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Guterhalle Kastel

Private Hand: Streit um Kastels alte Güterhalle geht weiter

Die frühere Güterhalle in Kastel bleibt ein Sorgenkind. Der Ortsbeirat kritisiert Vermüllung und Stillstand, der Eigentümer sichert Zugänge. Ortsvorsteher Hartmut Bohrer fordert mehr: eine tragfähige Perspektive für das prominente Areal zwischen Reduit, Bahnhof und Rheinufer.

Volker Watschounek 17 Stunden vor 0

AUF fordert Entwicklungsperspektive und mehr Engagement für die ehemalige Güterhalle in Kastel.

Zwischen Reduit, Bahnhof und Rheinufer liegt ein Ort, der viel könnte – und derzeit wenig darf. Die frühere Güterhalle in Mainz-Kastel steht sinnbildlich für eine städtebauliche Leerstelle, die den Ortsbeirat seit Jahren umtreibt. In der jüngsten Sitzung machte der Ortsbeirat AKK seinem Missfallen Luft. Der Ton blieb sachlich, die Botschaft klar: Verschließen allein genügt nicht.

Ortsvorsteher Hartmut Bohrer (AUF) verortet das Problem tiefer. Wenn der Bund Flächen veräußere, Kommunen aber andere Ziele verfolgten, entstünden Brüche. Genau so ein Bruch zeige sich hier – sichtbar, riechbar, vermüllt. Die Stelle unter der Ludwigsrampe werde missbraucht, sagte Bohrer. Akzeptieren wolle er das nicht.

Sicher ist nicht gleich sinnvoll

Nach Berichten der örtlichen Presse reagierte der private Eigentümer. Er kündigte an, die Zugänge so zu sichern, dass Kinder und Jugendliche das Areal nicht mehr betreten. Ein notwendiger Schritt, räumt der Ortsbeirat ein. Doch Sicherheit ersetzt keine Idee. Bohrer fordert eine Perspektive für einen sensiblen Ort, der zwischen Kulturdenkmal, Rheinpromenade und Bahnhof liegt – also dort, wo Kastel sich zeigt.

Die Stadt verfüge längst über Konzepte. Das Rhein-Main-Ufer-Konzept entstand mit Bürgerbeteiligung und fachlicher Begleitung, der Ortsbeirat trägt es mit. Neue Wohnquartiere wie das Linde-Quartier und das geplante Bürgerhaus erhöhen den Druck, endlich umzusetzen, was geplant ist.

Müll melden, Verantwortung klären

Bis dahin bleibt Alltag. Dreckecken lassen sich dokumentieren und über die App der Entsorgungsbetriebe melden. Die Anti-Müll-Initiative zeigt Wirkung, sagt Bohrer – punktuell. Strukturell ändere das wenig. Hinzu kommt: Die am Bauzaun präsentierten Entwürfe des Eigentümers besitzen kein gültiges Baurecht. Der Ortsbeirat erwartet deshalb eine aktive Rolle der Stadt, um gemeinsam mit dem Eigentümer eine Lösung zu entwickeln, die dem Gemeinwohl dient.

Öffentlicher Ort braucht öffentliche Idee

Früher gehörte das Gelände der öffentlichen Hand. Auch künftig, so die Forderung, soll es Kastel nützen. Der Ortsbeirat pocht nicht auf Nostalgie, sondern auf Entwicklung. Verschließen mag Gefahren bannen. Zukunft entsteht erst, wenn Planung greift.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

Symbolfoto © 2024 Kollege – Openstreetmap, Pixabay, Volker Watschounek

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