In Berlin-Kreuzberg leben rund 154000 Menschen eng nebeneinander. 14837 sind es auf dem km². Während des kalten Krieges war Kreuzberg besonders isoliert und galt daher als Insel. Eine Partnerschaft ist entstanden und lebt.

Vor 55 Jahren und nur drei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer unterzeichneten der damalige Wiesbadener Oberbürgermeister Georg Buch und sein Kreuzberger Kollege Günther Abendroth eine Partnerschaftsurkunde, in der verabredet wurde, enge menschliche, kulturelle und kommunalpolitische Beziehungen zu pflegen. Berlin-Kreuzberg war damals Westberlin von West- und Ostdeutschland abgeschnitten. Durch die Partnerschaft wollte die Wiesbaden seine Verbundenheit zu den Menschen in Kreuzberg zum Ausdruck bringen. Dies geschah durch aktive Bürgerhilfe wie etwa den Austausch von Schülern und die Bereitstellung von Erholungsplätzen für ältere Menschen.

Einst sozialer Brennpunkt, heute Hipp

Kreuzberg war damals nicht nur in weiten Teilen ein sozialer Brennpunkt, sondern auch an drei Seiten von der Sperrmauer umgeben und damit auf der Insel West-Berlin zusätzlich besonders isoliert. Die ursprünglich eher patenschaftliche Intention der Städtepartnerschaft wandelte sich mit dem Fall der Mauer, der deutschen Einheit und schließlich mit der Zusammenlegung von Kreuzberg mit dem ehemals Ost-Berliner Bezirk Friedrichshain. Dieser im Zentrum der Hauptstadt gelegene Stadtteil ist mit seinen 280.000 Einwohnern etwa so groß wie Wiesbaden. Dort gibt es auch einen sehr rührigen Partnerschaft(sverein), dessen Vorsitzender Norbert Michalski nun zum Jahrestag des Mauerfalls die hessischen Partner nach Berlin eingeladen hatte. Denn neben der Landeshauptstadt hat man auch seit 50 bzw. 40 Jahren Verbindungen zu den Landkreisen Bergstraße und Limburg-Weilburg. Gemeinsam feierte man abends in gemütlicher Runde in einem Vereinsheim in Kreuzberg. Am nächsten Morgen fand unter der sachkundigen Kommentierung des stellvertretenden Bürgermeisters Knut Mildner-Spindler eine kulturhistorische Bezirksrundfahrt statt.

Helmut Nehrbass, Elke Wansner, Günther Abendroth

Festakt in Berlin-Kreuzberg: Helmut Nehrbass, Elke Wansner, Günther Abendroth @2019 Nehrbass

Bürgerreisen und Austausch

In Vertretung von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende nahm Stadtrat Helmut Nehrbaß an dem Festakt im Rathaus Kreuzberg teil. Ferner waren mehrere Mitglieder des Wiesbadener Partnerschaftsvereins unter Vorsitz von Elke Wansner angereist. Nehrbaß verwies in seiner Rede auf die vielfältigen Austauschaktivitäten und Kontakte, so von Schülergruppen, Bürgerreisen, den Musikschulen und Künstlergruppen, aber auch der Stadtverwaltung und resümierte „Unsere Verbindung in die Hauptstadt ist lebendig.“ Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann fand große Zustimmung für ihren Vorschlag, die Möglichkeiten der Vernetzung der Städtepartnerschaften zu nutzen, um gemeinsam gegen die aktuellen Bedrohungen unserer Demokratie einzustehen.

Neroberges Wein in Berlin

Auch der in Berlin ansässige, aus Wiesbaden stammende Schriftsteller Hans-Dieter Schreeb, Autor des Buches Hotel Petersburger Hof  nahm an der Feierstunde teil. Beim anschließenden Empfang wurde mit „Kreuz-Neroberger Wein“ angestoßen. Wer sich noch an die Anfänge erinnert, vielleicht als Schüler in den 60er Jahren selbst in Berlin war oder als Gastfamilie in Wiesbaden Schüler aus Berlin aufgenommen hat, ist eingeladen und seine Erinnerungen mit Bilder zu schreiben. Wir möchten Sie hier ergänzen. (Bild: Berlin Kreuzberg, Mauer, ©2019 Flickr | robin robokow | CC BY 2.0)

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Die offizielle Internetseite zu Wiesbadens Partnerstädten finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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