Wiesbaden gedenkt der Opfer von Hanau. Sechs Jahre danach bleibt die Mahnung: Demokratie schützen, Hass bekämpfen, Verantwortung übernehmen.
Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau steht Wiesbaden still – und spricht zugleich mit klarer Stimme. In der Staatskanzlei erinnert Ministerpräsident Boris Rhein an die Opfer, benennt das Leid und fordert Konsequenz. „Sechs Jahre sind seit dem Gewaltakt in Hanau vergangen, doch die Wunden sind noch immer nicht verheilt“, sagt er am Donnerstag. Seine Worte tragen Trauer – und sie tragen Auftrag.
Erinnerung, die verpflichtet
Der Regierungschef lässt keinen Zweifel daran, dass das Land Hessen die Tat nicht verblassen lässt. „Das unfassbare Leid, das der feige, rassistische Täter über Familien und Freunde gebracht hat, darf niemals in Vergessenheit geraten.“ Rhein spricht von Verantwortung, von Wachsamkeit, von einer Demokratie, die sich nicht wegduckt.
Er betont, das Mitgefühl gelte den Angehörigen, die ihre Liebsten verloren haben, und allen, die bis heute mit den Folgen leben. Das Gedenken bleibe Teil der gemeinsamen Erinnerungskultur. Es sei kein Ritual, das man abhakt. Es sei eine Verpflichtung, die man lebt.
Gegen Hass, für Haltung
Die Landesregierung wolle das Gedenken lebendig halten und zugleich den Einsatz gegen Rassismus, Extremismus und Menschenfeindlichkeit fortsetzen. „Das Erinnern ist mehr als nur Rückschau, es ist Auftrag und Verpflichtung zugleich“, sagt Rhein. Wer die Opfer ehre, müsse handeln. Wer trauere, müsse Haltung zeigen.
Die Botschaft richtet sich an die Stadtgesellschaft – und darüber hinaus. Demokratie, so klingt es an diesem Tag, entsteht nicht im Stillstand. Sie wächst im Widerspruch gegen Hass, sie stärkt sich im Zusammenhalt. „Nur wenn wir uns geschlossen gegen Hass und Hetze stellen, können wir solchen Taten entgegentreten“, mahnt der Ministerpräsident.
Hanau als Teil der gemeinsamen Geschichte
Der Anschlag von Hanau hat sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Namen, Gesichter, Biografien – sie stehen für Menschen, die fehlten, die fehlen. Das Gedenken schafft Raum für Trauer, aber auch für Selbstprüfung.
Wiesbaden setzt dabei ein Signal: Erinnerung bleibt nicht abstrakt. Sie wird ausgesprochen, sie wird geteilt, sie wird weitergetragen. Sechs Jahre danach bleibt klar: Die Opfer von Hanau mahnen. Und diese Mahnung gilt jeden Tag.
Foto – Portrait Boris Rhein ©2024 Staatskanzlei
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