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Hollywood am Kochbrunnen

Hollywood am Kochbrunnen

In den 50er und 60er Jahren blühte das Filmgeschäft in der Stadt. Lernen Sie zusammen mit dem Stadtführer Rainer Niebergall am 11. Juni verschiedene Drehorte kennen und tauchen sie mit dem Historiker ein, in Wiesbadens Filmgeschichte.

Volker Watschounek 1 Jahr vor 0

„Ich gebe zurück zur Sendezentrale nach Wiesbaden“ – 20 Jahre lang war das der Standardsatz der Reporter des Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF).

Wenige werden sich daran erinnern. Im Juni 1948 riegelt die Sowjetunion als Antwort auf die Währungsreform den Landweg nach West-Berlin ab. 2,2 Millionen Berliner sind vom übrigen Teil Deutschlands isoliert. Aus Wiesbaden koordinieren die Amerikaner eine Luftbrücke, um Berlin mit den wichtigsten Gütern zu versorgen: sogenannte Rosinenbomber. Gut für Hollywood Wiesbaden.

Stadtführung, kurz gefasst

Entdeckungstour – Hollywood am Kochbrunnen
Wann: Sonntag, 11. Juni 2023
Uhrzeit: 15:00 Uhr (etwa 2 1/4 Stunden)
Wo: Wiesbaden Kernstadt
Treffpunkt: Wandelhalle in der Herbert-Anlage, Kronprinzenstraße
Teilnahme: 10,00 Euro

Tickets sind vor Ort erhältlich, Reservierung gerne unter 0611 / 507427 oder Email info(at)kultour-und-mehr.de

Die Blockade von 1948 zwang viele zum Umdenken. Keiner wusste, wie lange diese dauern würde. Die eben erst wieder anlaufende Filmindustrie und die Berliner UFA mussten umdenken, denn der Ausbau der AFIFA in Berlin-Tempelhof war nicht erwünscht; die Amerikaner verlangten die Errichtung eines Auffangbetriebs in der amerikanischen Zone. So kam Wiesbaden ins Spiel – Wiesbaden, das Drehkreuz der Amerikaner in Deutschland.

Rauchfreie Industrie

Wiesbadens Oberbürgermeister Hans Heinrich Redlhammer, nach Kriegsende zunächst als Beauftragter für Presse und Rundfunk tätig und vom 12. August 1946 an bis zu seiner Pensionierung 1953 für die Geschicke der Stadt verantwortlich, erkannte früh, dass mit Kurgästen allein das Trümmerdasein nicht zu überwinden gewesen war. Rauchfreie Industrie sollte die wirtschaftliche Basis der Stadt ergänzen. So kommt Anfang der 50er Jahre neben Versicherungen, Verlage und Kongresse auch die Filmindustrie in den Fokus.

Vom Kopierwerk zur Filmproduktion

Auf städtischem Gelände entstand eine Kopieranlage und in einer umgebauten Reithalle ein modernes Aufnahmestudio, dem weitere folgen sollten. Ziel war es, bis zu acht Filmen pro Jahr drehen zu produzieren  und eine Entwicklung einzuleiten, die Wiesbaden als eine der bedeutendsten Filmstädte des Westens sehen wird. Tatsächlich entwickelte sich Wiesbaden zeitweise zu einem Hollywood am Kochbrunnen, wo Filme wie das Rosen-Resli, Wenn der weiße Flieder wieder blüht oder Bonjour Catrin entstanden. Damit nicht genug.

Film und Fernsehen

Als Antwort auf die ARD versuchte Bundeskanzler Konrad Adenauer 1959 Einfluss auf die bestehende Rundfunkordnung zu nehmen. Er plante ein zweites gesamtdeutsches Fernsehprogramm, das anders als die Anstalten der ARD nicht den Ländern untersteht, sondern dem Bund. Die Pläne scheiterten am Bundesverfassungsgericht. Stattdessen wurde durch die Länder 1961 mit dem ZDF eine zentrale, gemeinnützige Fernsehanstalt gegründet. Die erste Versuchssendung strahlte das ZDF in der Nacht vom 19. auf den 20. März 1963 ohne Ankündigung über den Sender Feldberg aus. Bis 1984 sitzen Sendeleitung und die Chefredaktion in Wiesbaden und senden vom Gelände der heutigen Hochschule Rhein-Main Unter den Eichen. Nach dem Umzug nach ist das Landesstudio des ZDF übriggebliebene – und das ehemalige Gelände des ZDF die Heimat von verschiedenen Filmproduktionen und der Hochschule – beispielsweise Odeon Film, die Produktionsfirma der ZDF-Reihe Der Staatsanwalt.

Foto oben ©2019 Rainer Niebeargall

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Wissenswertes über Wiesbadens Architektur finden Sie auch unter www.wiesbaden.de.

 

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Geschrieben von

Volker Watschounek lebt und arbeitet als freier Fotograf und Journalist in Wiesbaden. SEO und SEO-gerechtes Schreiben gehören zu seinem Portfolio. Mit Search Engine Marketing kennt er sich aus. Und mit Tinte ist er vertraut, wie mit Bits und Bytes. Als Redakteur und Fotograf bedient er Online-Medien, Zeitungen, Magazine und Fachmagazine. Auch immer mehr Firmen wissen sein Know-how zu schätzen.