Ersan Mondtag verwebt poetische Bilder, politische Allegorie und musikalische Dramatik in Walter Braunfels‘ spätromantischer Oper „Die Vögel“.
Ersan Mondtag betritt die Bühne des Staatstheater Wiesbaden und verwandelt Walter Braunfels‘ Oper „Die Vögel“ in ein visuelles Gesamtkunstwerk. Er inszeniert die Tragikomödie zwischen Märchenwelt und politischer Parabel, verlegt sie in einen Flughafen, wo Hähnchengrill und Fliegerträume auf eine leichtgläubige Gesellschaft treffen.
Staatstheater Wiesbaden
Premiere – Die Vögel
Eintritt: ab 11,00 Euro
Wann: Samsatg, 21. März 2026, ab 19:30 Uhr
Weitere Termine: 27. und 29. März, 11. und 16. April, 07. und 26. Juni
Wo: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Großes Haus, Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden
Die Handlung entfaltet sich mit Hoffegut und Ratefreund, die enttäuscht von Menschen ins Reich der Vögel fliehen. Dort überzeugen sie die Vögel, eine Stadt zu bauen und sich gegen die Götter zu erheben. Mondtag verwebt poetische Bilder, überzeichnete Chorszenen und intime Momente zu einer modernen Allegorie auf Populismus und politische Verführung.
Musikalische Dramatik trifft szenische Fantasie
Unter der Leitung von 1. Kapellmeister Paul Taubitz entfaltet Braunfels‘ spätromantische Partitur ihre volle Kraft. Große Chorpassagen, ariose Soli und humorvolle Einlagen kontrastieren den tragischen Schluss, in dem Zeus die Stadt zerstört. Das hauseigene Ensemble brilliert: Richard Trey Smagur, Hovhannes Karapetyan und Josefine Mindus verleihen den Charakteren Tiefe und Lebendigkeit.
Mondtags Bühne sprengt Grenzen. Zwischen Realität und Traum erzeugen Licht, Video und Kostüm eine surreale, atemberaubende Bildsprache. Die Inszenierung erinnert daran, wie leicht Gesellschaften sich von Verheißungen blenden lassen – damals wie heute.
Premiere und Relevanz
Am 21. März 2026 um 19.30 Uhr feiert die Produktion Premiere im Großen Haus des Staatstheater Wiesbaden. Mit „Die Vögel“ knüpft Mondtag an die politische und ästhetische Brillanz von Braunfels an und setzt ein Zeichen für die Wiederentdeckung verschollener Meisterwerke der Zwischenkriegszeit.
Zur Person Ersan Mondtag
Ersan Mondtag, geboren in Berlin, inszeniert und entwirft theatrale Installationen, Party-Performances, Schauspiel und Oper. Seine Arbeiten wurden international aufgeführt und eingeladen, an Häusern wie dem Berliner Ensemble, den Münchner Kammerspielen, Schauspiel Köln, Thalia Theater Hamburg, der Deutschen Oper Berlin, am Schauspiel Gent, der Staatsoper Hannover; zuletzt am NT Gent, der Oper Antwerpen, Lorraine und in Krakau, Belgrad und Rom. Als Regisseur und Bühnenbildner war er mehrfach zu dem renommierten Berliner Theatertreffen eingeladen und gestaltete (gemeinsam mit der israelischen Multimediakünstlerin Yael Bartana) den deutschen Pavillon der 60. Kunstbiennale in Venedig 2024. Mit der Uraufführung von „Double Serpent“, einem Auftragswerk von Sam Max, inszenierte er 2024 zum ersten Mal am Hessischen Staatstheater Wiesbaden; die Produktion wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In den kommenden Monaten erarbeitet Ersan Mondtag Neuproduktionen an der Wiener Staatsoper (Bizets „Perlenfischer“) sowie im Sommer bei den Salzburger Festspielen (Richard Strauss „Ariadne auf Naxos“)
Foto – Premierenabend im Hessischen Staatstheater ©2026 Sven Helge Czichy
Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier
Mehr vom Hessischen Staatsthater.



Der smarte Turm wird zum Gefängnis – Thrillerlesung im Literaturhaus
Wiesbadens Stadtteile zeigen unterschiedliche politische Profile
Kommunalwahl: Wie geht es in den Ortsbeiräten weiter?
Kommunalwahl Ergebnisse, Live-Ticker
KrimiMärz: Andreas Pflüger liest aus seinem neuen Thriller „Kälter“
Kommunalwahl in Wiesbaden: Stadt entscheidet über neue Mehrheiten 
