Die Knochensubstanz nimmt im Alte ab, viele Ältere leiden unter Osteoporose. Muskeln bauen ab. Schwindelgefühle begleiten den Alltag. Wir Menschen fühlen sich im Alter einfach unsicherer. 

Die Teams aus dem St. Josefs-Hospital Wiesbaden, Unfallchirurgie (JoHo) und dem Otto-Fricke-Krankenhaus, Bad Schwalbach, Geriatrie (OFK) freuen sich über die gemeinsame Auszeichnung als Alterstraumatologisches Zentrum. Das Zertifikat bestätigt eine hohe Qualität bei der Versorgung älterer Menschen mit Verletzungen, insbesondere mit Knochenbrüchen. Im Alterstraumatologischen Zentrum erhalten ältere Patienten ab 70 Jahren aufwärts eine ganzheitliche unfallchirurgische und geriatrische Behandlung. Ziel der fachübergreifenden Zusammenarbeit ist es, die Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten und die Rückkehr in die häusliche Umgebung zu ermöglichen.

„Die Widerstandskraft der Knochen nimmt im Alter ab, sodass bereits durch leichte Stürze oder auch ohne äußeres Ereignis bei Osteoporose Knochenbrüche entstehen können.“ – Dr. Jascha Wiechelt, Chefarzt der Geriatrie des Otto-Fricke Krankenhauses, Bad Schwalbach

In Deutschland stürzt jeder dritte Mensch über 65 Jahren mindestens einmal im Jahr. Das Risiko dadurch einen Knochenbruch zu erleiden, steigt mit zunehmendem Alter an. Betagte Patienten stürzen nicht nur häufiger als jüngere Menschen, sondern haben auch mit anderen Verletzungsfolgen und darüber hinaus mit weiteren Begleiterkrankungen zu kämpfen.

Echte Teamleistung - freuen sich über die Auszeichnung als Alterstraumatologisches Zentrum, von links nach rechts: Chefarzt Dr. Philipp Hartung (WSZ JoHo), Chefarzt Prof. Dr. Marcus Richter (WSZ JoHo), Chefarzt Dr. Michael Schneider (Unfallchirurgie JoHo), Chefarzt Dr. Jascha Wiechelt (OFK Geriatrie), Stationsleitung Mirela Ilas (Station 25, JoHo-OFK), Oberarzt Dr. Philipp Hartmann (Unfallchirurgie JoHo), Pflegedienstleiter Karl Kwiatkowski (OFK), Geschäftsführer Thomas Reckmeyer (JoHo+OFK) (Bild JoHo)

Echte Teamleistung – freuen sich über die Auszeichnung als Alterstraumatologisches Zentrum, von links nach rechts: Chefarzt Dr. Philipp Hartung (WSZ JoHo), Chefarzt Prof. Dr. Marcus Richter (WSZ JoHo), Chefarzt Dr. Michael Schneider (Unfallchirurgie JoHo), Chefarzt Dr. Jascha Wiechelt (OFK Geriatrie), Stationsleitung Mirela Ilas (Station 25, JoHo-OFK), Oberarzt Dr. Philipp Hartmann (Unfallchirurgie JoHo), Pflegedienstleiter Karl Kwiatkowski (OFK), Geschäftsführer Thomas Reckmeyer (JoHo+OFK) (Bild JoHo)

“Wir sehen häufig, dass ein notwendiger Krankenhausaufenthalt für viele Betroffene ein Wendepunkt in ihrem Leben ist.“ – Dr. Jascha Wiechelt, Chefarzt der Geriatrie des Otto-Fricke Krankenhauses, Bad Schwalbach

Kamen Patienten vor einem Krankenhausaufenthalt noch gut mit den Widrigkeiten des Alltags bzw. des Alters zurecht, drohen durch längere Bettlägerigkeit plötzlich dauerhafte Einschränkungen der Selbstständigkeit und schlimmstenfalls sogar Pflegebedürftigkeit mit Umzug in ein Pflegeheim. „Damit betagte Patienten nach einem Sturz wieder auf die Beine kommen und keine dauerhafte Einschränkung eintritt, ist sofortiges Handeln gefragt. Je schneller der Patient umfassend behandelt, operiert und abgestimmt mobilisiert wird, desto besser sind seine Chancen auf eine vollständige Genesung“, erläutern Dr. Jascha Wiechelt, Chefarzt der Geriatrie des Otto-Fricke Krankenhauses, Bad SchwalbachDr. Michael Schneider, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Ellenbogenchirurgie im JoHo Wiesbaden, und OFK-Pflegedienstleiter Karl Kwiatkowski, – die Leitung und die Spezialisten des ATZ. Bereits präoperativ müssen die besonderen medizinischen Belange des betagten Patienten erkannt werden und Beachtung finden, um das große Ziel, den Erhalt der Selbstständigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe, zu erreichen.

„Patienten mit einem Mindestalter von 70 Jahren, die in einem Alterstraumatologischen Zentrum behandelt werden, haben einen der fünf folgenden Knochenbrüche erlitten: Hüftfrakturen, wie z.B. Oberschenkelhalsbruch, Frakturen des Oberarms, Frakturen an Endoprothesen oder Implantaten.“ – Dr. Michael Schneider, Chefarzt

Kern der Behandlungsempfehlungen zur Versorgung von Knochenbrüchen älterer Patienten von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist eine gute multiprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgen und Geriatern. Genau an diesem Punkt setzt ein Alterstraumatologisches Zentrum an, indem es das benötigte Wissen und Können beider Fachrichtungen bündelt und somit dem geriatrischen, unfallchirurgischen Patienten eine qualitativ hochwertige Versorgung ermöglicht. Zudem stehen dabei auch präventive, rehabilitative und soziale Fragen im Fokus, welche eine enge Zusammenarbeit vieler speziell geschulter Berufsgruppen voraussetzt. Das multiprofessionelle Team besteht aus Medizin, Krankenpflege, Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Sozialdienst, Ernährungsberatung und Seelsorge.

Bereits heute werden über 600 Patienten im Jahr im JoHo Wiesbaden behandelt, die eine dieser fünf oben genannten Diagnosen aufweisen. Damit verfügt der JoHo-Verbund über eines der größten alterstraumatologischen Zentren in Hessen und Rhein-Main.“ –   Chefarzt Dr. Michael Schneider.

Die hohen Anforderungen an ein solches Zentrum beinhalten u.a. die Versorgung eines Knochenbruchs entsprechend den Leitlinien der Fachgesellschaften, wenn nötig innerhalb von 24 Stunden, die Behandlung durch ein multiprofessionelles Team nach genau festgelegten Therapiestandards und die Versorgung alterstypischer Begleiterkrankungen, eine angepasste Schmerztherapie sowie die Anwendung spezieller schonender OP-Techniken, die eine unmittelbare Vollbelastung nach der Operation erlauben. Außerdem sollte eine intensive (Früh-)Rehabilitation unmittelbar nach der Operation erfolgen.

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