Zuerst hatten es nur einzelne Kommunen und Städte beschlossen, dann sprang vor einigen Wochen Wiesbaden auf den Zug auf. Im April waren Wiesbadens Kitas beitragsfrei. Das gilt jetzt auch für den Wonnemonat Mai.

Wiesbadens Magistrat hat für Mai die selben Regeln aufgestellt wie für den Monat April. Damit sind die Kitas erneut beitragsfrei. Der Magistratsbeschluss umfasst sowohl städtische Einrichtungen als auch Kindertagesstätten und Grundschulkinderbetreuung in freier Trägerschaft. Ebenfalls ausgesetzt sind die Zahlungen der Beitragsbezuschussung, zum Beispiel die Geschwisterbeitragsreduzierung. Auch für die Inanspruchnahme der Notbetreuung werden wie im April keine Beträge erhoben.

„Angesichts des weiterhin gültigen Betretungsverbots für Kinderbetreuungseinrichtungen ist der erneute Beschluss des Magistrats nur konsequent und richtig.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura

Der vorangegangene Beschluss aus dem vergangenen Monat zur Beitragsaussetzung war für einen Monat begrenzt. So war zum heutigen Zeitpunkt eine erneute Beschlussfassung notwendig – und so wird in ein paar Wochen wieder eine Beschlussfassung notwendig, sollte die Beitragsbefreiung weiter gehen. Aktuell sei dies aufgrund der Unwägbarkeiten um den Zeitpunkt einer Aufhebung des Betretungsverbots beziehungsweise schrittweisen Öffnung der Betreuungseinrichtungen nicht zielführend.

„Wir werden zu gegebener Zeit eine Sitzungsvorlage mit den finanziellen Auswirkungen auf den Weg bringen, um den Beitragserlass für die Eltern final zu beschließen.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura

Aufgrund der jüngsten Verordnung des Landes Hessen haben seit dem 20. April auch berufstätige Alleinerziehende Anspruch auf Notbetreuung. Die Anspruchsberechtigten sollten sich diesbezüglich mit ihrer Kindertagesstätte beziehungsweise Tagespflegeperson in Verbindung setzen; die Antragsformulare wurden entsprechend angepasst. Aktuell erleben wir eine spürbare Zunahme der Inanspruchnahme von Notbetreuung, berichtet der Sozialdezernent. Dies sei jedoch nicht allein auf die Erweiterung der Anspruchsberechtigten um die berufstätigen Alleinerziehenden zurückzuführen. Vielmehr würden zunehmend Eltern Notbetreuung in Anspruch nehmen, die in den letzten fünf Wochen trotz Anspruch noch verzichtet hätten. Zum Wochenstart stieg allein die Zahl der Kinder in der Notbetreuung der Kindertagesstätten von 380 auf 480 Kinder.  

„Wir brauchen für die Kinder, für die Familien, aber auch für die Erzieher dringend einen Fahrplan und damit vor allem eine Perspektive für die Kindertagesstätten.“ – Sozialdezernent Christoph Manjura

In Wiesbaden werde man sich gemeinsam mit den freien Trägern auf mögliche Szenarien vorbereiten. Die Kinder brauchen wieder ihre gewohnte Fürsorge und Kontakte zu Freunden und zu ihren Erzieherinnen und Erziehern. Die Vorteile frühkindlicher Bildung und verlässlicher Betreuung in Kitas und Tagespflege für Kinder und Eltern müssen wieder erlebbar gemacht werden, natürlich bei Berücksichtigung aller Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für die pädagogischen Fachkräfte, fordert der Sozialdezernent abschließend. ∆

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