Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung. Wir haben in acht Kreisen einen Inzidenz eine Zahl von über 100. Wir haben Kreisen mit Werten von 45, aber auch Kreise mit mehr als 170: „Die dritte Welle ist da“.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier trat am Donnerstagnachmittag nach der Sitzung des Corona-Kabinett vor die Medien und erklärte, dass es angesicht der steigenden Inzidenzzahlen vorerst keine weiteren Öffnungsschritte geben werde. In Deutschland hersche aktuell ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen. Die Zahlen machen deutlich, dass eine dritte Corona-Welle unterwegs sei

„Für uns hat es nun oberste Priorität, die nahende dritte Welle der Infektionen möglichst flach zu halten.Nur so können wir die Krise adäquat bewältigen, nur so hält unser Gesundheitssystem weiter stand. Auch in Hessen liegt die landesweite Inzidenz seit heute über 100. Für uns war immer klar, dass wir bei diesem Wert reagieren müssen. Vor diesem Hintergrund können weitere Lockerungen für uns derzeit nicht in Betracht kommen.“Ministerpräsident Volker Bouffier

Im Mittelpunkt der heutigen Beratungen stand der weitere Schulbetrieb in Hessen. Das aktuelle Pandemiegeschehen mache es leider unmöglich, weitere Schüler noch vor den Osterferien zurück in die Schulen zu holen, so Bouffier. Der vorsichtige Einstieg in den Wechselunterricht sei für alle Betroffenen, für Kinder, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer ein Hoffnungsschimmer gewesen, wieder ein Stück in einen normaleren Alltag zurückkehren zu können. Doch es war immer klar: Das geht nur, wenn es das Pandemiegeschehen zulässt. In der momentanen Lage können wir angesichts der steigenden Zahlen diesen Schritt leider nicht verantworten“, so der Ministerpräsident. Das bedeutet, dass die Jahrgangsstufen ab Klasse 7 zunächst weiter im Distanzunterricht beschult werden. Sowohl für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 (Wechselunterricht mit Notbetreuung) als auch für die Abschlussklassen (Präsenzunterricht) gibt es keine Änderungen. #

„Wenn das Pandemiegeschehen es zulässt, wollen wir nach den Osterferien wie geplant mit dem Wechselunterricht beginnen. Die Sorgen vor einer Ansteckung in der Schule und im Bereich der Kinderbetreuung nehmen wir sehr ernst. Deshalb stellen wir Schulen und Kindertagesstätten sowie Kindertagespflegepersonen kurzfristig Laien-Selbsttests zur Verfügung.“ Ministerpräsident Volker Bouffier

Die Vorbereitungen, die die Schulen in den vergangenen Tagen zur Rückkehr der Schüler getroffen hätten, seien aber keineswegs vergebens. Denn für die Zeit nach den Osterferien wolle Hessen nach jetzigem Stand am jüngst verkündeten Öffnungsvorhaben festhalten. Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, sollen ab dem 19. April landesweit die Jahrgangsstufen 1 bis 4 an fünf Tagen in der Woche und die Jahrgangsstufen ab Klasse 5 im Wechselmodell unterrichtet werden, so Bouffier.

Selbsttests an Hessen Schulen

Das Corona-Kabinett hat heute gleichzeitig eine Teststrategie für Schulen und Kitas beschlossen, die bereits nächste Woche mit einem Pilotprojekt von 20 Schulen starten wird. Sowohl am 25. oder am 26. März als auch am 30. März können an diesen Schulen Selbsttests ausgeführt werden. Dies wird wichtige Erfahrungen bringen, um nach Ostern in den Schulen regelhaft testen zu können.

Um den Unterricht für die Schülern nach den Osterferien so sicher wie möglich zu gestalten, stellt die Landesregierung bis zum Ende des Schuljahres allen Schulen einfach zu handhabende Laienselbsttests zur Verfügung, mit denen sich Lehrkräfte sowie Schüler unkompliziert und freiwillig wöchentlich selbst testen können. Die Tests sollen vor Unterrichtsbeginn in den Schulen absolviert werden. Dafür stellen das Sozial- und das Kultusministerium Schulungsvideos und Anleitungen zur Verfügung.

„Unbenommen davon bleibt der Anspruch jedes Bürgers auf einen kostenlosen PoC-Antigen-Schnelltest mindestens einmal in der Woche, der von geschultem Personal durchgeführt wird, natürlich auch für Lehrer, Erziehungspersonal sowie Tagespflegepersonen bestehen.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Kostenlose Selbsttests stehen außerdem für Personal in Kindertageseinrichtungen sowie für Kindertagespflegepersonen zur Verfügung. Insgesamt können sich so rund eine Million Menschen pro Woche selbst testen. Darunter fallen etwa 815000 Schüler, 100.000 Lehrer und weiteres Personal von Schulen sowie 66400 Erzieher in Kindertageseinrichtungen. Die Zahlen umfassen auch die Schulen und Kindertagesstätten in freier Trägerschaft sowie Kindertagespflegepersonen. Insgesamt werden aus dem Sondervermögen Hessens gute Zukunft sichern Mittel in Höhe von 90 Mio. Euro für die Beschaffung der rund 14,5 Millionen Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt. Die Laienselbsttests sollen vom Ende der Osterferien bis zum Beginn der Sommerferien durchgeführt werden. Im Falle eines positiven Testergebnisses muss eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen und es greift die Verpflichtung zur Durchführung eines PCR-Tests sowie zur sofortigen Quarantäne.

Ausblick

Hessens Ministerpräsident betonte heute, dass die Kommunen – wie bisher – auch jetzt die Möglichkeit haben, auf das Geschehen vor Ort individuell und in geeigneter Weise zu reagieren. Weitere Punkte zu beispielsweise den Themen Impfung, Reisen an Ostern oder der Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte wurden nicht, sondern werden erst morgen und am Montag in der Bund-Länder-Schalte besprochen.

Archivfoto: Fotopool der ARD

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Aktuelle Cornona-Informationen aus Hessen gibt es online unter www.hessen.de.

 

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