Wahrnehmung von Kunst und die eigene Kreativität haben stärkende und heilende Wirkungen. Die ehemalige Wiesbadener Tierparkleiterin Ute Kilian engagiert sich für die Verbindung von Natur und Kunst

Im Ruhestand nicht in das berühmte Loch zu fallen – Ute Kilian hat das geschafft. Die ehemalige Leiterin des Wiesbadener Tier- und Pflanzenparks, der Fasanerie, ist seit einigen Monaten Pensionärin und kann sich nun voll und ganz ihrem Faible widmen, das sie schon während ihrer Berufstätigkeit hatte: Kunst und Natur miteinander zu verbinden. Schon als junge Frau schwankte sie zwischen der Entscheidung für ein Kunst- oder ein naturwissenschaftliches Studium und entschied sich dann doch für die Forstwirtschaft. So war Ute Kilian immer eine begeisterte und produktive Künstlerin, die es jetzt genießt, ihre Werke auch der Öffentlichkeit zu präsentieren.

„Die Liebe zum Malen und Gestalten mit und in der Natur hat mich nie losgelassen.“ – Ute Kilian, Künstlerin

Schon zum Abschied aus der Fasanerie stellte sie im Park ihre großformatigen Baumbilder und Keramiken aus. Nun lud sie erstmals auch in ihren großen Garten in Wiesbaden-Rambach ein, um dort inmitten von Bäumen, Stauden und Wildkräutern ihre Bilder und Skulpturen zu zeigen. Viele davon zeigen Bäume in Wiesbadens Wäldern, aber auch auf Reisen hat sich Ute Kilian entsprechende Inspirationen geholt. Besonders bemerkenswert sind ihre Keramikkugeln, mit denen sie Blätter, Rinde und Früchte einzelner Baumarten auf dekorative Weise kreativ kombiniert. Die Verbindung von Kunst und Natur war ihr auch während der Berufstätigkeit als Tier- und Pflanzenparkleiterin immer wichtig: So hat sie oft Kunstkurse für unterschiedliche Zielgruppen in der Fasanerie organisiert, als eine ihrer letzten „Amtshandlungen“ auch noch verschiedene Schautafeln zum Thema (Garten-)Kunst aufstellen lassen.

„Das Wechselspiel zwischen Mensch, Natur und Kultur ist für mich immer eine wichtige Konstante gewesen.“ – Ute Kilian, Künstlerin

Dass die Wahrnehmung von Kunst und die eigene Kreativität stärkende und heilende Wirkungen haben kann, davon ist sie selbst fest überzeugt. Und auch der Schutz der Natur, sowohl direkt vor Ort als auch in der weltweiten Sicht, ist Ute Kilian ein zentrales Anliegen, auf das sie mit ihren Bildern aufmerksam machen möchte. Auch im Ruhestand bleibt die Forstwissenschaftlerin entsprechend aktiv: So wird sie im kommenden Oktober gemeinsam mit dem städtischen Grünflächen- und dem Kulturamt eine Kunstaktion auf einer Fläche im Rambacher Wald veranstalten. Dort sollen Wiesbadener Künstler arbeiten und ausstellen und die Besucher können ihnen dabei zuschauen. Auch hierbei soll sich die Beziehung zwischen Kunst und Natur darstellen. Damit unterstütze man die heimische Kunstszene, die unter Corona-Bedingungen gelitten habe, meint Ute Kilian. Sie sagt: Ich möchte gerne Schulen und andere Jugendgruppen, vielleicht auch „Fridays for Future“, einladen und mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Möglicherweise könne sich die Land-Art-Aktion sogar verstetigen, worüber sich Kilian sehr freuen würde. Klima- und Naturschutz ist das Thema der Zukunft. Man kann es aber auch mit Hoffnung und Zuversicht verbinden – dabei hilft die Kunst.

Bild oben ©2018 Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie finden Sie unter fasanerie.net.

 

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