102 Filme aus 35 Ländern werden in diesem Jahr bei goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films zu sehen sein.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen stellte das Programm am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz bei der Caligari Filmbühne vor und freute sich auf acht Weltpremieren, eine internationale Premiere, eine europäische Premiere und 20 Deutschlandpremieren. Daneben bietet das Festival wie gewohnt ein vielfältiges Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären goEast-Partys.

„goEast ist ein Herzensprojekt des Deutschen Filminstituts. Es ist unsere Mission, wichtige und herausragende Filme zu zeigen, junge Filmschaffende in ihrer Entwicklung zu unterstützen und verdiente Filmemacher zu würdigen.“ – Ellen Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts

Der Wettbewerb besteht aus sechzehn Filmen, die um die drei Hauptpreise des Festivals konkurrieren. „Die Auswahlkommission hat viele starke Einreichungen von Frauen erhalten“, sagte Gerritsen. goEast habe mühelos einen Frauenanteil von 50 Prozent erreicht. Besonders hervorzuheben sei die große Anzahl an Einreichungen, die die politische Lage in den Ländern Mittel- und Osteuropas reflektieren. Oft passiere dies indirekt, indem Themen der Vergangenheit aufgegriffen werden, um heutige Entwicklungen zu spiegeln, so Gerritsen.

Der eigenen Vergangenheit kann man eben nicht entfliehen, auch wenn manche Länder versuchen, ihr offizielles nationales Narrativ zu verändern.“ – Heleen Gerritsen

Eine Vielzahl Filmschaffender setze sich direkt mit den unbequemen Kapiteln ihrer Geschichte auseinander und suche nach Identität. Dabei wiesen die Filme formale Unterschiede auf: Vom klassischen Arthouse bis zum animierten Dokumentarfilm sei alles dabei. Viele Filmschaffende hätten sich für Mischformen von Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilm entschieden, so Gerritsen weiter.

Zu Gast in Wiesbaden

Insgesamt werden rund 200 Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa bei goEast zu Gast sein. Dem russischen Starregisseur Boris Khlebnikov ist im Porträt eine Werkschau gewidmet. Der ehemalige Berlinale-Shooting-Star Mateusz Kościukiewicz, der auch Teil der diesjährigen Wettbewerbsjury ist, präsentiert den Eröffnungsfilm FRATZE, in dem er die Hauptrolle spielt. Im Rahmen des Spezialprogramms „Prag 1968“ sind die fünf Regisseurinnen und Regisseure, der Hauptproduzent und vier Darstellerinnen und Darsteller von OKKUPATION 1968 zum Filmgespräch vor Ort. Das Publikum hat die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Filmschaffenden des Wettbewerbs direkt ins Gespräch zu kommen, im allabendlichen „goEast Salon“ im Festivalzentrum.

„Das Festival mit seinen guten Besucherzahlen und den vielen internationalen Gästen ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie der kulturelle Austausch zwischen Ost und West zeitgemäß funktionieren kann.“ –  Patrick Burghardt, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

Für Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, ist es vor allem die Geschichte Wiesbadens, die viele  Bürger mit Osteuropa verbindet. goEast bringe den Wiesbadenern die gesellschaftliche Entwicklung Osteuropas näher, so Imholz. Wiesbaden kann sich glücklich schätzen, dieses Festival-Juwel in der Landeshauptstadt zu haben.

„Dieses filmische Angebot zeugt von hervorragender Kenntnis der Filmhistorie und -entwicklung und dürfte einzigartig in der Festivallandschaft sein.“ – Axel Imholz, Kunstdezernent

goEast bietet auch Nachwuchstalenten der Filmbranche eine Plattform. Neu ist die Ausrichtung des von der BHF BANK Stiftung ausgelobten Open Frame Awards, der 2018 beim East-West Talent Lab erstmals Virtual-Reality-Werke zeigt. Acht 360°- und VR-Werke aus Serbien, Polen, Weißrussland, Litauen, Rumänien, Deutschland, Russland und der Ukraine sind vom 10. bis 16. April im Deutschen Filmmuseum und vom 19. bis 25. April im Museum Wiesbaden zu sehen. Die Vernissage mit allen  Künstlern findet am Donnerstag, dem 19. April, statt.

Das komplette Programm zur 18. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und
osteuropäischen Films können Sie hier anschauen. (Klick)

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