Als sie Bochum verließ, waren die über Designer-Sessel und  Flokati hängenden Luftballons in aller Munde. Ob sie auch im Kunsthaus präsent sein werden…

Auf Einladung des Kunsthauses stellt Birgitta Weiss, Absolventin der ehemaligen Werkkunstschule Wiesbaden und lange im Ruhrgebiet beheimatet, sieben befreundete Künstler in Wiesbaden vor: Dazu zählen Gisbert Danberg, Engels & Kraemer, Christian Gode, Barbara Grosse, Uwe Siemens und Angela Schilling.

Kunsthaus, kurz gefasst

Ausstellung (-seröffnung) – „Die Besucher“
Wann: 14. April 2018 bis 17. Juni 2018, Vernissage 13. April 19:00 Uhr
Wo: Kunsthaus Wiesbaden, Aula, Schulberg 10, 65183 Wiesbaden (Karte / Navigation)
Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr sowie donnerstags von 11:00 bis 19:00 Uhr
Einritt: frei

Im Rahmen der Vernissage am 13. April wird der Kunstkritiker Ulrich Marquardt zum Werk der  Künstler sprechen. Auch die Kuratorin Birgitta Weiss wird an dem Abend vor Ort sein – und im Jahr des Kohleausstiegs über die Hintergruünde zu dieser Ausstellung Rede und Antwort stehen.

Medienvielfalt in der Kunst

Lange Joblieferant, ist der Bergbau im Ruhrgebiet passé. Die Region ist ein Experimentierfeld geworden, wo vieles möglich ist, auch in der Kunst. Das Ausstellungskonzept will das aufnehmen und vereint Künstler, die sich nicht auf eine Gattung reduzieren lassen, sondern mit der Erweiterung und Öffnung ihrer Arbeitsfelder experimentieren. Fotografie, Installation, Bildhauerei, Zeichnung und Video stehen in der Ausstellung gleichwertig und gleichberechtigt nebeneinander und bieten einen offenen Diskurs.

Die Künstler

Gisbert Danberg ist Maler und Bildhauer. Seine Skulpturen muten wie Bronze an, sind aber aus Zeichenkarton, der in der Art eines Schnittmusters bedruckt wurde. In Handarbeit wer-den daraus dreidimensionale schwebende Figurenensembles in irritierender Perfektion.

Durch Experimentieren mit der Kamera schaffen Engels & Kraemer exquisite sensible Zyklen. Die poetische Videoinstallation „Regata Nera“ des Fotografenduos basiert auf einer Erzählung, nach der sich venezianische Gondolieri in einer Vollmondnacht zu einer (illegalen) nächtlichen Regatta treffen. Die Arbeiten von Engels & Kraemer sind nicht nur der Gattung Fotografie zuzuordnen. Hier wird mit Fotografie konzeptionell gearbeitet und oftmals gehen Fotografie und Film eine Symbiose ein.

Minimalistisch ist die Bildsprache von Christian Gode. Als >in-situ-Arbeiten< reflektieren sie den Raum des Betrachters, den konkreten Ort. Für das Kunsthaus Wiesbaden wird eine Installation vor Ort erarbeitet und anschließend wieder vernichtet. Was bleibt ist die Publikation und das Erlebnis des Betrachters.

Immer auf der Suche nach dem perfekten Material verwendet die Bildhauerin Angela Schilling industriell vorgefertigte Materialien, setzt zusammen, schweißt oder näht. Ihr Interesse gilt einer Erweiterung der Gattungen Plastik und Skulptur.

Die Zeichnungen von Barbara Grosse überschreiten das traditionelle Format. Umgesetzt in riesige Radierungen, werden sie als raumgreifende Installationen inszeniert.

Uwe Siemens kombiniert Ölfarbe mit mittelalterlicher Eitempera und „erfindet“ so eigene Farben und Farbklänge. Die Schichten aus Tempera und Öl bauen faszinierende Räume, erinnern an Landschaften und ziehen den Betrachter tief hinein in das Spiel von Vorder- und Hintergrund, von Raum und Licht.

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Mittwoch, 16. Mai – 17:30 und 20:00 Uhr
Die Caligari FilmBühne zeigt in Anwesenheit des Autors und Regisseurs Adolf Winkelmann die Filme (1) Jede Menge Kohle (D 1981, 102 min) um 17:30 Uhr und um 20:00 Uhr Junges Licht  (D 2016, 122 min)

Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr
Vorstellung der Ausstellungsdokumentation
Lesung mit Orlando Klaus und Johannes Klaus aus Adolf Winkelmanns Roman „Winkelmanns Reise ins U“. Adolf Winkelmann ist anwesend.
Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10, der Eintritt ist frei.

Sonntage, 6. Mai und 3. Juni, jeweils 11.30 Uhr
Führungen durch die Ausstellung mit der Kuratorin Birgitta Weiss
Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10, der Eintritt ist frei.

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