Kalifornien will nur noch Elektro-Nutzfahrzeuge neu zulassen. Hyundai liefert erste Brennstoffzellen-LKW nach Europa. Und Wiesbadens Entsorgungsbetriebe ELW werden emissionsfrei.

Als umweltbewusstes Unternehmen tragen die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) ihren Teil dazu bei, auch die Luft in Wiesbaden und der Region sauber zu halten. Ein wichtiger Faktor dabei ist der eigene Fuhrpark. Natürlich sind die ELW-Nutzfahrzeuge nach dem Stand der Technik schadstoffarm. Sie fahren aber mit Diesel – was nicht unbedingt zukunftsweisen ist. Der Eigenbetrieb beschäftigt sich daher gedanklich bereits mit alternativen Antrieben in Richtung Null-Emission.

Datenerhebung

Seit zwei Wochen fährt ein weißer Müllwagen mit dem fremdem Kennzeichen „OHZ“ durch die Stadt. Es ist kein herkömmlicher Müllwagen. Der Wagen aus Osterholz-Scharmbeck ist voll gestopft mit Technik und Sensoren und im Fahrzeug selbst sitzen Mitarbeitern der ELW. Und nein, der Wagen wird nicht von einer Brennstoffzelle oder mit Strom angetrieben. Es handelt sich dabei um einen traditionellen Müllwagen mit Dieselmotor. Seine Aufgabe ist es, im laufenden Betrieb Messwerte zu erfassen und zu speichern: Wie oft und wie lange hält der Wagen und fährt wieder an? Welche Drehmomente und Leistungen werden gebraucht –  in den flachen wie in hügeligen Stadtteilen von Wiesbaden? Aus den Daten kann der Hersteller ein Wasserstoff-Antriebskonzept erarbeiten, das auf die speziellen Wiesbadener Anforderungen optimal abgestimmt ist.

Suche nach dem passenden Antrieb

Angestoßen werden solche Ideen von der Arbeitsgruppe Alternative Antriebe. Sie wurde vom ELW-Bereich Logistik ins Leben gerufen und beschäftigt sich mit der Frage, wie in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein Großteil der ELW-Nutzfahrzeuge emissionsfrei unterwegs sein können. Ganz bewusst gehen diese Gedanken in mehrere Richtungen gleichzeitig. Es muss nämlich kein Elektroantrieb sein, dessen schwere Batterien die Nutzlast einschränken. Bei der Abfallsammlung könnte zum Beispiel ein wasserstoffbasierter Antrieb mit Brennstoffzellen die beste Lösung sein.

Landes-Energie-Agentur Hessen

Unterstützt werden die ELW von LEA, der Landes-Energie-Agentur Hessen, sowie vom Ingenieurbüro EMCEL. Sie koordinieren die Feldversuche, unterstützen den Erfahrungsaustausch und vermitteln Förderprogramme, die den Umstieg in Richtung Zero Emission finanzierbar machen.

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Die offizielle Internetseite der Landesagentur finden Sie unter landesenergieagentur-hessen.de.

 

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