Den Anfang macht jedes Jahr Mister-Zehn-Prozent: anonym. Im vergangenen Jahr konnte er 391 Menschen mitziehen. Jeder von ihnen hatte rund 360 Euro dazugegeben. Zusammengekommen sind 166000 Euro.

So ist es auch in diesem Jahr ein unbekannter Geschäftsmann, der als Mister-Zehn-Prozent den Anstoß gibt und verspricht, erneut zehn Prozent seines Jahresgewinns – in diesem Jahr 30000 Euro – zur Verfügung zu stellen, wenn wieder eine bestimmte Anzahl von Menschen zehn Prozent ihres Taschengeldes, Einkommens, der Rente oder des Urlaubsgeldes spendet. Die Höhe ist dabei nebensächlich. Es kommt darauf an, etwas geben zu wollen und eines der zahlreichen Projekte mit zu unterstützen.

Spendenkonto

Spendenkonto: Evangelische Bank eG Kassel
IBAN: DE31 5206 0410 0004 0444 44

Im vergangenen Jahr hat ein unbekannter Geschäftsmann die versprochene Summe von 25000 Euro dazu gegeben. Pfarrerin Bea Ackermann, Vorsitzende der Aktion, ist froh, dass alles so gut geklappt hat. Dass sich so viele Menschen angesprochen gefühlt haben und zum Spenden bereit waren.

„Drei Leute haben an ihren  runden Geburtstagen aufgerufen, für die Zehn-Prozent-Aktion zu spenden – das war toll , wir konnten unser Ziel gut erreichen.“Bea Ackermann

Die mehr als 166000 Euro gehen an vier soziale Projekte rund um den Globus: Es werden Projekte in Nigeria unterstützt, um dort die Trinkwasserqualität zu verbessern, in Indien, um Latrinenreinigern ein würdevolles Leben zu ermöglichen und im Libanon, um dort jungen Menschen Zukunftschancen zu eröffnen. Geld geht ebenfalls an die Lilienkicker Wiesbaden, ein Fußballprojekt des Diakonischen Werks Wiesbaden für Wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen.

„Wir suchen bis zum 31. März 2021 mindestens 381 spendenwillige Personen. Dabei kommt es nicht auf die Höhe der Spende an.“ – Bea Ackermann

Ackermann appelliert eindringlich auch in diesen schweren Zeiten, die Not der Armen nicht zu vergessen. Von dem Geld unterstützt werden mit 60000 Euro ein Projekt in Bangladesch, mit 7500 Euro eines in Haiti, mit 28000 Euro eines in Ghana sowie mit 28000 Euro eines in Burkina Faso – sowie die Clown-Doktoren mit 6500 Euro, die im Rein-Main-Gebiet mit ihrer tollen Arbeit aktiv sind.

Die Armut rund um den Erdball geht ja trotz Corona weiter, sie wird sogar noch schlimmer.“ – Bea Ackermann

In Bangladesch sollen Menschen dabei unterstützt werden mit den Folgen des Klimawandels zurechtzukommen. Der steigende Meeresspiegel, Zyklone und Sturmfluten drücken salziges Wasser in das Landesinnere. Die Hilfsorganisation Christian Commission for Development (CCDB) installiert Wasseraufbereitungsanlagen und macht weitere Methoden zur Süßwassergewinnung populär: Etwa das Sammeln von Regenwasser in Tanks oder die Installation von Kies- und Sand-Filteranlagen, die unsauberes Teichwasser reinigen.

Haiti

Im Oktober 2016 wurde Haiti von Hurrikan Matthew hart getroffen. Auch die meisten Boote und Netze der Fischer dieser Region fielen dem Hurrikan zum Opfer. Mit dem Kauf von neuen Fischerbooten erhalten viele Familien jetzt wieder eine Erwerbsgrundlage.

Ghana

In Ghana, Accra, der ghanaischen Hauptstadt leiden besonders Kinder immens unter den trostlosen Lebensumständen der riesigen Stadt. Um diesen armen Kindern eine Anlaufstelle anzubieten, startete Misereor mit einer Partnerorganisation 1993 ein Straßenkinderprojekt, das heute Kontakt zu mehr als 2000 Straßenkindern hat und diesen die Chancen auf ein besseres Leben aufzeigt. Der Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Ausbildung der Straßenkinder in Handwerks- und Dienstleistungsberufen: Ausbildungen in den Sektoren Kfz-Mechanik, Elektronik, Metallverarbeitung und Modedesign sowie im Friseurhandwerk, Schneidern, in der Seifenherstellung, dem Bäcker- und Konditorwesen, im Holzschnitzen und im Bereich der Handy-Reparatur (alles mit der Möglichkeit, aber keiner Verpflichtung, eine staatliche Abschlussprüfung abzulegen).

Burkina Faso

In Burkina Faso suchen Tausende in illegalen Goldminen ihr Glück. Auch Kinder und Jugendliche riskieren dabei ihr Leben. Zwei Priester kümmern sich um sie, wollen ihnen helfen, dem Elend und der Gefahr zu entkommen. Sie planen, in der Nähe von drei Goldminen ein „Zentrum der Begleitung“ zu errichten mit Versammlungs- und Unterrichtsräumen, einer Erste-Hilfe-Station und einem Gebetsraum. Dort sollen Kinder und Jugendliche Hilfe erhalten, um möglichst ohne Minenarbeit überleben zu können.

Die Clown Doktoren

Seit 1994 organisieren die Die Clown Doktoren regelmäßige Humorvisiten in mittlerweile 15 Kinderkliniken, zehn Altenheimen und einem Kinderhospiz im Rhein-Main-Gebiet, in Mittelhessen sowie in Rheinland-Pfalz. Bei mehr als 2000 Visiten erreichen die 33 Clowndoktoren jährlich über 60.000 kranke Kinder und Hunderte von Senioren. Dabei finanzieren sich die Visiten der Clown Doktoren ausschließlich aus Spendenmitteln.

Über die Zehn-Prozent-Aktion

Die Zehn-Prozent-Aktion, die es mittlerweile seit mehr als 50 Jahren gibt, basiert auf der biblischen Weisung Gottes, den „zehnten Teil“ dessen, was man besitzt, den Armen zu geben. Träger der Zehn-Prozent-Aktion ist das Evangelische Dekanat Wiesbaden. Jedes Jahr stellt ein anonymer Kaufmann für die Aktion zehn Prozent seines Einkommens zur Verfügung, um Menschen in Not zu helfen. Die Summe wird nur freigegeben, wenn sich weitere Menschen finden, die ebenfalls bereit sind zehn Prozent ihres Einkommens, ihrer Rente oder ihres Weihnachts- oder Taschengeldes zu spenden. ∆

Weiter Nachrichten aus dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite zur Aktion finden Sie unter www.zehn-prozent-aktion.de.

 

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