Der Ärger um den Impfstoff Astrazeneca verlangsamt das Impftempo auch in Wiesbaden. Fallen gelassene Termine bremsen Land, Stadt und Ärzte aus.

25 Prozent der Impftermine mit Astrazeneca würden links liegen gelassen, hieß es letzte Woche. An der hervorragenden Arbeit im Rhein-Main Congress-Centrum ändert sich dadurch nichts. Der Betrieb des Impfzentrums laufe hervorragend, es sei das Rückgrat der Wiesbadener Impfkampagne. Wie die Impfmaschinerie inzwischen ineinander greife und wie sich um die Menschen, die zum Impfen kommen, gekümmert werde sei großartig, so Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende am Montag im Rahmen der 100. Sitzung des Wiesbadener Krisenstabs. 417 Tage sind vergangen, seit dem der erste Corona-Fall in Wiesbaden nachgewiesen wurde. Knapp vier Monate, seit dem das Impfzentrum im RMCC eingerichtet ist.

„Ich möchte mich bei allen bedanken, die hier daran mitarbeiten, Gesundheit und Sicherheit in dieser schwierigen Zeit zu schützen. Das schließt alle Mitarbeitenden der Feuerwehr, Sicherheitsbehörden, Rettungsdiensten, Bundeswehr und des RMCC ein.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat das Impfzentrum im Dezember vergangenen Jahres mit acht Impfstraßen in kurzer Zeit aus dem Nichts hochgezogen. Seit dem 17. Dezember steht es bereits, um am Tag bis zu 1500 Personen zu impfen. Ab dem 27. Dezember kamen die ersten Impfdosen in Wiesbaden an. Die Mitarbeiter haben seit Januar jeden Samstag, Sonntag und Feiertag parat gestanden und geimpft. Viel Zeit verbringen Sie damit, den Mangel verwalten zu müssen, weil der Impfstoff später, in kleineren Mengen oder gar nicht kommt. Unter Volllast ist das Impfzentrum im RMCC bislang nicht gelaufen, so Oberbürgermeister Mende und Bürgermeister Dr. Franz. Das läge daran, weil bisher keine ausreichende Mengen an Impfstoff zur Verfügung gestanden hätten.

 „Was wir organisieren können, organisieren wir im Sinne der Betroffenen so gut und effektiv wie möglich.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Dr. Oliver Franz.

Inzwischen wurden in Wiesbaden mehr als 45000 Personen geimpft. 24000 davon haben bereits die Zweitimpfung erhalten. Impfungen mit BioNTech hat es mehr als 53000, mit AstraZeneca mehr als 15000 und mit Moderna mehr als 2400. Bislang ist noch keine Dosis Impfstoff verworfen werden. Täglich sind mehr als 180 Mitarbeitende im Impfzentrum im Einsatz – vom Sicherheitsdienst über die Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr bis zum Arzt. Die Koste dafür sind immens. Genaue Zahlen liegen nicht vor. Ein siebenstelliger Betrag kommt bei dem genannten Aufgebot plus Miete schnell zusammen.

„Wir haben bisher nahezu ausschließlich positive Rückmeldungen von den Geimpften bekommen.“ – Marc Dieroff vom Gesundheitsamt und Andreas Kleber, Abteilungsleiter Katastrophenschutz bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden

Im Impfzentrum in der Halle Nord des RMCC stehen insgesamt acht Impfstraßen zur Verfügung. Nach einem Temperaturscan werden Impfwillige am Empfangs-Desk begrüßt und eingewiesen. Jede Impfstraße besitzt eine separate Anmeldung, einen Wartebereich und je vier Impfkabinen. Nachdem die Anmeldung erfolgt ist, kann der Impfling selbst entscheiden, ob er eine Aufklärung durch einen approbierten Humanmediziner haben möchte oder nicht. Geimpft wird er dann in einer der vier Kabinen. Frisch geimpften Bürger sollten sich nach der Impfung für einen kurzen Moment in den Beobachtungsbereich begeben und erst nach einer Ruhezeit das Impfzentrum verlassen. So begegnen sie möglichen Impfreaktionen frühzeitig. Für medizinische Notfälle ist Rettungsfachpersonal mit entsprechender Ausrüstung vor Ort.

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