Die Berliner Mauer galt über 28 Jahre als das Symbol der deutschen Teilung . Jeder verbindet andere Erinnerungen damit. Seit dem 9. November 1989 ist sie Geschichte – wie die Diktatur.

Es war der Freiheitswille mutiger Menschen im Osten Deutschlands, der den Weg zur deutschen Einheit ebnete. Sie überwanden ihre Angst, gingen auf die Straße und besiegten die menschenverachtende Diktatur des Regimes friedlich. Die Wiedervereinigung jährt sich 2020 zum 30. Mal. Um die Erinnerung daran wach zu halten, eröffnete der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, am frühen Freitagnachmittaf die Plakatausstellung Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit auf dem Wiesbadener Kranzplatz. Dabei lobte er einen Fotowettbewerb zur Wiedervereinigung aus. Eine Chance zurückzublicken und Momente zu teilen.

„Seit 30 Jahren leben wir in einem wiedervereinten Land. Dieses große Glück haben wir den Menschen in Ostdeutschland zu verdanken. Sie haben ihr Schicksal entschlossen in die eigenen Hände genommen. Auf den Straßen im Osten haben sie mit Worten um ihre Freiheit gekämpft, nicht mit Waffen. Als Gemeinschaft, getragen vom Mut jedes Einzelnen, formierten sie sich zur friedlichen Revolution und brachten mit der Macht des Volkes die Diktatur zum Einsturz. Wir dürfen niemals aufhören, daran zu erinnern.“ – Axel Wintermeyer, Staatskanzleichef

Welches Unrecht und Leid mit der DDR-Diktatur für die Menschen in Ostdeutschland verbunden war, davon erzählten Berthold Dücker und Jürgen May, die als Zeitzeugen zur Ausstellungseröffnung eingeladen waren. Berthold Dücker, der nach der Wiedervereinigung fast 17 Jahre als Chefredakteur der Südthüringer Zeitung arbeitete und sich noch heute unermüdlich für die Aufarbeitung der SED-Diktatur einsetzt, war 16 Jahre alt, als er in die Bundesrepublik floh. Er durchschnitt mit einer Kneifzange den Stacheldraht und überwand das Minenfeld an der innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Hessen. Sein erster Aufenthaltsort war das Flüchtlingslager in Gießen. Jürgen May war ein erfolgreicher Leichtathlet und zwischen 1962 und 1966 mehrfacher DDR-Meister, deutscher Meister, Europarekord- und Weltrekordhalter im Mittelstrecken-, Langstrecken und Hindernislauf. Er versteckte sich 1967 im Kofferraum eines Cadillacs, der in die Bundesrepublik einreiste. Seine sportliche Laufbahn setzte er bis nach den Olympischen Spielen 1972 fort. Zuletzt war May als Amtsleiter für Bildung, Kultur und Sport im Main-Kinzig-Kreis tätig.

„Weil es nicht reicht, auf die Geschichtsbücher zu verweisen, zeigt Hessen ab heute diese Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Sie wirft ein Schlaglicht auf die Jahre 1989/90 und zeigt den Protest gegen die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen, die Fluchtbewegung im Sommer und die Massenproteste im Herbst. – Axel Wintermeyer, Staatskanzleichef

Deutschland hätte vor 30 Jahren die Teilung der beiden deutschen Staaten überwunden und wir dürften nicht vergessen: Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich – das gelte auch heute noch. Wir leben in einer Zeit, in der neue Mauern, auch in den Köpfen, errichtet werden und der Wunsch besteht, sich abzuschotten. Aus unserer eigenen Geschichte heraus dürften wir niemals gleichgültig gegenüber totalitären Regimen sein. Es sei unsere Pflicht, sich für ein ein Leben in Frieden und Freiheit einsetzen. Auch daran möchte Hessen erinnern – Zusammen mit den Bürgern Hessens.

„Schicken Sie uns Ihre Fotos, mit denen Sie persönlich die Themen Mauerfall, Deutsche Einheit und die ersten Jahre im wiedervereinigten Deutschland verbinden. Die besten Fotos wollen wir in Verbindung mit der zweiten Ausstellung ‚Umbruch Ost – Lebenswelten im Wandel‘ Ende September am Kranzplatz ausstellen.“ – Axel Wintermeyer, Staatskanzleichef

30 Jahre Deutsche Einheit: Das ist für die Hessische Staatskanzlei ein denkwürdiger Anlass, um zurückzublicken. Auf mutige Menschen, die nach Freiheit strebten und die Mauer zu Fall brachten. Auf Menschen aus Ost und West, die mit Tränen in den Augen die Wiedervereinigung feierten. Auf ihre gemeinsamen Begegnungen in den ersten Jahren im vereinten Deutschland. Schicken Sie uns ihre persönlichen Erinnerungsbilder, die Sie mit den Themen Mauerfall, Deutsche Einheit und den ersten Jahren danach verbinden. Aus den eingesendeten Fotos werden Collagen erstellt, die in einer zweiten Ausstellung Ende September auf dem Wiesbadener Kranzplatz gezeigt werden. Mit der Einsendung versichern Sie, dass die Bildrechte bei Ihnen liegen und die Fotos für die Ausstellung genutzt werden dürfen. Eine unabhängige Jury wird die eindrücklichsten Fotos auswählen.

Mitmachen und Bilder einreichen

Schicken Sie die Bilder per Post an die Hessische Staatskanzlei, z.Hd. Daniela Georgi, Referat PV 32, Georg-August-Zinn-Straße 1, 65183 Wiesbaden, oder per Mail an veranstaltungen@stk.hessen.de. Fotos, die uns auf dem Postweg erreichen, werden den Einsendern nach Beginn der Ausstellung wieder zurückgeschickt. Einsendeschluss ist der 28. August.

Zu Gewinnen gibt es

Unter den besten fünf Einsendungen verlost die Hessische Staatskanzlei wahlweise jeweils für zwei Personen (1)  eine exklusive Führung durch die Wiesbadener Dienstvilla des Hessischen Ministerpräsidenten inklusive eines Treffens mit Volker Bouffier. Oder, (2) Gutscheine für ein Wochenende in Wiesbaden Wiesbaden erleben inklusive Übernachtung in einem Town-Hotel für zwei Personen, Frühstück, Wiesbaden Card, Eintritt ins Stadtmuseum und anderes.

Außerdem verschenkt die Hessische Staatskanzlei Fotobände: Spurensuche entlang der Grenze, hrsgegeben von der Hessischen Staatskanzlei, Wiesbaden 2019.

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Die offizielle Internetseite zu der Ausstellung Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit finden Sie unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de.

 

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