In der DDR war er evangelisch-lutherischer Pastor. Nach der Wiedervereinigung wurde Joachim Gauck am  18. März 2012 als parteiloser Politiker zum Bundespräsident gewählt.

Ministerpräsident Volker Bouffier verleiht dem früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck die höchste Auszeichnung des Landes Hessen: Am 1. Dezember, dem Verfassungstag des Landes Hessen, erhält der 78-Jährige in Wiesbaden die Wilhelm Leuschner-Medaille.

Mit Joachim Gauck ehrt das Land Hessen einen aufrechten Demokraten und großen Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland, der sich um Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit verdient gemacht hat.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Der ehemalige Bundespräsident ist ein großer und mutiger Kämpfer für die Freiheit. Die Freiheit ist das Leitmotiv, das sein Handeln bestimmt. Gerade in der momentanen politischen und gesellschaftlichen Situation, in der Populisten und Demagogen die Freiheit und unser demokratisches System bedrohen, seien Gaucks Worte und sein Eintreten für die Freiheit aktueller denn je, begründet Bouffier

„Gaucks Maxime ist, die Freiheit in der Freiheit zu entwickeln –  so hat er es in einer Rede anlässlich des Tags der Deutschen Einheit selbst formuliert.“ – Ministerpräsident

Der frühere Beauftragte für die Stasi-Unterlagen und elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland habe sich als Repräsentant der Kirche und der Politik stets mit Leidenschaft und Nachdruck für die Grundwerte unserer Verfassung eingesetzt, betonte Bouffier weiter. Als evangelisch-lutherischer Pastor sei Joachim Gaucks Überzeugung nicht nur vom festen Glauben getragen, sondern auch stets an den Freiheitsgedanken geknüpft.

„Euer Hass ist unser Ansporn.“ „Treffender hätte man das entschiedene Eintreten gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus nicht aussprechen können.“ – Joachim Gauck, Bundepräsident a. D.

Gauck habe als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik wichtige Impulse gegeben, Verantwortung übernommen und maßgeblich zur Gestaltung von Staat und Gesellschaft beigetragen, wann immer sein Wort gefragt war oder er die Notwendigkeit sah, sich zu Wort zu melden. Er ist ein würdiger Träger der Wilhelm Leuschner-Medaille, so Bouffier abschließen.

Hintergrund

Die Medaille wurde vom ehemaligen Ministerpräsidenten Georg August Zinn am 29. September 1964, dem 20. Todestag Wilhelm Leuschners, gestiftet. Die Auszeichnung geht an Menschen, die sich beispielhaft und nachhaltig für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben.

Unter den Preisträgern der Wilhelm Leuschner-Medaille befinden sich Persönlichkeiten wie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die erste weibliche Bundesministerin Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, der Philosoph Professor Jürgen Habermas, der Erfinder des Computers Konrad Zuse oder der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Erster Preisträger war im Jahr 1965 der ehemalige Staatsminister des Innern und frühere Landtagspräsident Heinrich Zinnkann.

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