Das Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildung in Technik- und Dienstleistungsberufen bekommt ein neues Zuhause. In der Friedrich-Ebert-Schule eine Arbeitsumgebung, die sich an dem Industriestandard 4.0 orientiert.

Ein Riesling, Jahrgang 2018, vom Weingut Speicher Schutz, 3,88 Euro in Cent und Euro-Münzen, eine schwarze Mund-Nasen-Bedeckung – dazu eine aktuelle Ausgabe des Wiesbadener Kurier, wer die Zeitkapsel aus dem Grundstein der Friedrich-Ebert-Schule in x-Jahren öffnet, wird sich an den Regierungswechsel 2021 erinnern. An die Ablöse von Angela Merkel (CDU). An die Person auf dem Aufmacher; Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Und sich fragen, was das für Münzen seien. Sowie Zukunft muss sein.

„Der Neubau wird aus Erdgeschoss, drei Obergeschossen sowie einem Untergeschoss bestehen und soll im Erdgeschoss und im 1. Stock mit dem Werkstattgebäude verbunden werde.“ – Axel Imholz, Bau-, Kultur- und Schuldezernent

Der Schulbau in Wiesbaden brummt. Baulärm versprüht in viele Bereiche des täglichen Lebens in gewisser Weise Zukunftsmusik. Für Schulen gelte das ganz besonders, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende am Donnerstag-Nachmittag im Rahmen der Grundsteinlegung für den Neubau der Friedrich-Ebert-Schule. Wenn Mende meine, der Schulbau brummt, so bemisst er dies an den aktuellen Ausgaben der Stadtkasse. Seit Jahrzehnten sei in Wiesbaden nicht so viel Geld in Schulgebäude geflossen. Ein Beispiel dafür ist die Friedrich-Ebert-Schule. Die WiBau GmbH baut das Schulgebäude für 46,7 Millionen Euro. Die Stadt Wiesbaden mietet es im Anschluss für 30 Jahre an. Laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung geht das Gebäude erst danach in den Besitz der Landeshauptstadt über.

„Das neue Gebäude deckt sämtliche Bedarfe der Schule hinsichtlich Raumprogramme, pädagogischen Bedarfen und neuestem Stand der Technik.“ – Axel Imholz, Bau-, Kultur- und Schuldezernent

Viel wird über die allgemeinbildenden Schulen gesagt, – die beruflichen Schulen geraten dabei oft ins Hintertreffen. Mende betonte, dass Wiesbaden das Berufsschulwesen aber genauso wichtig sei wie alle anderen Schulformen. Zu Recht: Besuchen doch knapp 10000 junge Menschen die fünf beruflichen Schulen am Wiesbadener Berufsschulzentrum. Allein an der Friedrich-Ebert-Schule sind etwa 2150 Schüler in den verschiedenen Aus- und Fortbildungen unterwegs, so der Oberbürgermeister. Mit dem Neubau wird die Schule modernisiert und erreicht den heutigen Stand der baulichen Anforderungen. So entstehen moderne und zukunftsorientierte Unterrichtsräume, die eine praxisnahe Ausbildung auf dem aktuellen Stand der Technik ermöglich. Das Raumprogramm und die Bedarfslisten wurden zusammen mit der Friedrich-Ebert-Schule erarbeitet. Es ist passgenau auf die Bedürfnisse abgestimmt und wird gemäß der Projektentwicklung fortgeschrieben. Hier ist die gute Zusammenarbeit mit dem Bauteam der Schule unter der Leitung des Schulleiters Andreas Kirschner, seines Stellvertreters Ivo Eick dem Koordinator der Werkstatt Herr Domine mit vielen anderen engagierten Kollegen hervorzuheben.

„Damit, das wir bereits 2016 das Werkstattgebäude neu gebaut haben, und jetzt das Baufest für das Hauptgebäude feiern, zeigt, welchen Stellenwert die Entwicklung der beruflichen Schulen für uns hat. Außerdem sanieren wir das Laborgebäude der Kerschensteinerschule.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Für Wiesbadens Oberbürgermeister sei dies darüber hinaus ein Zeichen der Wertschätzung: Wertschätzung für die duale Ausbildung, eine Wertschätzung die ihm wichtig sei. Rhetorisch fragte Mende vorsichtig und wohlwissend: Wert baut eigentlich künftig unsere Schulen? Wer repariert unsere Autos und wartet unsere Heizungen? Wer sorgt für Licht, Strom und Wasser? – Es sind die Mechatroniker, die Techniker, die Gas-Wasser-Installateure, die täglich auf den Baustellen, in den Haushalten und Werkstätten dafür sorgen, dass der Laden läuft. Deshalb ist die duale Ausbildung ein maßgeblicher Pfeiler des gesamten Schul- und Ausbildungswesen, gleichwertig mit jedem Studium. Die duale Ausbildung ist auch international betrachtet ein Erfolgsmodell. Es trägt maßgeblich zur Krisenfestigkeit der Wirtschaft bei.

“Mir war mein Lebensweg nie mit Rosen bestreut. Ich wünsche das auch nicht in Zukunft. Gleichwohl werde ich meine Straße weiter ziehen, sicher und fest, mit frohem Mut und gutem Gewissen.“ – Reichspräsident Friedrich Ebert

An einem Tag wie vergangenen Donnerstag standen Beton, Stahl, Raum- und Energiekonzepte und Handwerk im Mittelpunkt. All das ist Mittel zum Zweck: Es geht um beste Bildung und Teilhabe. Dazu wird das neue Gebäude dank dieser engagierten Schulgemeinde viel beitragen.

Impressionen

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Alle Fotos ©2021 Volker Watschounek

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Die offizielle internetseite der Friedrich-Ebert-Schule finden Sie unter fes-wiesbaden.de.

 

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