00 Uhr
Eintritt: frei
Wo: sam – Stadtmuseum am Markt, Marktpl. 3, 65183 Wiesbaden

Der schwedische Arzt Gustav Zander entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts Geräte, die passive, aktive und unterstützte Bewegungen ermöglichen sollten. Hebel, Riemen, Gewichte und Drehachsen verwandelten alltägliche Bewegungen in medizinische Therapie. Schon bald entstand daraus ein Fitnesstrend, der bis heute anhält.

Rossel, Schwarz & Co.: Pioniere der Fitnessindustrie

1897 gründeten Peter Anton Stoss, Oskar Schwarz und Josef Rossel in Wiesbaden eine Firma, die zunächst Apparate für Heilgymnastik produzierte. Ab 1901 verlegte das Unternehmen die Produktion in die Mainzer Straße und sicherte sich Patente von Zander. Ihre Geräte, darunter Ergometer und Rudergeräte, gingen bald in die ganze Welt – von New York bis an deutsche Industrie-Arbeitsplätze wie BASF, Krupp und die Farbwerke Höchst. Auch den Gymnastikraum der Titanic zierten die Geräte.

Vom Monopol zur Tragödie

Die Firma expandierte rasant und beschäftigte bis zu 120 Mitarbeiter. Doch die Geschichte blieb nicht ungetrübt: Die jüdische Eigentümerfamilie Berger wurde 1939 enteignet, viele versuchten zu fliehen, andere wurden Opfer der NS-Verfolgung. Nach dem Krieg wurde das Unternehmen neu strukturiert, bis es 2009 endgültig schloss.

Andrea Wecker beleuchtet nicht nur die Produktion und den Vertrieb der „Schönheitsmaschinen“, sondern auch die Veränderung von Begriffen wie Fitness und Gesundheit im Laufe der Jahrzehnte. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Symbolfoto ©2025 Historische Trainingsgerät ©2025 AI / Wiesbaden lebt!

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Erstveröffentlichung: 21.10.2025
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