Der Herbst ist ein Maler – so herrlich leuchten überall in der Natur die Farben. Kinder tollen im Laub. Verliebte schlendern durch Parks. Familien gehen spazieren. Unser Foto der Woche kommt von Gisela Michaelis. Der Baum hat sie und ihre Begleitung in den Bann gezogen. Spätestens beim zweiten wird warum. Erkennen Sie auch Morla .
„Ich kannte sie nicht, aber man hat mich belehrt! Es ist Morla die jetzt im Schlosspark wohn!“ – Gisela Michaelis
Morla heißt die uralte weise Schildkröte in Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. Sie verrät Atréju, Protagonist in Michael Endes Buch, dass die Kindliche Kaiserin einen neuen Namen benötigt, um gesund zu werden. Mit diesem Wissen begibt sich Atréju zum Südlichen Orakel.
Uschaurischuum, Morla, Kassiopeia, Tranquilla … In den Geschichten von Ende kommen viele Schildkröten vor. Dessen war sich der Autor lange gar nicht bewusst. Ihm ist dies erst durch die Frage selbst aufgefallen. „Die jeweilige Schildkröte hat sich sozusagen immer ganz von selbst eingestellt, ohne meine Absicht“, sagt Michael Ende.
Michael Ende sich der Tatsache aus der Märchenwelt kommend genähert. Unter dem Titel „Michael Ende und die Schildkröten“ ist auf der Internetseite vom Thienemann Verlag nachzulesen, „dass es in der Weltmythologie geradezu von Schildkröten wimmelt. Der Noah der nordamerikanischen Indianer z.B. rettet sich nicht wie der biblische in einem Schiff, sondern auf dem Rücken einer riesigen Wasserschildkröte mit seiner Familie über sie Sintflut. Im indischen Mythos steht die Welt auf dem Panzer einer kosmischen Schildkröte.“
Mitmachen und Foto schicken
Haben auch Sie etwas kurioses festgehalten … Schicken Sie uns Ihr Motiv an foto@wiesbaden-lebt.de, schreiben Sie zwei drei Sätze zum Bild und erzählen Sie uns, warum Sie gerade dieser Moment bewegt hat. Mit etwas Glück, zeigen wir Ihr Bild hier.
Eine Bitte: Halten Sie Ihr Handy beim fotografieren quer … so können wir das Bild imposanter darstellen.
Unnützes Wissen – Schildkröte
Schildkröten zählen zu der Ordnung der Sauropsida und erschienen erstmals vor mehr als 220 Millionen Jahren. Schildkröten zählen zu den Reptilien gezählt.
Man unterscheidet etwa 340 Arten mit über 200 Unterarten. Die Schildkröten haben sich den unterschiedlichsten Biotopen und ökologischen Nischen angepasst. Die Spanne reicht dabei von mediterranen Landschildkrötenarten, Gopher- oder Wüstenschildkröten und den besonders zahlreichen, kleineren Wasserschildkrötenarten in Nordamerika und Südostasien über groß werdende Fluss-Schildkröten in Südamerika, Riesenschildkröten auf einigen Inselgruppen, Weichschildkröten in Asien und Schlangenhalsschildkröten in Australien bis hin zu den größten, den Lederschildkröten, die neben den Meeresschildkröten eine eigene Familie bilden.
Schildkröten sind wechselwarme, eierlegende Kriechtiere. Fossilgeschichtlich sind sie am nächsten mit einigen basalen Diapsiden wie Odontochelys semitestacea und Sinosaurosphargis yunguiensis verwandt. (Quelle: wikipedia)