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Ingo von Seemen

Von Seemen setzt auf Mietenstopp, Schulen und ÖPNV

Wohnraum, Schulen, sozialer Ausgleich: Im Interview erklärt Linke-Spitzenkandidat Ingo von Seemen, wie er Wiesbaden verändern will. Er fordert einen Mietendeckel für städtische Wohnungen, mehr Investitionen in Bildung und einen starken Nahverkehr – und glaubt an ein besseres Wahlergebnis für seine Partei.

Volker Watschounek 1 Tag vor 0

Mehr bezahlbarer Wohnraum, sanierte Schulen, stärkerer Nahverkehr: Linke-Spitzenkandidat Ingo von Seemen erklärt, mit welchen Ideen seine Partei in Wiesbaden punkten will.

Die Plakate hängen, der Wahlkampf geht in seine entscheidende Phase. In wenigen Tagen wählen die Bürger ein neues Stadtparlament. Für unsere Serie sprechen wir mit den Spitzenkandidaten der zwölf antretenden Parteien über ihre Ziele, ihre wichtigsten Themen und ihre Pläne für die kommenden Jahre.

Heute im Interview: Ingo von Seemen, Spitzenkandidat Die Linke. Er erklärt, welche Schwerpunkte seine Partei im Wahlkampf setzt, welche Veränderungen sie für die Stadt anstrebt – und warum er glaubt, dass seine Partei bei der Kommunalwahl stärker abschneiden kann

Herr von Seemen …

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Aufgaben für Wiesbaden in der kommenden Wahlperiode?

Die Wohnsituation verbessern: Wir wollen einen vollständigen Mietendeckel für städtische Wohnungen einführen, Leerstand bekämpfen, Dachausbauten vorantreiben, Supermärkte überbauen und den sozialen und genossenschaftlichen Wohnungsbau fördern.
Schulsanierungen: Wir wollen an die umfangreichen Investitionen in Schulsanierungen und -neubauten aus dieser Wahlperiode anknüpfen und weitere Schulen und Kitas sanieren/bauen.
Soziale und kulturelle Einrichtungen sollen bedarfsgerecht gefördert werden. Förderungen sollen nicht nur ein Jahr, sondern fünf Jahre gelten (mit jährlicher Anpassung an Tariflöhne & die Inflation)

Wiesbaden verfügt über hohe Einnahmen, steht aber auch vor steigenden Ausgaben. Wo sehen Sie das größte Problem im städtischen Haushalt – Einnahmen oder Ausgaben? Und welche konkrete Maßnahme würden Sie zuerst umsetzen?

Das größte Problem sind die Aufgaben, die Kommunen für Bund und Länder übernehmen ohne ausreichende Zahlungen zu erhalten (Konnexitätsprinzip). In dieser Wahlperiode fehlten uns damit über eine Milliarde Euro, die wir in Schulen und Kitas, den ÖPNV, Sport- und Freizeitanlagen, günstigen Wohnungsbau, etc. stecken könnten. Als erstes würden wir alle Wiesbadener Schulen schnellstmöglich sanieren. Das wäre gut für das Klima und die Bildungslandschaft.

Welche Rahmenbedingungen muss Wiesbaden verbessern, damit Unternehmen investieren und
Arbeitsplätze entstehen?

    Laut des jüngsten IHK-Berichts stellen die mangelnde Inlandsnachfrage und die unsicheren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen Probleme dar. Hier wollen wir anknüpfen, indem wir über Steuern- und Gebührenanpassungen und den städtischen Mietendeckel kleinere und mittlere Einkommen entlasten, damit diese wieder höhere Konsumausgaben tätigen können, was insbesondere dem geschwächten Einzelhandel zugutekommt. Wir wollen zudem einen konsequent sozial-ökologischen Umbau vorantreiben, indem wir ökologisches Gewerbe und Klima-Tech-Start-Ups fördern, den ÖPNV inkl. einer Straßenbahn (aus)bauen und noch stärker in Schulen und Kitas investieren. Mit Klimaschutz haben Unternehmen langfristige Sicherheit, eine funktionierende Wiesbadener Kommunalwirtschaft vorzufinden, mit einer besseren ÖPNV-Infrastruktur profitieren sie von höheren Besucherzahlen und freien Straßen für Transporte und mit Bildungsinvestitionen finden sie leistungsfähigere Fachkräfte vor.

    Viele Betriebe klagen über fehlende Gewerbeflächen. Soll Wiesbaden neue Gewerbegebiete ausweisen – und wenn ja, wo?

    Vor neuen Versiegelungen (Zerstörung von Naturraum) sollten mindergenutzte Flächen umgenutzt werden. Außerdem sollte der Leerstand von Gewerbeflächen konsequent bekämpft werden.

      Der Verkehr ist eines der emotionalsten Themen der Stadt. Wie soll sich die Verkehrspolitik in Wiesbaden in den nächsten Jahren verändern?

      Verkehrsberuhigung durch besseren ÖPNV inkl. Straßenbahn & Ostlinien; Ausbau der elektrischen Ladeinfrastruktur.

      Welche Rolle soll der ÖPNV künftig spielen – und welche konkrete Verbesserung würden Sie als
      erstes angehen?

      Stärkung des ÖPNV durch Ergänzung der Straßenbahn. Kostenloser ÖPNV für alle (finanziert durch eine KFZ-Abgabe oder die Vermögensteuer),

      Steigende Mieten und knapper Wohnraum beschäftigen viele Bürger. Was ist Ihre wichtigste Maßnahme, um Wohnraum bezahlbarer zu machen?

      Wir wollen einen vollständigen Mietendeckel für städtische Wohnungen einführen, Leerstand bekämpfen, Dachausbauten vorantreiben, Supermärkte überbauen und den sozialen und genossenschaftlichen Wohnungsbau fördern.

      Viele Bürger und Unternehmen klagen über langsame Verfahren. Wie wollen Sie Verwaltung, Genehmigungen und Bürgerdienste schneller und einfacher machen?

      Zusammenführung „doppelter“ Ämter (z.B. Digitalisierung), Vereinfachung und Digitalisierung von Anträgen (z.B. für Wohngeld), Einbindung der KI als Unterstützung, deutlich bessere Personalausstattung der Verwaltung.

      Wo hat Wiesbaden beim Thema Digitalisierung aus Ihrer Sicht den größten Nachholbedarf?

      Alle Anträge müssen für die Bürger digital verfügbar sein. Lebensqualität und Stadtbild Wiesbaden gilt als lebenswerte Stadt – doch viele Bürger wünschen sich Verbesserungen.

      Was würden Sie konkret verändern, damit Wiesbaden lebenswerter wird?

      Schwimmbäder sollten ganzjährig für alle unter 18 kostenfrei sein, die Innenstadt & das Westend sollten grüner werden, es sollte mehr konsumfreie Räume geben.

      Wenn Sie Wiesbaden in einem Satz beschreiben müssten: Wofür soll diese Stadt in zehn Jahren stehen

      Wiesbaden ist eine Stadt für Alle, die von sozialer Gerechtigkeit, hoher Lebensqualität und bezahlbarem Wohnraum geprägt ist.

      Angenommen, die Stadt Wiesbaden hätte unerwartet eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung –
      ohne Zweckbindung. Wofür würden Sie dieses Geld einsetzen und warum?

        Eine Millionen Euro sind bei einem Etat von 1,8 Milliarden € im städtischen Haushalt nicht viel. Wir würden sie den Kultureinrichtungen für kreative Projekte zur Verfügung stellen.

        Foto – Christian Bachmann, Podiumsdiskussion der Obermayr Europa-Schule. ©2026 Volker Watschounek

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        Die Internetseite zu den Wahlen in Wiesbaden finden Sie unter www.wiesbaden.de.
        Mehr von der Partei Die Linke.

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