Seit mittlerweile zwei Jahren werden an ausgewählten Standorten spezielle Elternbildungsangebote in Wiesbadener Kindertagesstätten umgesetzt. Der Fokus liegt dabei auf Stadtteilen mit einem hohen Anteil benachteiligter Familien sowie auf Quartieren ohne direkte Anbindung an Angebote der Kinder-Eltern-Zentren.
Die Konzepte werden gemeinsam von Fachkräften der Elternbildung und dem pädagogischen Personal der Kitas entwickelt und standortbezogen angepasst. Ziel ist insbesondere Familien in Stadtteilen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf frühzeitig zu erreichen und die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft nachhaltig zu stärken.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Durchführung der Angebote direkt in den Kindertagesstätten. Als vertraute Orte senken sie Zugangshürden und erleichtern insbesondere Familien mit erschwertem Zugang zu Bildungsangeboten die Teilnahme. Gleichzeitig wird das gegenseitige Vertrauen gestärkt und das Verständnis für unterschiedliche Lebenssituationen vertieft.
Hervorzuheben sind hierbei der sogenannte „Kita-Einstieg“ sowie das Modell des „Zusammenspiels“, die an mehreren Standorten nachhaltig etabliert wurden. So richtet sich beispielweise der Kita-Einstieg an kleine Gruppen von Kindern mit ihren familiären Bezugspersonen und bietet an mehreren Tagen pro Woche einen behutsamen Zugang zum System Kita. Davon profitieren insbesondere Kinder, die sich in größeren Gruppen zunächst überfordert fühlen oder noch keinen regulären Kita-Platz in Anspruch nehmen. Derzeit wird auch dieses Konzept weiterentwickelt, um auch Kinder mit Inklusionsbedarf systematisch einzubeziehen. In der Praxis zeigt sich, dass dieser Ansatz den Übergang in den Kita-Alltag deutlich erleichtert und Teilhabe stärkt.
Ein weiterer Meilenstein wurde 2024 mit der Einführung einer Kita-Sozialarbeiterstelle in der städtischen Kita „Haus der Bildung und Begegnung“ gesetzt. Ziel war es, Familien – insbesondere neu zugewanderte Familien mit Fluchterfahrung – beim Ankommen im Stadtteil zu unterstützen und frühkindliche Bildung zu fördern. Nach zweijähriger Laufzeit wurde das Modell erfolgreich evaluiert und als wirksam bestätigt.




