Ohne Berufsorientierung, Praktika, Ausbildungsmessen und Betriebsbesichtigungen fehlen wichtige Gelegenheiten, das Handwerk vorzustellen. Viele Bewerber sind zurückhaltend und verunsichert. 

Normalerweise öffnet die Handwerkskammer Wiesbaden am Tag des Handwerks ihre Ausbildungs-Werkstätten. Hunderte Jugendliche strömen dabei durch die Räume an der Bierstädter Höhe und schnuppern rein – ins Tischlerhandwerk, ins Schlosserhandwerk, ins Dach… Wiesbadens Meisterbetriebe nutzen die Gelegenheit normalerweise auch dazu, ihre Fühler auszustrecken. Wegen Corona war in diesem Jahr alles anders. Schwenkten die Verantwortlichen kurzfristig auf ein Speed-Dating Format um – das sie letztendlich wegen den steigenden Zahlen aber auch abgesagt werden musste. Wir konnten in diesem Jahr auch nicht in die Schulen, der Handwerkertag fällt nahezu aus. Dadurch verbessert sich die Ausbildungssituation in Wiesbaden keineswegs. Obwohl das Ausbildungsjahr bereits seit dem 1. August läuft, gäbe es in vielen Bereichen immer noch offene Leerstellen, so der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden Stefan Füll. 

„Auch nach dem 1. August 2020 ist der Zug für eine Ausbildung im Handwerk noch nicht abgefahren. Ein Einstieg in eine handwerkliche Ausbildung ist auch am 1. Oktober und sogar noch am 1. November möglich. Unsere Ausbildungsberater unterstützen die Suchenden in der Nachvermittlungsphase.“ – Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer

Um am Tag des deutschen Handwerks trotzdem für die Jugendlichen, für die Ausbildungdsplatzsuchenden, aber auch ihre Eltern da zu sein, hatte die Handwerkskammer Wiesbaden am Samstagvormittag von 10:00 bis 13:00 Uhr eine Telefon-Hotline geschaltent. Sogar der Präsident der Handwerkskammer und Malermeister Stefan Füll war hier für jeden zu sprechen. Mit dem Kreishandwerksmeister Holger Balz, dem Berufsberater Ingo Hembeck von der Agentur für Arbeit Wiesbaden –  mit dem Ausbildungsberater Frank Liebchen und der Willkommenslotsin Anja Sabrina Kloos, stand er den Anrufenden am Samstagvormittag Rede und Antwort.

„Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge rund 15 Prozent niedriger. Da ist noch ordentlich Luft nach oben, viele Betriebe suchen noch Nachwuchs.“– Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer

Zählt an diesem Tag normalerweise der Kranwagen vor dem Gebäude der Handwerkskammer zu den Attraktionen der Jugendlichen, war es gestern die Illumination des Gebäudes. Pünktlich zur blauen Stunde war alles eingerichtet. Wie den gesamten Sommer über, tauchte die Wiesbadener Firma Audiluma ein weiteres Gebäude mit verschiedenen Mustern in buntes Licht. Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk wie einige anderer Wiesbadener ließen sich das nicht entgehen. Das markante und repräsentativ gelegene Verwaltungsgebäude ist wegen seiner architektonischen Beschaffenheit ideal für eine Illuminierung geeignet. Ein richtiger Hingucker,“ so Mundschenk: ein erhellenden Lichtblick und ein Hoffnungsschimmer an dem ungewohnt ruhigen Tag des Deutschen Handwerks in Wiesbaden.

Ausblick

Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge rund 15 Prozent unter dem Niveau von letztem Jahr. Gleichzeitig sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Wiesbaden aktuell noch über 1.000 freie Ausbildungsplätze gelistet.

Malermeister Stefan Füll

Malermeister Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden am Telefon. Foto: Volker Watschounek

Bildergalerie Illumination

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Die offizielle Internetseite der Handwerkskammer Wiesbaden finden Sei unter www.hwk-wiesbaden.de.

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