Das Thalhaus ist entsetzt und wendet sich in einem offenen Brief an die Fraktionen im Rathaus. Wiesbaden lebt! veröffentlicht den Brief.

An

  • die Fraktionen im Rathaus

Kulturpolitische Sprecherinnen und Sprecher

  • Herrn Oberbürgermeister Sven Gerich
  • Herrn Finanz-und Kulturdezernent Axel Imholz
  • Frau Kulturamtsleiterin Roberts
  • Herrn stellvertr. Kulturamtsleiter Funk
  • Frau Lamparth, Leiterin Kulturredaktion Wiesbadener Kurier
  • Arbeitskreis Stadtkultur, Sprecherin Frau Margarethe Goldmann

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Unverständnis und großem Entsetzen haben wir die von Ihnen vorgesehenen Zusetzungssummen in Höhe von 10.000 Euro statt der von uns beantragten und detailliert begründeten 30.000 Euro für unser thalhaus Theater zur Kenntnis genommen.

Diese Situation bedeutet, dass das thalhaus die in seiner jetzigen Form vorliegenden Evaluationsvereinbarungen mit der Stadt nicht mehr einhalten kann.

Darüber hinaus wird der Vorstand die Fortsetzung des thalhaus-Betriebs über das Jahr 2018 hinaus auf den Prüfstand stellen müssen. Er ist nicht bereit, sich dem Vorwurf der Insolvenzverschleppung und den damit verbundenen privaten Haftungsansprüchen auszusetzen.

Was kann das thalhaus tun? Wir vom Vorstand des thalhaus Theaters müssen aufgrund dieser Sachlage unsere Haushaltsplanungen ab dem Jahr 2018 einschneidend korrigieren.

Wir werden den wirtschaftlichen Betrieb zu Lasten des Zweckbetriebes erweitern müssen. Das heißt: Wir werden unseren eigentlichen Vereinszweck, die Förderung kultureller und künstlerischer Veranstaltungen zur Bereicherung des Wiesbadener Kulturlebens weniger erfüllen können, da wir die kulturelle Veranstaltungsdichte in den Jahren 2018 und 2019 reduzieren müssen, um terminliche Freiräume für weitere Einnahmequellen zu erschließen. Das thalhaus wird statt dessen  mehr Fremdveranstaltungen (Hochzeiten, Betriebsfeiern etc.) einwerben.  Ob damit die wirtschaftliche Grundlage verbessert werden kann, ist allerdings äußerst fraglich.

Damit droht bei einer Ausweitung der wirtschaftlichen Betätigung, ohne die der Vereinszweck des thalhaus schon heute nicht erfüllbar ist, die Aberkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Wiesbaden, was einer Existenzbedrohung des thalhauses gleichkäme.

Was brauchen wir? Wir vom Vorstand bedauern diese Entwicklung zutiefst und bitten dringend, die Beschlussfassung der finanziellen Zusetzung für die Haushaltsjahre 2018/19 auf eine Zuschusserhöhung zu korrigieren, wie wir sie in unserem Schreiben vom November 2016 beantragt hatten. Dort hatten wir den Betrag von 30.000 Euro genannt und ausführlich begründet.

Das Kleinkunsttheater thalhaus hat in den 40 Jahren seines Bestehens alljährlich einen wesentlichen Beitrag für das Kulturleben in Wiesbaden geleistet. Wir denken, dass die Stadt dies würdigen sollte, indem sie bereit ist, ihren notwendigen Beitrag für die Zukunftssicherung des Hauses zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen

thalhaus e.V.

Der Vorstand ∆

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