Grundsteinlegung in Nordost, das neue JoHo wird auch mit einer Bruttogeschossfläche in der Größe von 7 Fußballfeldern Zeichen für die Gesundheitsversorgung in Wiesbaden setzen.

Das JoHo steht für ausgezeichnete medizinische Behandlungs- und Versorgungsqualität, und dazu zählen auch die räumlichen Rahmenbedingungen. Da das Hauptbettenhaus fast 55 Jahre alt ist, muss die bauliche Struktur an moderne medizinische und technische Qualitätsanforderungen sowie an geänderte Patientenbedürfnisse angepasst werden. Das sei eine logistische Herausforderung: Der Bau eines neuen Zentralgebäudes bei laufendem Krankenhausbetrieb. Besonders viel Sorgfalt sei daher in guter Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien und Behörden, in die Planung investiert worden – insbesondere im Hinblick auf die Patienten und Anwohner.

“Patienten und Anwohner sind langfristig in einem konstruktiven Dialog in das Bauvorhaben eingebunden. Auch die Mitarbeiter sind aktiv in die Gestaltung des Bauprojektes einbezogen,“ – Martin Bosch, Geschäftsführer

Bis zu den Jahren 2021 und 2024 entstehe so ein komplett neues, zukunftsweisendes Krankenhaus in zwei Bauabschnitten. Das Projekt habe ein Gesamtvolumen von rund 130 Mio EUR, wovon 20 Millionen vom Land gefördert werden, so Bosch abschließend.+

„Die Mitarbeiter des JoHo bringen ihre Ideen und Erfahrungen in Bezug auf Praxistauglichkeit und Abläufe mit ein.“ – Martin Bosch, Geschäftsführer

Oberbürgermeister Sven Gerich unterstrich die große Bedeutung des St. Josefs-Hospitals für die Gesundheitsversorgung in Wiesbaden. Das JoHo habe einen entscheidenden Anteil am hervorragenden Ruf des Medizinstandorts. Über 500 Betten, vor allem aber ein umfassendes medizinisches Angebot mit 16 Fachabteilungen stünden zur Verfügung. Jährlich würden hier mehr als 25 500 Patienten stationär und über 36 000 Patienten in der Notaufnahme 24 Stunden an 356 Tagen im Jahr von rund 1 500 Mitarbeitern höchst kompetent versorgt. Mit über 1600 Geburten im Jahr verfüge das JoHo zudem über eine der größten Geburtshilfen in ganz Hessen.

„Das JoHo ist ein Krankenhaus mitten in unserer Landeshauptstadt, das Überschaubarkeit mit medizinischer und pflegerischer Versorgung auf Spitzenniveau verbindet. Überschaubar bedeutet, dass es persönlich zugeht und man sich als Patient wie als Angehöriger angenommen fühlt.“ – Oberbürgermeister Sven Gerich

Bei der Grundsteinlegung wurde an historische Meilensteine erinnert, die bis heute die Entwicklung des JoHo prägen. Angefangen bei der Gründung im Jahr 1862 mit der Verleihung der Körperschaftsrechte durch den Herzog von Nassau an die Heilige Katharina Kasper und ihre Ordensschwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Die Ordensschwestern seien auf Bitten der Wiesbadener Bürger nach Wiesbaden zur Krankenpflege gekommen. Mit Spendenmitteln habe ein Haus in der Friedrichstraße erworben werden können. Am 25.11.1876 sei dort der erste Wiesbadener stationäre Patient aufgenommen worden. Das Haus sei schnell unzureichend gewesen. Deshalb wurde am Langenbeckplatz eine Klinik nach modernstem Stand gebaut, die am 15.8.1892 mit 70 Betten und 2 OPs in Betrieb ging.

„Getreu dem Leitbild „einfach gut sein“ sorgen im JoHo alle für eine hochqualifizierte Behandlung und umfassende Betreuung nach den Grundsätzen einer christlich orientierten Gesundheitsversorgung.“ – Prof. Dr. Holger Hünemohr

Bewegte Zeiten im 1. Weltkrieg für das JoHo als Lazarett, im 2. Weltkrieg wurde die komplette Zivilbevölkerung versorgt. Nach schweren Bombenschäden 1945 sollte das JoHo geräumt werden, doch die Schwestern und Ärzte blieben bei den Patienten. Ende der fünfziger Jahre waren noch nicht alle Kriegsschäden beseitigt. Der damalige Verwaltungsrat habe nach Wegen gesucht, um das JoHo unter schwierigsten Bedingungen zu einem zeitgemäßen Krankenhaus auszubauen. Am 15. August 1962 wurde der Grundstein für den damaligen Neubau gelegt: 500 Betten, alle Einrichtungen eines Akutkrankenhauses der Schwerpunktversorgung unter einem Dach.

Für das JoHo und die zu versorgende Bevölkerung ist der Neubau wiederum ein zukunftsweisendes Jahrhundertprojekt und das wollen wir einfach gut machen.“ – Prof. Dr. Holger Hünemohr

Die mutigen Entscheidungen der Ordensgründerin und der ehemaligen Verwaltungsräte nahm Prof. Dr. Holger Hünemohr, Vorsitzender des Stiftungsverwaltungsrates der St. Josefs-Hospital Wiesbaden Stiftung, als Auftrag für heute und die Zukunft an. Architekt Prof. Dr. Werner Vogt skizzierte die Herausforderungen des Bauprojektes, das nach den Kriterien einer modernen, medizinischen Zentrenstruktur in Kombination mit einem Höchstmaß an Patientenorientierung von ihm geplant wurde.

„Der Neubau besticht durch seine kompakte Struktur und die Orientierung auf Funktionalität und Prozesse. Die Pflegebereiche befinden sich im oberen – auskragenden –  Teil des Gebäudes und genießen die Aussicht auf die Stadt. Die Einordnung in die Umgebung und das enge Baufeld ist die besondere Herausforderung bei der Errichtung des Baukörpers.“ – Prof. Dr. Werner Vogt, Architekt

Pfarrer Knud W. Schmitt, Kuratoriumsvorsitzender der JoHo Stiftung, segnete den Grundstein, in den die Zeitkapsel eingelassen wurde. Neben einer Katharina Kasper Plakette, Geburts-Namensbändchen mit JoHo und Wiesbaden beschriftet, einem JoHo USB-Stick in Stethoskop-Form mit Fotosammlung und digitalen Infos wurden auch schriftliche Zeitzeugnisse wie die aktuelle Tageszeitung, Gründungsurkunden, Festschriften und Baupläne in der Zeitkapsel für die Nachwelt archiviert.

Aktuelle Schritte Bauprojekt

Bereits 2018 wurden bauliche Interimslösungen zur Vorbereitung des ersten Bauabschnittes abgeschlossen. Hierfür wurden Patientenpflege- und Funktionsbereiche im Nordareal des Geländes durch Ersatz-Stationen in Modul-Bauweise geschaffen und gingen in Betrieb. Eine künstlerisch gestaltete Kapelle wurde im Foyer des Hauses vorübergehend eingerichtet. Außerdem erfolgte der Interims-Bau eines modernen Ambulanten OP-Zentrums, das im Mai 2018 seine Arbeit aufnahm. Ab Anfang Juni wurden die ersten Rückbaumaßnahmen beginnend mit dem Ostflügel durchgeführt. Darauf folgte im Juli der Rückbau der ehemaligen Krankenhauskapelle und des Klausurbereichs, um das Baufeld für den ersten Bauabschnitt freizulegen, erläuterte Michael Raasch, Technischer Leiter. Auf dem freigelegten Areal zwischen Hauptbettenhaus und Medicum wurde nun der Grundstein für das Gesamtprojekt gelegt. In Kürze werde die Bodenplatte des ersten Bauabschnitts gegossen. Zum Jahreswechsel solle der Rohbau stehen.

Fakten zum JoHo-Neubauprojekt

Grundfläche ca. 6.500 m² = 1 Fußballfeld
Bruttogeschossfläche ca. 47.000 m² = 7 Fußballfelder
Nettogeschossfläche ca. 42.000 m² = 6 Fußballfelder
Bruttorauminhalt ca. 42.000 m² = 220 Einfamilienhäuser
Betonstahl ca. 3.800 t = 760 Elefanten
Bodenplatte ca. 7.900 m³ = 60.000 gefüllte Badewannen
Elektro-Kabel/Leitungen ca. 770.000 m = Luftlinie Wiesbaden-London

Impressionen von der Grundsteinlegung

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