Halb Schloss, halb Fabrik und knapp 110 Jahre alt. Beim Anblick am Abend kommt der Betrachter wirklich nicht darauf, dass die renommierte Produktionsstätte sieben Stockwerke nach unten in den Boden ragt. Auch Ralf Brinkmann ging es so, als er zum ersten Mal an einer Führung in der pompösen Villa teilnahm. Eine von vielen, die er bei diversen Sekttagen erleben durfte. Geplant und gebaut wurde das kleine Schlösschen 1907 bis 1909 von dem Architekten Paul Bonatz.

Wiesbaden und nicht Mainz

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die von Adam Henkel 1832 gegründete Weinhandlung Henkell & Cie in Mainz auf rund 50 Keller zersplittert. Der mit der Sektproduktion „Henkell Trocken“ einsetzende rasche Wachstum um die Jahrhundertwende erforderte Anfang des 20. Jahrhunderts einen neuen Firmensitz. Die Stadt Biebrich erkannte seinerzeit ihre Chance und bot dem Enkel des Firmengründer ein adäquates Grundstück auf der Adolfshöhe zu besonders günstigen Konditionen an. Im Kaufvertrag war festgehalten, dass die zu errichtenden Gebäude ein gefälliges und der „Umgebung entsprechendes Aussehen“ erhalten sollten.

Der Hauptsitz der Henkell & Co. Sektkellerei in der Biebricher Straße im Abendlicht. ©Ralf Brinkmann

Rückblick und Ausblick

Dass Gebäude an der Biebricher Allee 142 ist aber nicht nur der Firmensitz und eine von vielen Produktionsstätten, zu der schon lange nicht nur die Sektmarke Henkell trocken zählt. Im Rhein-Main-Gebiet hat sich das repräsentative Gebäude über die Jahre als Veranstaltungsort einen Namen gemacht. Der Henkell Sekttag, die Henkell Sektnacht und die Sektnacht zum Ball des Sports sind neben zahlreichen Konzerten drei Veranstaltungsreihen, die jedes Jahr tausenede Menschen aus der Region magnetisch anziehen. 

Mitmachen und Foto einsenden

Haben auch Sie etwas kurioses festgehalten … Schicken Sie uns Ihr Motiv an foto@wiesbaden-lebt.de, schreiben Sie zwei drei Sätze zum Bild und erzählen Sie uns, warum Sie gerade dieser Moment bewegt hat. Mit etwas Glück, zeigen wir Ihr Bild hier.

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!