Wer morgens auf dem Weg zur Arbeit im Verkehrsfluss an einer roten Ampel halten muss, findet das ärgerlich – aber nicht gefährlich. Stichwort: „Fahrverbote“. Bund und Länder sehen das anders.

Elektrobusse, protected bike lanes, optimierte  Verkehrsführung – mit einem großen Maßnahmenkatalog ist Wiesbadens Verkehrsdezernent angetreten, den drohenden Fahrverboten die Stirn zu bieten. Das Motto Auf dem 2. Ring ums Zentrum kreisen zählt ebenso zu diesem Paket. Mit großen Plakaten am Dürer Platz weist die Stadt seit Dienstagnachmittag auf die neue optimierte Verkehrsführung hin – und vorgestellt wurde sie  von Verkehrsdezernent Andreas Kowol live vor Ort, an dem Hot Spot Dürer Platz. Zusätzlich wurden an die Autofahrer Flyer mit Informationen  verteilt.

„Mit der geänderten Spurführung und der neuen Ampelanlage leiten wir den vom Taunus kommenden Pendlerverkehr am Dürerplatz auf den 2. Ring.“ – Andreas Kowol. Verkehrsdezernent

Das Plakat mit der Illustration der Künstlerin Teresa Sdralevich zeigt augenzwinkernd ein Auto, das auf dem zweiten Ring eines Planeten fährt, nicht zuletzt, weil es dort schneller gehen soll: ohne langwieriges Warten Richtung Innenstadt. Die Stadt erwartet durch diese Verlagerung von innen nach außen täglich eine Entlastung des 1. Rings um mindestens 3.000 Fahrzeuge, so Kowol weiter. Es sei ein wichtiger Schritt, um die hohen Stickoxidwerte in der hochbelasteten Innenstadt zu senken und so „ein drohendes Dieselfahrverbot abzuwenden.“

Luftreinhaltekampagne

Darüber hinaus wurde die Luftreinhaltekampagne kürzlich auf die neuen digitalen Stadtinformationsanlagen des Außenwerbers Wall GmbH ausgeweitet: Dort sind ab sofort Animationen und aktuelle Stickoxidwerte zu sehen, die von der Wiesbadener Kreativagentur Scholz & Volkmer entworfen beziehungsweise aufbereitet wurden und für umweltfreundliches Mobilitätsverhalten werben.

Hintergrund

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass an Ampeln die Konzentration von Feinstaubpartikeln deutlich ansteigt. Einer Studie aus England zufolge sei dies besonders gravierend, wenn Auto an roten Ampeln Anfahren. Die Belastung der Innenluft im Vergleich zum fließenden Verkehr schnellt hier bis um den Faktor 29 in die Höhe. Allgenmein betrachtet,  maßen die Forscher an den Signalanlagen beim Durchstarten etwa sechsmal höhere Werte als im Stehen. Und weil das so ist, wird vielerorts die Modernisierung der Ampelanlagen gefordert.

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