Glücksspiel gibt es schon fast so lange wie die Menschheit. Von der Antike bis in die Neuzeit wurde vor allem in Gaststätten oder in versteckten Gassen gespielt.

Wiesbaden ist nicht die einzige deutsche Kurstadt mit einer Spielbank. Auch Baden-Baden, Bad Wiessee, Bad Ems und andere Kurorte verfügen über traditionsreiche Casinos, die meist im frühen 19. Jahrhundert entstanden sind. Aus heutiger Sicht ist dieses Phänomen schwer zu verstehen, denn moderne Casinos siedeln sich bevorzugt in Großstädten oder im Internet an. Wo liegen die historischen Wurzeln der Verbindung von Kur und Glücksspiel?

Die Entstehungsgeschichte des Casinos in Europa

Erst im 17. Jahrhundert nahm die Entstehungsgeschichte des modernen Casinos ihren Lauf. Damals rief der Große Rat von Venedig eine Spielbank ins Leben, die während der Zeit des berühmten Karnivals kontrolliertes Glücksspiel ermöglichen sollte. Dieses Etablissement wurde zwar 1774 wieder geschlossen, da es einige respektierte Mitglieder der Gesellschaft in den Ruin getrieben hatte. Doch zu diesem Zeitpunkt waren schon viele andere europäische Städte dem Beispiel der Venezianer gefolgt. Dazu trug auch das Roulette bei, das Mitte des 18. Jahrhunderts in Frankreich erfunden wurde. Die eifrigsten Anhänger dieser neuen Unterhaltungsform fanden sich logischerweise beim Adel. Denn nur dieser Stand verfügte über genügend Geld, um damit im großen Stil zu spielen.

Kurorte als Treffpunkt der Adeligen und Reichen

Ein weitere Mode der Reichen dieser Zeit war es, die heißen Sommermonate in Kurorten zu verbringen, um sich zu verwöhnen und zu entspannen. Während sie tagsüber in Heilwasser badeten, Schwitzkuren unternahmen oder durch die Kurhauskolonnaden spazierten, hatten die Adeligen in den Abendstunden viel freie Zeit zur Verfügung. Unterhaltung musste her. Und die nahm in der damaligen Zeit vor allem zwei Formen an. So entstanden zum einen die Kursäle, in denen prächtige Tanzbälle veranstaltet wurden. Zum anderen entstanden Casinos, in denen die Herren sich nach dem Abendessen bei Cognac und Zigarren die Zeit vertrieben. Die deutschen Kurorte genossen schon immer einen hervorragenden Ruf. Aber ihr großer Moment kam, als England und Frankreich das Glücksspiel verboten. Zwischen 1838 und 1872 gab es außerhalb Deutschlands nur wenige Casinos in Europa, und so zog es die feine Gesellschaft aus allen Teilen des Kontinents hierher. Diese Epoche war die goldene Zeit der Kurort-Casinos. Obwohl sich viele der Spielbanken bis heute gehalten haben, ist ihre Bedeutung aber zurückgegangen.

So sieht das Casino des 21. Jahrhunderts aus

Von der Exklusivität vergangener Jahrhunderte ist in modernen Casinos nicht mehr viel zu spüren. Das Glücksspiel hat sich zum Zeitvertreib für die Masse entwickelt. Und auch die zahlungskräftigere Klientel möchte nicht mehr weit verreisen, um an Casinospielen teilzunehmen. Stattdessen nutzt sie oft ein Online Casino ohne Limit, wo Limit, wo auch höhere Einsätze möglich sind. Spieler aller sozialen Schichten schätzen gleichermaßen den Komfort des Online-Spiels und die große Spielauswahl. Aber auch die traditionellen Spielbanken haben sich an das 21. Jahrhundert angepasst. Der Prunk, der einst deutsche Fürsten, russische Zaren und französische Barone anzog, ist immer noch da. Aber Spielbanken verfügen heute auch über dieselben virtuellen Spielautomaten und digitalen Roulettespiele, wie sie die Gäste aus dem Internet kennen. Und um zusätzliche Umsätze zu erzielen und im Gespräch zu bleiben, bieten sie auch eine Veranstaltungsbühne für Musiker, Kabarettisten und Events. Damit tragen sie auch heute noch dazu bei, die Kurgäste zu unterhalten, und runden damit den Aufenthalt ab.

Foto oben ©2022 Pixabay

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Mehr über die Geschichte der  Spielbank Wiesbaden finden Sie unter de.wikipedia.org.

 

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