Deutlich weniger Straftaten in und um Wiesbaden – Aufklärungsquote auf Rekordhoch – Wohnungseinbruchdiebstahl weiter rückläufig.

Der für Hessen geltende Trend zeigt sich in Wiesbaden und Umgebung und damit für Kwernregion mit über 1 Millionen Bürger in 62 Gemeinden. Am Mittwochmittag präsentierte das Polizeipräsidiums Westhessen die aktuellen Kennzahlen für 2017. Zusammen stellten der Kriminaloberrat Christopher Roth, Polizeipräsident Stefan Müller, Polizeidirektor Malte Neutzler und Polizeidirektor Hans Knapp die Kriminalstatistik 2017 vor und informierten  darüber, dass die  Straftaten mit insgesamt 58.282 in und um Wiesbaden auf dem tiefsten Stand seit 2001 angekommen sind. Positiv hat sich auch die Aufklärungsquote verbessert. Mit 62 Prozent und einem Plus von 1,6 Prozent habe sie seit Gründung des Polizeipräsidium Westhessen 2017 die höchste Quote erreicht. In Wiesbaden liegt diese mit 63,0 Prozent sogar noch etwas darüber.

Fakten – Kriminalitätsstatistik für Wiesbaden

2017 wurden in Wiesbaden 23.110 Delikte erfasst, 14.797 davon geklärt- Das entspricht einer Quote von 63,9 Prozent

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Wiesbaden auf 519 Fälle gestiegen, 107 davon gelten aus aufgeklärt. Das entspricht einer Quote von 20,6 Prozent.

51,1 Prozent aller Wohnungseinbrüche wurden vollendet, bei 45,9 Prozent der Einbrüche blieb es bei einem Versuch.

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen sind von Januar bis Dezember deutlich zurück gegangen, die Zahl der Versuche ist dagegen deutlich gestiegen.

Ist die Zahl der begangenen und versuchten (gemeldeten) Straftaten ist rückläufig. Bei genauerer   Betrachtung fällt auf auf, dass die Zahl der Körperverletzungen, der Betrugsdelikte und KfZ-Diebstählen und der Sexualdelikte mitunter erheblich gestiegen sind. Entgegen steht, dass die Zahl der versuchten Tötungsdelikte und Tötungsdelikte bei einer konstanten Aufklärungsquote von 100 Prozent zurückgegangen ist. Acht Fälle sind bekannt, einer endete tödlich – nach einer Messerstecherei.

§184i – „Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn nicht die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.“ – dejure.org

Auffällig ist  die deutliche Zunahme von weit über 100 Prozent bei Vergewaltigungen und dem Strafbestand der sexuellen Nötigung. Nicht dass die Zahl der Übergriffe insgesamt so extrem zugenommen habe, erklärt das Viergestirn. Die deutliche Zunahme sei vielmehr auf die Gesetzesänderung im Sexualstrafrecht zurückzuführen. Änderungen am §177 des StGB führen zu erheblichen Verschiebungen der Fallzahlen geführt hat – sodass eine Vergleichbarkeit nicht mehr gegeben ist.

177 StGB und §181i StGB

Der §177 StGB zum Thema sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung wurde  grundlegend umgestaltet, und mit der Neuordnung und Erweiterung des §184(i) StGB wurde eine Lücke der bisherigen Rechtsprechung geschlossen. Demnach gilt das unsittliche Berühren über der Kleidung inzwischen als Beleidigung und wird auf sexueller Grundlage bewertet.

Wohnungseinbrüche mit Diebstahl über die letzten zehn Jahre im PP Westhessen. ©2018 Volker Watschounek

Wohnungseinbrüche mit Diebstahl über die letzten zehn Jahre im PP Westhessen. ©2018 Volker Watschounek

 

Aufklärungsquote auf Höchststand

Dem deutlichen Anstieg bei Sexualdelikten steht die niedrigste Fallzahl an Straftaten ingesamt gegenüber. Die Straßenkriminalität ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im PP Westhessen zurückgegangen. Auch die die Zahl der Wohnungseinbrüche und Diebstähle ist deutlich gesunken. Der Rückgang wäre deutlicher, wenn nicht im Einzugsgebiet gut 200 Einbrüche auf einen bisher nicht dingfest gemachten Einzeltäter zurückzuführen wären – hesswenweit verübte er 420 Einbrüche. Positiv an dieser Stelle ist anzumerken, dass die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen im Eimzugsgebiet des PP Westhessen überdurchschnittlich hoch liegt und im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent gestiegen ist.

Deliktsfelder

Unter genauer Betrachtung aller Straftaten zeigt sich, das die Diebstahlsfälle merklich zurück gegangen sind – trotzdem mit 37 Prozent aber den größten Anteil insgesamt einnehmen. Den zweitgrößten Kriminalitätsbereich bilden Straftaten im Bereich von Vermögens – und Fälschungsdelikten. Die kleinsten Fallaufkommen sind bei den Straftaten gegen das Leben, gegen die Umwelt und den Raubdelikten zu verzeichnen.

Auffällig hoch ist die Zahl der Betrugsfälle, in den meisten Fällen zum Nachteil älterer Menschen. Sie sind um 7,3 Prozent gestiegen. Dabei entstand im vergangenem Jahr ein Vermögensschaden von über 2 Millionen Euro.Die Dunkelziffer ist an dieser Stelle nicht einzuschätzen.

Sicherheit in Wiesbaden

Den vorgelegten positiven Zahlen steht das subjektive Empfinden jedes einzelnen Gegenüber. Gerade die Jugendstudie hat im letzten Jahr alarmierend offen gelegt, dass sich Jugendliche in ihrer Stadt nicht ausreichend sicher fühlen. Die Tatsache, dass sich nicht nur ältere, sondern auch jüngere Bürger in Wiesbaden unsicher fühlen, habe Polizeipräsident Stefan Müller überrascht. Da helfe es auch nicht auf Statistiken zu verweisen, so Müller. Wenn sich die in Wiesbaden lebenden Menschen unsicher fühlen, müsse weiter daran gearbeitet werden, dass dem nicht mehr so ist. Die Polizei Westhessen ist hier bereits tätig – mit einer neuen Kampagne und einer weiteren Einstellungsoffensive wolle und müsse man dem Phänomen entgegen wirken.

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