Zum dritten Mal war diese Prüfung in Wiesbaden außerdem Station der internationalen Vielseitigkeitsserie Event Rider Masters (ERM). Gut 10.000 Zuschauer bejubelten die Michael Jung bei seinem fünften Sieg.

Nach 2009, 2010, 2011 und 2014 war der Sieg 2019 von Michael Jung im Biebricher Schlosspark sein fünfter Streich. Sein Partner in diesem Jahr: der elfjährige Hannoveraner Star Connection. Der Name Star Connection – er heißt sicher nicht grundlos so, schmunzelte Bundestrainer Hans Melzer. Heute waren zwei Stars zusammen, das war super. Mit sechs Jahren war der Chacco-Blue-Sohn Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde, hatte dann zweimal eine Auszeit wegen gebrochenen Erbsenbeins und ist nun schon seit einigen Monaten erfolgreich mit Jungs Bereiter Pietro Grandis unterwegs. In Wiesbaden ist der Chef erstmals seit Oktober 2017 wieder selbst mit Star Connection am Start gewesen.

„Das war heute einfach genial. Es sah so aus, als ob die beiden vor 14 Tagen ihre letzte gemeinsame Prüfung geritten hätten.“ – Hans Melder, Bundestrainer

Zweiter wurde in dieser ERM-Etappe der Australier Christopher Burton auf Lawtown Chloe. Der zweimalige Olympiateilnehmer sitzt seit gut einem Jahr im Sattel der zwölfjährigen Holsteiner Stute, übernommen hat er sie damals von Anna Siemer. Nach sensationeller Dressur und drei Fehlern im Parcours, ‚flutschte‘ Ingrid Klimkes SAP Hale Bob OLD nur so durch den technischen Wiesbadener Kurs.

„Das hat so einen Spaß gemacht.“ – Ingrid Klimke

Vor dem Gelände waren die Experten skeptisch, ob überhaupt ein Reiter die Aufgabe ohne Zeitfehler absolvieren könne. Am Ende gelang dieses Kunststück drei Reitern: Burton, Klimke und Sarah Cohen. Mit Treason hatte die Britin 2017 die Wiesbadener Vielseitigkeitsprüfung gewonnen, 2019 waren die beiden eins von drei Paaren, das fehlerlos durch den Park sauste. Im Endeffekt wurden sie Vierte – ein Paar, das sich offensichtlich sehr wohlfühlt mit Papageien, Menschen und Schlössern.

‚Die Hesse komme‘!

Vier Hessen auf dem Podium nach dem Veronika Dyckerhoff Gedächtnis-Preis: Die Siegerin Josefa Sommer aus Immenhausen, der Zweitplatzierte und Sieger der U25-Förderpreis-Etappe Jérome Robiné aus Darmstadt, der Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter Hans Melzer – der betonte: Ich bin in Kassel geboren – und der Wiesbadener Vielseitigkeitschef Albert Schäfer aus Hofheim.

„Wenn ich mit Hamilton zur Startbox reite, bin ich immer froh, wenn jemand da ist, der ihn am Kopf nimmt, weil ich es alleine gar nicht mehr schaffe.“ – Josefa Sommer

Im Sattel ihres EM-Partners von 2017, Hamilton, siegte Olympia-Kaderreiterin Sommer in dieser Vier-Sterne-Prüfung und strahlte: Es macht total viel Spaß, wenn so viele Leute einem zujubeln und einen anfeuern. Dann macht es das Reiten noch ein bisschen leichter. Der Kurs sei definitiv anspruchsvoll gewesen, betonte die zweifache Mutter. Es sind viele Wendungen in der Strecke gewesen und die Sprünge sind nicht gerade niedrig, zumal man nicht so ins Galoppieren kommt wie auf weiteren Kursen, aber das macht Wiesbaden aus. Ihr Partner Hamilton, mit dem sie schon 2017 bei den Europameisterschaften in Strzegom dabei war, war energiegeladen als er auf seinen Start wartete. Er ist leider echt anstrengend vor dem Gelände, lacht die 36-Jährige. Wenn ich mit ihm zur Startbox reite, bin ich immer froh, wenn jemand da ist, der ihn am Kopf nimmt, weil ich es alleine gar nicht mehr schaffe. Er ist dann überdreht und manchmal auch etwas kopflos, aber wenn man dann losgeritten ist, dann ist es wie Auto fahren. Dann muss man nur noch lenken – so war es auch heute in Wiesbaden.

„Mein Pferd ist normalerweise sehr cool, aber so eine Kulisse wie die Dressur vor dem Schloss, kennt er normalerweise nicht.“ – Jérome Robiné

Der 21-jährige Sportsoldat Robiné war zum zweiten mal in Wiesbaden am Start. Mein Pferd ist normalerweise sehr cool, aber so eine Kulisse wie die Dressur vor dem Schloss, kennt er normalerweise nicht. Da war er schon ein bisschen angefasst“, gab er zu. „Und die Menge, die im Gelände den Weg säumt, da geht es mir wie Josefa – das ist einfach klasse!
Sommer hatte die Prüfung mit 36,1 Strafpunkten gewonnen, Robiné folgte mit 46,1 Strafpunkten. 11,6 davon sammelte der erfolgreiche Darmstädter durch die Zeit, die in jedem Jahr eine Herausforderung in Wiesbadens Kurs ist. Sommer war Veronika Dyckerhoff Gedächtnis-Preis klar die beste im Gelände mit nur 1,6 Zeit-Strafpunkten – eine tolle Leistung!

Vielseitigkeit – Fazit

Bundestrainer Melzer ist schon viele Jahre ein Wiesbaden-Fan, seit diesem Jahr noch ein bisschen mehr: In Wiesbaden ist es wie in Aachen. Hier ist die Vielseitigkeit integriert in ein Top-Turnier mit Dressur und Springen. Da kann man nicht 60 oder 70 Paare am Start haben. Da waren die rund 30 Paare optimal. Und zu dem Zuschauerandrang in Wiesbadens Gelände erklärte Melzer: Das war unglaublich! Tolles Starterfeld, tolle Atmosphäre – in der Zusammensetzung finde ich es hier in Wiesbaden absolut perfekt.

„Wir sind zufrieden mit unseren Vielseitigkeitsprüfungen hier in Wiesbaden und wir werden sicher bei diesem Konzept bleiben und gerne mit der Event Rider Masters weitermachen.“ – Albert Schäfer, Wiesbadener Reit- und Fahr-Club 

Mit seinen aktuellen Spitzenpferden Quaddeldou R und Guccimo R, aus der eigenen Zucht, startete der 21-Järhige Robiné international durch und kam mit etlichen Medaillen von Deutschen und Europameisterschaften nach Hause, darunter Mannschaftsgold 2016 und 2017. Seit drei Jahren ist Robiné in der Sportfördergruppe der Bundeswehr und der Perspektivgruppe des DOKR. In Wiesbaden wurde er im Rahmen des 83. PfingstTurniers mit dem Goldenen Reitabzeichen geehrt.

Ergebnisse

Preis der Familie Prof. Heicke / Event Rider Masters CCI4*S

Michael Jung (GER) Star Connection 23,4 points
Christopher Burton (AUS) Lawton Chloe 28,3 points
Ingrid Klimke (DER) SAP Hale Bob OLD 28,4
Sarah Cohen (GBR) Treason 29,1 points
Louise Romeike (SWE) Waikiki 30,9 points
Wiliiam Levet AUS) Shannondale Titan 31,2 points

Veronika Dyckerhoff Gedächtnis-Preis / CCi4*-S

Josefa Sommer (GER) Hamilton 36,1 points
Jérome Robinè (GER) Guccimo R Old 46,1 points
Peter Thomsen (GER) Charisma Th 51,0 points
Kai-Steffen Meier (GER) Glücksruf 53,4 points
Katharina Schedel (GER) Carla 58,4 points
Rebecca-Juana Gerken (GER) Sexta Z 91,0 points

Weitere Nachrichten zum 83. Internationalen Pfingstturnier Wiesbaden lesen Sie hier.

Die offizielle Seite des Internationalen Pfingstturnier finden Sie hier.

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!