Beim Krimi Festival in Wiesbaden feiern Nemec und Wachtveitl 35 Jahre Tatort – und nehmen den Ehrenpreis unter großem Applaus entgegen.
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival verwandlet Wiesbaden wieder in einen Treffpunkt für Spannung, Dialog und Fernsehgeschichte, und am Sonntagabend richteten sich in der ausverkauften Caligari FilmBühne alle Blicke auf zwei Männer, die ein Genre geprägt haben: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.
Als Tatort-Duo Batic und Leitmayr standen sie 35 Jahre lang vor der Kamera, spielten in 100 Folgen, erzählten Geschichten, die oft mehr fragten als beantworteten. Nun erhielten sie den Ehrenpreis – und nahmen ihn sichtbar bewegt entgegen.
Ein Duo, das verbindet
„Es war ein großes Glück“, sagte Wachtveitl und ließ durchblicken, wie sehr ihn die lange Reise noch immer berührt. Nemec konterte mit Humor, erzählte von Zugangskarten zur Polizeikantine und sorgte für Lachen im Saal. Das Publikum reagierte, wie es bei diesem Duo oft reagiert: mit Nähe. Der Abend zeigte am Sonntag, warum dieses Tatort-Duo so lange funktioniert. Es spielte nie nur Rollen. Es lebte Figuren, die sich entwickelten, die zweifelten, die widersprachen.
Lob, das bleibt
Die Laudatoren würdigten genau das. Schauspieler Ferdinand Hofer sprach von Spielfreude, Disziplin und Teamgeist. Jurymitglied Liane Jessen hob die Haltung hervor, die zwischen den Zeilen sichtbar wird – ein Blick, ein Satz, ein Schweigen. Auch Hessens Kulturminister Timon Gremmels unterstrich die Bedeutung des Duos für die deutsche Fernsehlandschaft. Der Ehrenpreis sei mehr als eine Auszeichnung. Er markiere ein Stück kulturelle Kontinuität.
Krimi Festival als Bühne der Gegenwart
Das Krimi Festival blickt aber nicht nur zurück. Bis zum kommenden Wochenende werden in der Caligari-Filmbühne neue Serien gezeigt, gesellschaftliche Themen diskutiert und Räume für Nachwuchs geöffnet. Wettbewerbe, Premieren und Gesprächsrunden ziehen sich durch die Woche – bis zur langen Kriminacht.
Wiesbaden nutzt diese Tage, um sich als Kulturstadt zu zeigen. Und wenn das Tatort-Duo den Ehrenpreis entgegennimmt, wirkt das wie ein Symbol: für ein Genre, das bleibt – und sich doch ständig neu erfindet.
Foto – Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl nehmen den Ehrenpreis entgegen
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