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Schule neu Denken ©2020 StartupStockPhotos from Pixabay

Schulen scheitern abermals am Distanzlernen

Bund und Länder haben Milliarden für die Digitalisierung der Schulen in Aussicht gestellt. Wie ein Bericht des Stadtelternbeirats offen legt, ist bei Lehrern und Schülern noch nicht viel Technik angekommen.

Redaktion 3 Jahren vor 0

In Wiesbaden gibt es 77 Schulen mit 40389 Schülern. Um auch bedürftigen Schülern die digitale Türe nicht zu verschließen, fehlten 600 Laptops und mehrere tausend iPads. Distanzlernen ist so schwer umzusetzen.

Der Kreisvorsitzende der FDP Christian Diers wirft der Stadt vor, beim digitalen Stillstand nicht ernsthaft helfen zu wollen. Er kritisiert eine schleppende Umsetzung des Digitalpakts und so für das Scheitern vom Distanzlernen mit verantwortlich zu sein.

“Das Land legt die Hände in den Schoß und die Stadt versteckt sich hinter dem Kultusminister. Es ist absurd, dass ausgerechnet die Schulen nicht schaffen sollten, was Unternehmen gleich welcher Größe, ehrenamtliche Vereine und in vielen Bereichen auch die öffentliche Verwaltung hinbekommt.” So fasst der Fraktionsvorsitzende der Wiesbadener FDP, Christian Diers, die Not-Digitalisierung der Wiesbadener Schulen in der Pandemie zusammen.

Videokonferenzen brechen zusammen

Als das Stadtparlament im Dezember über kurzfristige zusätzliche Mittel für die Digitalisierung der Schulen beraten hat, führte Schuldezernent Axel Imholz aus, dass die Stadt keine zusätzlichen Serverkapazitäten für Schulvideokonferenzen bereitstellen wolle, da ausreichend Kapazität vorhanden sei. Einen Monat später, nachdem zahlreiche Schüler wieder in den Distanzunterricht eingestiegen sind, häufen sich sofort wieder die Meldungen, dass Videokonferenzen zusammenbrechen.

Schuldezernent verstecke sich

Diers: “Der Schuldezernent darf sich nicht mehr hinter dem Land verstecken. In den letzten zehn Monaten haben wir festgestellt, dass das Land nicht in der Lage ist, die notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Stadt, die das eigentlich können sollte, will es offensichtlich nicht leisten. Die Gekniffenen sind die Schüler”, so Diers. “Jede Wiesbadener Schule sollte das datenschutzkonforme BigBlueButton – gehostet auf einem städtischen Server – in Anspruch nehmen können. In der heutigen Zeit wäre es für eine Kommune wie Wiesbaden völlig problemlos möglich und nicht einmal sonderlich teuer, die notwendigen Serverkapazitäten zuzukaufen. Selbst wenn man aus Datenschutzgründen eigene Server betreiben wollen sollte, wäre dies in den letzten zehn Monaten umsetzbar gewesen. Durch die Digitalisierung der Verwaltung muss Wiesbaden in den kommenden Jahren sowieso technisch aufrüsten. Die Server würden nach Ende der Pandemie also nicht verstauben.”

“Wir erwarten vom Magistrat jetzt ein schnelles Aufholen des Rückstandes. – Christian Diers

Der Fraktionsvorsitzende fordert vom Magistrat, bei der Digitalisierung der Bildung endlich Tempo zu machen: “Wann wenn nicht jetzt kommt der Sprung der Schulen ins digitale Zeitalter? Wir brauchen Leihtablets für alle Schüler an weiterführenden Schulen sowie für alle Lehrerinnen und Lehrer. Wir brauchen eine städtische Digitalinfrastruktur, die auch Distanzlernen ohne Verzögerungen und frustrierende Abstürze möglich macht. Mit Blick auf die kommenden Jahre müssen auch die Investitionen der Mittel aus dem Digitalpakt beschleunigt werden.”

“Es hilft nichts Klassenbester bei der Beantragung von Mitteln zu sein, wenn man gleichzeitig Sitzenbleiber bei der Umsetzung der Maßnahmen ist.” – Christian Diers

Im von den Freien Demokraten angeforderten Bericht zum Umsetzungsstand des Digitalpakts Schule musste der Magistrat einräumen, dass er zwar hohe Mittel beim Land Hessen beantragt und genehmigt bekommen habe, die erst im Mai 2020 festgelegten Umsetzungsziele für das vergangene Jahr insbesondere im Bereich der Modernisierung und Verkabelung der Schulen selber nicht erreichen werde.  (Symbolfoto: Schule neu Denken ©2020 StartupStockPhotos from Pixabay)

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Die offizielle Internetseite der FDP finden Sie unter fdp-rathaus.de.

 

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