Den Schrank brauche ich nicht mehr, aber wohin? Auf die Straße stellen? Das Problem liegt auf der Hand. Durch die Corona-Krise ist es schwieriger geworden, ausgediente Gegenstände auf ihren letzten Weg zu bringen. Wiesbadens Wertstoffhöfe helfen.

Der ausgediente Schrank, die Stehlampe, der Stuhl … das alles sind Gegenstände, die nicht erst seit gestern zuhause stehen. Jetzt, wo der Besitzer sich aber jeden Tag und immer wieder daran satt sieht, müssen sie weg. Mit jedem Mal sagt er sich: Das muss raus – weil es eben weg muss. Aber ist dass ein Notfall? Wer vergangenen Dienstag am Wertstoffhof in Dotzheim das Treiben beobachten konnte, wundert sich, was alles als Notstand deklariert wurde. Das geht so natürlich nicht. So wenden sich die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW), die Betreiber der Wertstoffhöfe,  mit der dringenden Bitte an alle Wiesbadener: Nur, wer zwingend – im Notfall – Wertstoffe abgeben muss, sollte den Wertstoffhof in Nordenstadt oder die Kleinannahmestelle nutzen.

Wann wird Sperrmüll zum Notfall?

Ein Notfall ist es, wenn man umzieht und manche Gegenstände einfach nicht mitnehmen kann. Wenn man neue Möbel bekommt und partout nicht weiß, wo man die alten lassen soll. Wenn man eine Wohnung räumen muss, weil jemand verstorben ist. Wenn man mitten in einer Renovierung steckt und keinen Platz zum Lagern hat. Kein Notfall ist, wenn man gerade Zeit hat und diese zum Aufräumen nutzt. Grünschnitt ist ebenfalls kein Notfall, den kann man im Garten lagern und später abgeben.

Normalbetrieb ab Juni

Wenn von kommender Wochen an in einem ersten Schritt mit den Lockerungen der Beschränkungen angefangen wird, heißt das nicht, dass Wiesbadens Wertstoffhöfe nach den alt-bekannten Regeln wieder zur Verfügung stehen. Zug um Zug werden die Entsorgungsbetriebe die Vorgaben, die die Bundes- sowie die Landesregierung verkündet haben umsetzen – und so die Entsorgungsmöglichkeiten auf den Wertstoffhöfen und der Kleinannahmestelle auf der Deponie bis Anfang Juni wieder in den Normalbetrieb überführen. Das geschieht in mehreren Schritten und so gelten für die Zeit vom 20./21. April bis 3. Mai erst einmal folgende Regeln.

Regeln für Wiesbadens Wertstoffhöfe

Vom 20./21. April bis 3. Mai gilt:

– Die Wertstoffhöfe stehen nur Wiesbadenern zur Verfügung.
– Von nächster Woche, 20. April, können Wertstoffe sowie kostenpflichtige Abfälle auf den Wertstoffhof Nordenstadt und zur Kleinannahmestelle auf der Deponie gebracht werden. Dabei wird gebeten, die Zufahrtsregeln zu beachten.
– Ab Montag, 20. April, ist die Sonderabfallkleinannahme auf der Deponie wieder geöffnet.
– Die Öffnungszeiten werden unter der Woche jeweils um eineinhalb Stunden verlängert.
– Die Kleinannahmestelle sowie die Sonderabfallkleinannahme sind montags bis freitags von 7:00 bis 17:00 Uhr und samstags von 8:00 bis 13:00 Uhr geöffnet.
– Der Wertstoffhof Nordenstadt ist dienstags bis freitags von 7:00 bis 17:0 Uhr und samstags 7:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
– Der Kauf von Restabfallsäcken und Grünabfall-Papiersäcken ist wieder möglich.
– Die Zufahrt zum Wertstoffhof Nordenstadt ist ausschließlich über den Kreisel Borsigstraße/Oberfeld möglich – bitte die Ausschilderung beachten.

Vom 4./5. bis 30. Mai gilt:

– Öffnung der drei Wertstoffhöfe (Nordenstadt, Dotzheim und Bierstadt) sowie Kleinannahmestelle und Sonderabfallkleinannahme wieder im Normalbetrieb.
– Die Kleinannahmestelle sowie die Sonderabfallkleinannahme sind montags bis freitags von 7:00 bis 15:30 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.
– Die Wertstoffhöfe sind dienstags bis freitags von 8:30 bis 17:00 Uhr und samstags 8:30 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Ungeachtet von den genannten Zeiträumen gilt:

– Anlieferung ausschließlich per Pkw – es erfolgt eine Prüfung über das Pkw-Kennzeichen beziehungsweise über Personalausweis oder Gebührenbescheid
– keine Anlieferung mit Transporter oder Anhänger
– keine Anlieferung zu Fuß oder mit dem Motorrad, Fahrrad usw.
– es werden immer nur bis zu fünf Pkw auf den Hof gelassen, sobald diese den Hof verlassen haben, kommen die nächsten an die Reihe
– Kundenkontakt so gering wie möglich (nur bei Bezahlung kostenpflichtiger Abfälle oder Kauf der Säcke)
– Gewerbebetriebe dürfen bis Ende Mai Wertstoffe und Abfälle nur zur Kleinannahmestelle auf der Deponie bringen. Weiterhin erfolgt eine Prüfung, ob der Anlieferer berechtigt ist (Gewerbeschein).

Die ELW hoffen, dass sich dieses Vorgehen bewähren wird, und es möglich ist, ab Anfang Juni sowohl für Gewerbebetriebe als auch für die Wiesbadener Bürger den Service uneingeschränkt oder mit wenigen Einschränkungen anbieten zu können.

Sperrmüll

Beim Thema Sperrmüll gilt noch immer die dringende Bitte an alle Wiesbadener: Nur, wer zwingend – also im Notfall – in den nächsten Tagen einen Sperrmülltermin braucht, sollte im Service-Center anrufen. Gerade um den Monatswechsel herum, wo bei etlichen Bürgern ein Umzug ansteht, ist Solidarität gefragt. Wie bereits kommuniziert, dient die Vergabe von Sperrmüllterminen dazu, im Notfall ausreichend Fahrer für die Rest- und Bioabfalltouren zu haben. Nach Bewertung der aktuellen Personallage ist es möglich, ab Montag Sperrmülltermine ausschließlich für die 18. und 19. Kalenderwoche (27. April bis 8. Mai) zu vergeben. Die ELW müssen im Sperrmüllbereich immer noch auf Sicht fahren. Deshalb wird jeweils am Ende der Woche eine Entscheidung für die übernächste Woche getroffen.

Papierkorbleerung

Die ELW merken im Bereich der Papierkorbleerung, dass bei vielen Wiesbadenern derzeit Spaziergänge in der Natur statt Einkaufsbummel in der Fußgängerzone auf dem Programm stehen. Und da Ausflugslokale coronabedingt geschlossen haben, scheint Picknick hoch im Kurs zu stehen. Während in den Innenstadt-Papierkörben weniger Abfälle liegen, füllen sich die in den Außenbezirken schneller. Die ELW leeren aus diesem Grund ab dieser Woche samstags zusätzlich die Papierkörbe in den stark frequentierten Bereichen. ∆

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Die offizielle Internetseite der ELW finden Sie unter www.elw.de.

 

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