Der Herd bleibt heute kalt. Stammgäste freuen sich auf einen Besuch ihres Lieblingslokals. Der Platz ist jedoch begrenzt. Gastwirte müssen freie Kapazitäten optimal nutzen. Das gilt auch beim Personal.

Manche Menschen zögern nach dem Verzicht der vergangenen Monate noch damit, die Stadt zu Bevölkern. Es ist ein Abwägen zwischen sinkenden Inzidenzwerten und sich verändernden Corona-Regeln. Lieber noch eine Woche warten – bis überall der Normalmodus erreicht ist?
Viele Gastwirte, Hotel- und Restaurantbetreiber haben mit dem Ausbruch der Pandemie und dem anschließenden Lockdown, der die Schließung der Betriebe erforderte, ihr Personal entlassen müssen. Viele der ehemaligen Mitarbeiter haben sich entschlossen einen anderen Job etwa in Call Centern, im Handel oder als Paketzusteller zu suchen, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen: sind abgewandert in krisensichere Branchen. Auf dem Arbeitsmarkt stehen sie daher nicht mehr zur Verfügung. Ersatz zu finden sei derzeit enorm schwierig. Außerdem gibt es viel Verwirrung um die seit der Stufe zwei geforderten Testpflicht in den Innenbereichen. Viele Gäste seinen schlecht informiert oder wollen sich nicht an die Regeln halten. Soe  laden ihren Frust an den Restaurant- und Kneipenbesitzern ab: Das ist Ergebnis einer Umfrage unter rund 600 Gastwirten, die der DEHOGA Hessen unter den Hoteliers und Gastwirten in den Städten und Landkreisen kürzlich durchgeführt hat. Hinzukommt, dass Unwetter und Starkregen in den vergangenen Tagen das Geschäft ebenfalls getrübt haben gesorgt.

Wiesbadener genießen den Neustart dennoch

Trotz der Wetterkapriolen zieht es die Wiesbadener nach den jüngsten Lockerungen nach draußen. Nachdem sie monatelang zu Hause in den eigenen vier Wänden verbracht haben, wollen sie so viel Zeit wie möglich im Freien verbringen. Der eine oder andere Regenschauer hält sie nicht davon ab. Die Restaurants und Bars und selbst die Diskotheken dürfen mit der Stufe zwei der Lockerungen auch wieder ihre Innenräume öffnen, wobei eine Testpflicht empfohlen wird. Hotels dürfen wieder ihre Zimmer für Gäste öffnen, wenngleich nur bis zu einer Auslastung von 75 Prozent.  Auch der Spielbetrieb in den Casinos läuft wieder. So hat die Spielbank Wiesbaden ihre Pforten geöffnet und empfängt wieder Gäste in einem der schönsten Spielsäle Europas: Automatenspiel, Poker, Roulette und Black Jack sind möglich. Wer einen Besuch in der Spielbank plant und schon einmal üben will, kann sich beispielsweise im Online-Casino anmelden. Im Wunderino Test kann sich jeder vorab über das Spiel- und Bonusangebot informieren. Auch die Museen und Galerien sowie Kinos haben wieder geöffnet oder öffnen zeitnah. Allmählich erobern sich die Hessen ihr Leben wieder zurück, genießen den Neustart in vollen Zügen.

Die Branche hat schwer gelitten

Mit den beschriebenen Entlassungen oder mit Kurzarbeit für die Mitarbeiter war es für die meisten Restaurants, Bars und Hotels im Lockdown jedoch nicht getan. Zwar konnten viele Betriebe Coronahilfen beantragen. Allerdings reichten die Hilfen in vielen Fällen gerade einmal aus, um die laufenden Kosten, wie Mietzahlungen zu decken. Die Gewinne der vergangenen 14 Monaten lassen sich nicht aufholen. Vielfach haben sich Verluste aufgetürmt.  Dringende Reparaturmaßnahmen oder Investitionen wurden auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht läuft höchstwahrscheinlich zum 30. Juni 2021 aus. Es ist damit zu rechnen, dass nicht wenige Gastronomiebetriebe, die es ohnehin schwer haben an weitere Kredite zu gelangen, bald ihre Pforten für immer schließen müssen. Angesichts der immer weiter sinkenden Infektionszahlen fordert der DEHOGA Hessen daher auch, dass die Stufe drei der Lockerungen in Kraft tritt und vor allem die Testpflicht für Innenräume entfällt, um die Probleme seiner Mitglieder nicht noch weiter zu vergrößern.

Die Erholung der Wirtschaft wird ein langer Prozess

Laut einer Einschätzung von Ökonomen der Europäischen Zentralbank EZB wird sich Wirtschaft nach der Coronapandemie nur sehr langsam erholen. Die Arbeitslosenquote, die nahezu überall nach oben geschossen ist, wird sich voraussichtlich nicht vor 2023 wieder normalisieren. Allein in Wiesbaden waren im Mai 2021 11877 Arbeitslose gemeldet, was einer Quote von 7,7 Prozent entspricht. Das waren 498 Arbeitslose mehr als im Mai des Vorjahres. Die Ökonomen der EZB gehen davon aus, dass der Juni bereits eine Wende für die Wirtschaft bringen wird und wieder Wachstum bringt. Das Wachstum wird aller Voraussicht nach jedoch nur gedämpft einsetzen und langsam an Fahrt gewinnen. Erst im nächsten Jahr wird damit gerechnet, dass das BIP wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Eine weitere Unterstützung des Staates für die Betriebe und die zielgerichtete Fortführung der aktuellen Geldpolitik sei daher unerlässlich.

Foto oben: ©2021 Pexel

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Eine Übersicht von gastronomischen Betrieben finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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