Hill will die Citybahn stoppen, Bürokratie abbauen, Verkehrsfluss verbessern und Wiesbaden zu einer sicheren, sauberen und lebenswerten Stadt machen.
Die Plakate hängen, der Wahlkampf geht in seine entscheidende Phase. In wenigen Tagen wählen die Bürger ein neues Stadtparlament. Wie sie inzwischen gemerkt haben, sprechen wir in unsere Serie sprechen mit den Spitzenkandidaten der zwölf antretenden Parteien über ihre Ziele, ihre wichtigsten Themen und ihre Pläne für die kommenden Jahre.
Heute im Interview: Christian Hill, Spitzenkandidatin von Pro Auto. Er erklärt, welche Schwerpunkte ihre Partei im Wahlkampf setzt, welche Veränderungen sie für die Stadt anstrebt – und warum Hill glaubt, dass seine Partei bei der Kommunalwahl stärker abschneiden kann.
Herr Hill …
Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Aufgaben für Wiesbaden in der kommenden Wahlperiode?
Die völlig verfehlte, ideologische Verkehrspolitik beenden und die Citybahn ein für alle Mal begraben. Wiesbaden wieder sicherer und sauberer und damit auch attraktiver machen. Eine Stadtentwicklungspolitik mit Augenmaß und Bürgernähe, die auf umstrittene Projekte wie Ostfeld und Westfeld verzichtet
Wiesbaden verfügt über hohe Einnahmen, steht aber auch vor steigenden Ausgaben. Wo sehen Sie das größte Problem im städtischen Haushalt – Einnahmen oder Ausgaben? Und welche konkrete Maßnahme würden Sie zuerst umsetzen?
Die teure und teilweise aufgeblähte Verwaltung bei der Stadt und den städtischen Gesellschaften muss zurückgefahren werden. Hier bedarf es einen Personalabbau (ausgenommen Stadtpolizei und Feuerwehr). Außerdem die Bekämpfung von Filz und Vetternwirtschaft. Steuererhöhungen lehnten wir grundsätzlich ab.
Welche Rahmenbedingungen muss Wiesbaden verbessern, damit Unternehmen investieren und Arbeitsplätze entstehen?
Wiesbaden muss wieder wirtschafts- und unternehmensfreundlicher werden. Ziel muss es sein, dass bestehende Betriebe Arbeitsplätze erhalten und weitere schaffen. Neue Unternehmen sollen angesiedelt werden. Dafür müssen seitens der Stadt Bürokratie und Auflagen verringert und die Gewerbesteuer gesenkt werden.
Viele Betriebe klagen über fehlende Gewerbeflächen. Soll Wiesbaden neue Gewerbegebiete ausweisen – und wenn ja, wo?
Zur Schaffung neuer Gewerbeflächen könnten u.a. Konversionsflächen dienen. Sollte das BKA z.B. nach Erbenheim umziehen, würden im gesamten Stadtgebiet mehrere große Areale frei, die dafür in Frage kämen.
Der Verkehr ist eines der emotionalsten Themen der Stadt. Wie soll sich die Verkehrspolitik in Wiesbaden in den nächsten Jahren verändern?
Die ideologische Autofeindlichkeit muss beendet werden. Dazu gehören z.B. die Abschaltung der Pförtnerampel, die Aufhebung der Sperrung am Landeshaus und eine grüne Welle statt Tempo 30/40 auf Hauptstraßen. Außerdem muss die Vernichtung von Parkraum aufhören. Sog. ‘Verkehrsversuche’ (Sperrung Biebricher Rheinufer) und ‘Superblocks’ (Rheingauviertel) darf es nicht mehr geben. Ebenso müssen Fahrbahneinengungen und -wegnahmen (z.B. Rheinstraße, Schwalbacher Straße) und Straßensperrungen (z.B. Poller in der Klopstockstraße) wieder rückgängig gemacht werden.
Welche Rolle soll der ÖPNV künftig spielen – und welche konkrete Verbesserung würden Sie als erstes angehen?
Wir brauchen jetzt eine schnelle Reaktivierung der Aartalbahn. Außerdem muss die Ländchesbahn ertüchtigt werden. Busse und Bahnen müssen sauber, sicher, pünktlich und regelmäßig unterwegs sein, um potenziellen Kunden ein attraktives Angebot zu machen. Eine Citybahn darf es nicht geben! Der Bürgerwille muss hier endlich respektiert werden.
Steigende Mieten und knapper Wohnraum beschäftigen viele Bürger. Was ist Ihre wichtigste Maßnahme, um Wohnraum bezahlbarer zu machen?
Den größten Einfluss auf die Mieten hat die Stadt bei den Nebenkosten. Um diese zu reduzieren, brauchen wir unbedingt eine Senkung der Grundsteuer, die ja auf die Mieter umgelegt wird. Auch darf es keine unsozialen Phantasiesteuern wie die ‘Duschsteuer’ geben, welche die Linkskooperation im Rathaus plant. Ebenso wichtig wie bezahlbare Mieten ist auch die Bereitstellung von günstigem Parkraum. Darüber hinaus darf es keine zusätzlichen städtischen Auflagen für Bauherren geben. Bauen muss insgesamt schneller und günstiger werden!
Viele Bürger und Unternehmen klagen über langsame Verfahren. Wie wollen Sie Verwaltung, Genehmigungen und Bürgerdienste schneller und einfacher machen?
Wir brauchen eine große Entbürokratisierungsoffensive in Wiesbaden. Die Stadtverwaltung muss sich als moderner Dienstleister an den Bürgern und Unternehmern begreifen. Der preußische Amtsschimmel hat ausgedient!
Wo hat Wiesbaden beim Thema Digitalisierung aus Ihrer Sicht den größten Nachholbedarf?
Die Digitalisierung in der Verwaltung muss weiter vorangetrieben werden. Hier lassen sich viel Zeit und Geld (z.B. Personalkosten) einsparen. Jedoch darf es für die Bürger keinen Digitalisierungszwang geben. Alle Dienstleistungen müssen auch weiterhin analog und persönlich vor Ort angeboten werden.
Wiesbaden gilt als lebenswerte Stadt – doch viele Bürger wünschen sich Verbesserungen. Was würden Sie konkret verändern, damit Wiesbaden lebenswerter wird?
Besseren Verkehrsfluss und funktionierendes Baustellenmanagement. Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Solide Finanzplanung ohne zu hohe Belastung für Bürger und Unternehmen.
Wenn Sie Wiesbaden in einem Satz beschreiben müssten: Wofür soll diese Stadt in zehn Jahren stehen?
Eine lebenswerte, sichere Stadt mit glücklichen Einwohnern, die in Frieden, Freiheit und Wohlstand miteinander leben.
Die Millionen-Euro-Frage: Angenommen, die Stadt Wiesbaden hätte unerwartet eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung – ohne Zweckbindung. Wofür würden Sie dieses Geld einsetzen und warum?
Eine umfassende Generalreinigung der Stadt, insbesondere der Innenstadt
Vielen Dank für das Gespräch!
Foto – Christian Hill, Leser-Forum des WK ©2026 Volker Watschounek
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Die Internetseite zu den Wahlen in Wiesbaden finden Sie unter www.wiesbaden.de.
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