Hessen ausgezeichnet: Drei Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und zwei Hessische Verdienstorden gehen nach Florstadt, Reiskirchen, Frankfurt und Lich sowie ins Biebertal.

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Donnerstag Helga Furnari aus Frankfurt, Dr. Sibylle Starzacher aus Lich und Karl-Heinz Funck aus Biebertal den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland übergeben sowie Rosemarie Schmidt aus Reiskirchen und Rolf Lutz aus Florstadt mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet

„Die Geehrten haben Vorbildliches für das Gemeinwohl geleistet und wichtige Aufgaben übernommen – und das, ohne eine Gegenleistung zu erwarten Ehrenamtliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“ –Ministerpräsident Volker Bouffier

Rosemarie Schmidt aus Reiskirchen im Landkreis Gießen erhält den Hessischen Verdienstorden für ihr vielfältiges und vorbildliches Wirken im Vereins- und Gemeindewesen. Sie hat sich über viele Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich für die Allgemeinheit eingesetzt. „Rosemarie Schmidt ist auf allen Veranstaltungen sämtlicher Ortsvereine anzutreffen. Mit ihrer freundlichen Art und ihrer Offenheit trägt sie sehr zu einem dörflichen Zusammenhalt bei“, sagte der Ministerpräsident. 1991 wurde Schmidt bereits der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen. Seit 1956 ist die heute 77-Jährige aktives Mitglied des Gesangvereins Eintracht Hattenrod. Seit mehr als fünf Jahrzehnten übt sie dort ehrenamtliche Vorstandstätigkeiten aus. Momentan ist sie stellvertretende Kassenwartin.  Die Reiskirchenerin organisierte Vereinsausflüge, Theaterbesuche oder Infoveranstaltungen und kümmerte sich auch hier vor allem um die älteren Mitglieder.

„Rosemarie Schmidt besucht regelmäßig die älteren, meist gehbehinderten und an das Haus gebundenen Vereinsmitglieder und gibt ihnen das bedeutsame Gefühl, dazuzugehören.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Seit 1975 ist Schmidt auch Mitglied im Sportverein Hattenrod und zählt zu den Gründungsmitgliedern der Gymnastikabteilung. „Trotz der anfänglichen vereinsinternen Skepsis gegenüber der Neugründung einer solchen Sparte, traten schließlich 43 Frauen der neuen Abteilung bei, die von Schmidt in persönlichen Hausbesuchen geworben wurden“, berichtete der Ministerpräsident. Darüber hinaus engagierte sie sich fünf Jahre lang als ehrenamtliche Helferin im Demenz-Café der Gemeinde Reiskirchen

„Rolf Lutz setzt sich seit mehr als 50 Jahren ehrenamtlich im sportlichen Bereich ein.“  Ministerpräsident Volker Bouffier

Rolf Lutz aus Florstadt im Wetteraukreis hat sich in herausragender Weise über etliche Jahre zum Wohle der Gemeinschaft eingesetzt. „Den Hessischen Verdienstorden erhält er für sein Lebenswerk“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. Lutz studierte Lehramt mit dem Abschluss der Lehrbefähigung für Grund-, Haupt- und Realschulen. „Schon während seines Studiums entwickelte er ein erstaunliches Engagement, das bis heute fortbesteht“, lobte der Ministerpräsident. Von 1968 bis 1978 war der heute 79-Jährige als Schulleiter in Florstadt-Stammheim tätig. Von 1978 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst im Jahr 2000 war Rolf Lutz Rektor an der Saalburgschule in Bad Vilbel. Hier setzte er sich maßgeblich für die Einführung der „Aktiven Spielpause“ ein, organisierte muttersprachlichen Unterricht für Türken, Italiener, Griechen, Serben, Kroaten und Spanier und führte Deutschkurse für türkische Frauen ein.

Seit 2000 kümmert sich Litz im Hessischen Turnverband um den Aufbau eines Archivs für den Turngau Wetterau-Vogelsberg und leitete 2012 den Aufbau einer historisch geprägten Ausstellung aus Anlass des Landesturnfestes in Friedberg.

Von 1962 bis 1976 war Lutz im Vorstand der Hessischen Sportjugend aktiv. Er war 21 Jahre lang Mitglied des Präsidiums des Landessportbundes. Ab 2004 folgte die Vorsitzendentätigkeit beim Sportkreis Wetterau für vier Jahre. Ab 1970 war er zudem neun Jahre lang Mitglied des Vorstandes der Deutschen Sportjugend. Lutz war in den Jahren von 1985 bis 2000 Mitglied des Vorstandes des Hessischen Fußballverbandes. Während dieser Zeit organisierte er internationale Jugendbegegnungen und war unter anderem verantwortlich für die Pressearbeit. In der Redaktion des „Hessen-Fußball“ arbeitet er seit 1970 mit und ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des Ehrenrates des Hessischen Fußballverbandes.

Er bietet regelmäßig Führungen durch das alte Dorf an und und orgnisiert das „Erzählcafé“ zur Stammheimer Geschichte.

„Daneben hat sich Lutz immer auch für die Stadt Florstadt eingesetzt. So ist er nicht nur als stellvertretender Leiter des Stadtarchivs aktiv, er wurde 2004 vom Magistrat offiziell zum ehrenamtlichen Vereinsberater ernannt“, berichtete der Ministerpräsident. Darüber hinaus leitet Lutz den Arbeitskreis „Dorfgeschichte Stammheim“, einem Florstadter Stadtteil, bei dem er regelmäßig Führungen durch das alte Dorf anbietet und das „Erzählcafé“ zur Stammheimer Geschichte organisiert. Die Mitgliedschaft bei der „Bürgerhilfe“, die sich vor allem mit den Themen Nachbarschaftshilfe und Hilfe für Flüchtlinge beschäftigt, gehört ebenso zu den Tätigkeitsfeldern des Geehrten, wie die seit 1968 bestehende Mitgliedschaft der Arbeiterwohlfahrt, wo er derzeit im Vorstand ist und viele Jahre zuvor als Kassenwart tätig war.

„Dr. Sibylle Starzacher engagiert sich vorbildlich im kulturellen und sozialen Bereich.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Dr. Sibylle Starzacher aus Lich im Landkreis Gießen wurde von Ministerpräsident Bouffier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Starzacher war bis 2015 als Fachärztin für Allgemeinmedizin tätig. Zur Kindergarten- und Schulzeit ihrer Kinder war sie im Elternbeirat aktiv, teilweise auch als Vorsitzende. 1984 wurde der Verein der Freunde und Förderer der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich gegründet, dessen Vorsitzende Dr. Sibylle Starzacher bis 1992 war. Danach fungierte sie noch einige Jahre als Beisitzerin im Vorstand.

„Sie ist im Landesverband Hessen als besonders zuverlässig, empathisch und engagiert bekannt und hat für die Bedürfnisse der Multiple-Sklerose-Betroffenen stets ein offenes Ohr.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Auch kommunalpolitisch engagierte sich die heute 72-Jährige: Sie gehörte von 2001 bis 2016 als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lich an und stand in dieser Zeit dem Ausschuss für Sport, Kultur, Fremdenverkehr und Soziales vor. In der Zeit von 2001 bis 2007 war sie im Ortsbeirat Langsdorf politisch aktiv und war im Anschluss daran neun Jahre lang Mitglied des Bildungsbeirates der Stadt Lich. Von 2006 bis 2008 gehörte sie dem Zonta Club Burg Staufenberg-Gießen als Präsidentin an. 2008 wurde der Förderverein Bibliothek Lich gegründet. Seitdem steht Dr. Sybille Starzacher dem Verein als Vorsitzende vor. Oberstes Ziel des Vereins ist die Unterstützung des Betriebes der Stadtbibliothek.

Dr. Sibylle Starzacher ist regelmäßig an mehreren Tagen der Woche in der Bibliothek präsent und unterstützt die Bibliothekarin in deren Arbeit.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier.

Zudem hat Starzacher die Gründung und den Aufbau der neuen Stadtbibliothek Lich, die im Jahr 2011 eröffnet wurde, maßgeblich vorangetrieben und geprägt. Darüber hinaus fungiert Dr. Sibylle Starzacher seit 2008 als Stiftungsbeiratsvorsitzende der Langsdorfer Stiftung. Diese unterstützt verschiedene Projekte, zum Beispiel an der Grundschule Langsdorf. In den Landesverband Hessen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft wurde Dr. Sibylle Starzacher im Jahr 2015 als Beisitzerin in den geschäftsführenden Vorstand berufen. Im Jahr 2013 wurde Dr. Sibylle Starzacher bereits der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen.

„Karl-Heinz Funck hat sich im Landkreis Gießen im kommunalpolitischen Bereich engagiert und setzt sich in der Arbeitsgemeinschaft Rauschmittelprobleme für die Belange süchtiger oder suchtgefährdeter Menschen ein.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Karl-Heinz Funck aus Biebertal im Landkreis Gießen bekam von Ministerpräsident Bouffier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Karl-Heinz Funck war zuletzt bei der Stadt Gießen angestellt, unter anderem als Abfallwirtschaftsberater. Er ging im Jahr 2009 in den Ruhestand.

„Karl-Heinz Funck setzt sich vor allem in der Konferenz der Kreistagsvorsitzenden und im Präsidium für die Belange und Rechte der ehrenamtlichen Parlamentarier in den Kreistagen ein.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Funck hat sich im kommunalpolitischen Bereich engagiert: Er gehört seit 1979 dem Gießener Kreistag an. Er war von 1993 bis 2001 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion und ist seit 2011 Kreistagsvorsitzender, nachdem er bereits 14 Jahre lang dessen Stellvertretung inne hatte. Aufgrund seiner Funktion als Kreistagsvorsitzender ist Funck Mitglied der unter dem Dach des Hessischen Landkreistages organisierten Konferenz der Kreistagsvorsitzenden sowie stimmberechtigtes Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Bezirksversammlung Mitte. Darüber hinaus ist er seit 2011 gewähltes Mitglied im Präsidium des Hessischen Landkreistages.

Funck engagiert sich darüber hinaus auch im sozialen Bereich. Der 73-Jährige ist seit 1979 Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Rauschmittelprobleme, dem Träger des heutigen Suchthilfezentrums Gießen. „In dieser Funktion macht er sich vor allem in schwierigen wirtschaftlichen Situationen sehr verdient, aber auch in kontroversen fachlichen Diskussionen“, sagte der Ministerpräsident anerkennend.

Helga Furnari hat sich große Verdienste über einen Zeitraum von mehr als 21 Jahren bei der vorbildlichen Pflege ihres Sohnes und ihrer Tochter erworben“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Helga Furnari aus Frankfurt am Main erhielt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Helga Furnari ist seit 1993 mit ihrem Mann Enzo verheiratet. Sohn Daniele wurde im Jahr 1995 mit einem offenen Rücken geboren. Er ist schwerstbehindert und pflegebedürftig, auf einen Rollstuhl angewiesen und bedarf der Aufsicht sowie Hilfe bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens. „Durch ihren unermüdlichen Einsatz ist es Furnari gelungen, für ihren Sohn Behandlungen in diversen Kliniken durchzusetzen und ihm den Besuch der Ernst-Reuter-Schule, einer integrierten Gesamtschule in Frankfurt am Main, zu ermöglichen“, sagte der Ministerpräsident. Daniele Furnari ist geistig fit, leidet aber unter einer Lernschwäche. Seit dem Jahr 2012 ist er von montags bis freitags im Internat der Beruflichen Schulen in Hochheim am Main untergebracht. In Abstimmung mit den Eltern wird Daniele Furnari darauf vorbereitet, seine Zukunft weitestgehend selbständig und selbstbestimmt leben zu können.

„Helga Furnari war und ist bestrebt, für ihre Tochter ein möglichst normales und selbstbestimmtes Leben auszurichten und fördert sie nach ihren individuellen Fähigkeiten.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Furnaris Tochter Laura kam im Jahr 2000 auf die Welt. Sie leidet seit ihrer Geburt am Prader-Willi-Syndrom (PWS), ist schwer­behindert, pflegebedürftig und geistig beeinträchtigt. Ebenso ist ihre motorische Entwicklung verzögert. Laura Furnari besucht die Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt am Main, eine integrierte Gesamtschule mit inklusiver Beschulung und Ganztagsbetreuung. „Helga Furnari war und ist bestrebt, für ihre Tochter ein möglichst normales und selbstbestimmtes Leben auszurichten und fördert sie nach ihren individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Neigungen entsprechend. Helga Furnari leistet eine beispielhafte häusliche Pflege ohne Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes“, sagte Ministerpräsident Bouffier anerkennend. Unterstützung erhielt die heute 49-Jährige durch ihre Schwiegermutter. Der Ehemann, der einen eigenen Elektromeisterbetrieb leitet, ist in die Pflege der Kinder eingebunden. Im Jahr 2014 wurde die Frankfurterin für ihren Einsatz um die jahrzehntelange Pflege ihrer Kinder bereits mit der Pflegemedaille des Landes Hessen ausgezeichnet.

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