Sprachwitz, das gekonnte Spiel mit der Sprache und lyrische Formen und Tradition zeichnen „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“ aus. 

Rom – nach Goethe kann hier kein Dichter mehr unbefangen Gedichte schreiben. Der Weg, den Jan Wagner in seinem Jahr in der Villa Massimo gewählt hat, um die Tradition für sich als Inspirationsquelle nutzbar machen zu können, zeigt ihn als phantastischen Spieler: Er hat drei Poeten erfunden.

Villa Clementine, kurz gefasst

Buchvorstellung – „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“
Wann: Mittwoch, 7. Februar, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Karte / Navigation)
Eintritt:
frei

Die Lesung wird vom Literaturhaus in Kooperation mit der Hochschule RheinMain veranstaltet.

Nach drei mitreißenden Veranstaltungen im Rahmen der „Poetikdozentur“ kann man Jan Wagner nun bei seiner letzten Lesung im Literaturhaus erneut als einzigartigen Lyriker sowie als klugen Essayisten erleben. Seine genauen Beobachtungen im Band „Der verschlossene Raum“ behandeln Kunst und Lyrik ebenso wie etwa die Liebe zu Buchhandlungen.

Poetische Tradition

Von Wagners zahlreichen Lyrikbänden steht an diesem Abend Die Eulenhasser in den Hallenhäusern im Zentrum. Darin lotet Wagner anhand von drei erfundenen Poeten – dem schlesischen Bauerndichter Anton Brant, dem Berliner Anagrammdichter Theodor Vischhaupt und dem in Rom lebenden Elegiker Philip Miller – mit Witz und Empathie sowohl poetische Traditionen als auch sein eigenes Schaffen aus.

Selbstparodie

Entstanden ist dieser vor Sprachwitz sprühende Band, der auch als Selbstparodie gelesen werden kann, während Jan Wagners Jahr in der Villa Massimo und mit der Erkenntnis, dass nach Goethe kein Dichter mehr in Rom unbefangen Gedichte schreiben kann.

Zur Person: Jan Wagner

Der Autor Jan Wagner ist 1971 in Hamburg geboren. Inzwischen lebt er in Berlin. 2001 ist mit Probebohrung im Himmel sein erster Gedichtband erschienen. Es folgten Guerickes Sperling (2004), Achtzehn Pasteten (2007), Australien (2010), Die Eulenhasser in den Hallenhäusern (2012) und zuletzt der Sammelband Selbstporträt mit Bienenschwarm (2016). Zudem ist er Mitherausgeber der Minnesang-Anthologie Unmögliche Liebe (Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen, 2017). Für seine Lyrik wurde Jan Wagner vielfach ausgezeichnet. Mit seinem Gedichtband Regentonnenvariationen (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, außerdem wurde er 2017 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

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