Über 300 Muskeln fixieren und stabilisieren unsere Wirbelsäule: das  Gebilde aus 24 beweglichen Wirbeln und 23 Bandscheiben, dazu kommen Kreuz- und Steißbein. Alles wichtig für die Wirbelsäulentherapie.

„Moderne Wirbelsäulentherapie im Spannungsfeld von Qualität, Ethik und Kommerz“ ist nicht nur das Leitthema des 13. Wirbelsäulenkongress im RheinMain CongressCenter. Es ist eine Situation, „mit der wir alle beruflich ständig konfrontiert sind und oft nach Lösungswegen suchen“, betont Tagungsleiter und Präsident der DWG Prof. Dr. med. Marcus Richter aus dem Wirbelsäulenzentrum St. Josef-Hospital Wiesbaden.

„Im Rahmen von Diskussionsrunden, Übersichtsvorträgen und Pro-/Contra Sitzungen versuchen wir, uns diesem Thema kritisch und konstruktiv zu stellen.“ – Dr. med. Marcus Richter

Aktuelle Schwerpunktthemen bei der Jahrestagung der nationalen Fachgesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie sind unter anderem Computerassistenz in der Wirbelsäulenchirurgie, innovative Therapieverfahren, die sogenannte Zervikale Stenose – Einengung des Wirbelkanals –  sowie Revisionschirurgie, die aufgrund der steigenden Zahl von operierten Patienten zunehmend an Bedeutung gewinnt und notwendig wird, wenn zuvor eingesetzte Implantate nicht mehr funktionieren oder sich lockern bzw. Degenerationen in den angrenzenden Segmenten auftreten.

Besucher aus der Ganzen Welt

Neben Unfallchirurgen, Orthopäden, Neurochirurgen und andern an der Wirbelsäule interessierten Ärztien kommen auch viele nicht-ärztliche Besucher zur Physiotherapietagung und zum Pflegesymposium des Kongresses. Mit mehr als  2.500 Besuchern erlangt die Jahrestagung zunehmend auch internationale Bedeutung, zahlreiche Teilnehmer vor allem aus Österreich, Italien und der Schweiz werden erwartet. Neben dem wissenschaftlichen Programm haben sie die Möglichkeit, sich einen Überblick über Innovationen, bewährte Produkte und das Spektrum der Therapiemöglichkeiten in der begleitenden Industrieausstellung zu verschaffen.

Qualitätssichernug

Die Qualitätssicherung wird von Prof. Richter besonders hervorgehoben: „Mittlerweile hat sich in Deutschland das Weiterbildungscurriculum für die Wirbelsäulenchirurgie durchgesetzt – mehr als 1.230 persönliche Basis-, Master- oder Excellence-Zertifikate wurden bereits vergeben. Auch die Zertifizierung von Wirbelsäulenzentren ist seit 2017 als zweiter Baustein der Qualitätssicherung etabliert und es konnten bisher schon 25 Zentren zertifiziert werden, viele werden auch in 2018 folgen. Dies wird ebenfalls zu einer Verbesserung der Qualität in der Therapie von Wirbelsäulenerkrankungen führen. Kliniken müssen dabei anhand eines differenzierten Kataloges viele Anforderungen erfüllen und Qualitätsmerkmale nachweisen, um sich zum ‚Wirbelsäulenzentrum der DWG‘ zertifizieren zu lassen. Die Qualitätskontrolle durch Dokumentation aller operativen Eingriffe im Wirbelsäulenregister der DWG wird zu einem sehr großen Datenpool führen, der zukünftig Aussagen über die Häufigkeiten und Entwicklungen in der deutschen Wirbelsäulenchirurgie ermöglichen wird. Wir sind sicher, dass damit wertvolle Erkenntnisse für Ärzte und Patienten, aber auch für die Industrie, Gesundheitspolitik und Kostenträger gewonnen werden können.“ ? Bild: ©2018 BMC Messesysteme GmbH / Pressebox)

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!