In vielen Kitas ist der sogenannte Lolli-Tests Alltag. Wiesbaden hinkt hier hinterher. Hinkte! Der Magistrat hat am Dienstag beschlossen, die Tests jetzt auszurollen.

Anders als der Name des Lolli-Tests suggeriert, handelt es sich dabei um keine Süßigkeit. Es ist ein einfaches Stäbchen mit Abstrichtupfer. Nachdem die Kinder etwa 30 Sekunden daran gelutscht haben, – ihn im Mund hin und her bewegt haben, werden die Stäbchen eingesammelt, vermischt und ins Labor gegeben. Das Labor erfasst die gesamte Probe als Pool. Ist der Test für eine Gruppe negativ, kann die Kitagruppe zusammenbleiben.

Pressemitteilung, FDP

(01.02.2022) Zum vorliegenden Kämmererentwurf und Doppelhaushalt erklärt der Fraktionsvorsitzende und haushaltspolitische Sprecher der FDP-Rathausfraktion Christian DiersDiese Entscheidung war längst überfällig. Mit seinem monatelangen Nicht-Handeln hat der Sozialdezernent viel Zeit verspielt, während die Inzidenzen bei Kindern in schwindelerregenden Höhen geklettert sind und damit Eltern und Träger im Stich gelassen.

Diers und Rutten erinnern daran, dass das Wiesbadener Linksbündnis es noch zum Jahresende abgelehnt hatte, eine bessere Testinfrastruktur für die Wiesbadener Kindertagesstätten aufzubauen. Der gemeinsame Antrag von CDU und FDP in der Stadtverordnetenversammlung war von der selbsternannten ProKo erst in den Gesundheitsausschuss verwiesen und dort für erledigt erklärt worden.

Mit fadenscheinigen Argumenten wurde uns vom Magistrat und dem Linksbündnis erklärt, dass flächendeckende, kostenfreie Tests in den Wiesbadener Kindertagesstätten nicht möglich und nicht notwendig seien, obwohl eine winterliche Pandemiewelle bereits absehbar war. Wir erwarten vom Dezernenten eine schlüssige Erklärung, wieso er erst mit monatelanger Verspätung das Konzept umsetzen möchte, das er im November noch für untauglich befunden hatte.

In vielen Wiesbadener KiTas haben sich KiTa-Leitungen und Eltern engagiert, um bereits im vergangenen Jahr Testangebote auf eigene Kosten umzusetzen und die Ansteckungsgefahr so zu senken. Unterstützung von der Stadt gab es dafür keine. Selbst jetzt soll den freien Trägern nur die Hälfte der nach Landesförderung anfallenden Kosten für die “Lolli-Tests” erstattet werden, ärgert sich der Fraktionsvorsitzende, Christian Diers.

Von Anfang an war klar, dass die hälftige Kostenübernahme seitens des Landes Hessen für die freien Träger nicht auskömmlich sein würde. Wenn die freien Träger nun weiterhin ein Viertel der Kosten selbst tragen müssen, bedeutet dies, dass an anderer Stelle gespart werden muss oder erst gar keine Tests durchgeführt werden. Die Vorgehensweise des Magistrats erschließt sich uns nicht. Es drängt sich der Verdacht auf, dass freie Träger hier bewusst schlechter gestellt werden sollen. Schließlich wäre sowohl im Corona-Finanztopf als auch im Budget des Sozialdezernats ausreichend Budget für eine vollständige Übernahme vorhanden, so Christian Diers abschließend.

Pressemeldung der CDU

Die CDU Fraktion kritisiert geplantes Vorgehen ebenfalls aufs Schärfste. Von der Pressestelle heißt es:

(01.02.2022 ) Mit Verwunderung und Ärger hat die CDU-Rathausfraktion die Pläne von Sozialdezernent Manjura zur Kenntnis genommen. Das angedachte Vorgehen hinsichtlich der Testung von Kitakindern erscheint aus mehreren Gründen stark kritikwürdig, denn ein flächendeckendes Testkonzept ist längst überfällig und wurde von uns bereits im November des vergangenen Jahres gefordert.

Dazu die Fraktionsvorsitzende Daniela Georgi: „Wir freuen uns selbstverständlich, dass unserer Forderung nach kostenlosen Testungen an Kitas endlich Rechnung getragen wird, obwohl die linke Mehrheit des Parlaments unseren Antrag in der Stadtverordnetenversammlung am 18. November 2021 abgelehnt und in den zuständigen Ausschuss überwiesen hatte, in dem dieser sodann durch Aussprache erledigt wurde. Dass sich der Sozialdezernent, in dessen Zuständigkeit das Aufstellen und Umsetzen einer Teststrategie läge, dem Thema nach zwei Jahren Pandemie endlich annehmen möchte, nachdem er diese in den vergangenen Monaten sehr stiefmütterlich behandelt hat, verärgert. Es ist absolut unverständlich, dass freie Träger ein Viertel der Kosten selbst tragen müssen, wohingegen die Kosten der städtischen Kitas komplett übernommen werden. Kindeswohl und Gesundheitsschutz hat absolut nichts mit Trägerschaft zu tun! Die Gesundheit unserer Kinder darf kein Politikum sein. Ein früh eingeführtes, breit angelegtes Testkonzept hätte den Anstieg der aktuellen Inzidenzwerte eventuell abmildern können. Davon hätten alle Kinder und Eltern profitiert.“

Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Rathausfraktion ergänzt abschließend: „Der Status Quo ist ernüchternd. Die geplante Kostenübernahmestrategie und die damit verbundene Ungleichbehandlung der Kitas und der Eltern sind äußerst ungerecht. Es ist schlimm genug, dass es bisher kein flächendeckendes Testkonzept in unserer Landeshauptstadt gab. Wir fordern daher weiterhin ein schlüssiges Gesamtkonzept zum Thema Testen in Kitas. Andere Kommunen sind hier wesentlich weiter und haben uns bereits abgehängt.“

Redaktion: Wie funktioniert eigentlich der Lolli-Test?

Eine Gruppe von Kindern und den dazugehörigen Beschäftigten lutscht morgens in der Kita für etwa 30 Sekunden an Teststäbchen – so wie an einem Lolli. Nach dem Lutschen stecken alle die Lolli-Stäbchen in dasselbe Pool-Röhrchen. Das Röhrchen geht dann ins Labor, denn anders als Schnelltests und Selbsttests sind Lolli-Tests keine Antigen-Tests, die direkt vor Ort gemacht werden können, sondern aufwendige PCR-Tests.

Welt-TV: Der Lolli-Test

 

Foto oben ©2021 Wiesbaden lebt

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