Vor 35 Jahren eröffnete am Kranzplatz das „Spital“. Die Wiesbadener hatten sich schnell verliebt, für viele wurde es zu einer gastronomische Institution. Wurde! Seit Donnerstag ist das historische Gebäude die Heimat des „Cafe del Sol“.

Impressionen aus dem Cafe del Sol. Foto: Volker Watschounek

Es ist Tag Eins nach der Eröffnung. Alles ist aufs Feinste hergerichtet. Die Karten auf den Tischen, in Anzahl passend zu den Plätzen, sind akkurat ausgelegt. Gefühlt zwei Dutzend Servicekräfte laufen von rechts nach links, von links nach rechts. Der zweite Blick zeigt: Die Rollen sind streng verteilt. Begrüßen die Einen neue Gäste, nehmen Bestellungen auf, servieren Getränke und kassieren ab, scheinen sich die Anderen ausschließlich um die Speisen zu kümmern. Leeres Geschirr mitnehmen, tut am ersten Tag jeder. Teamarbeit eben!

“Normalerweise arbeiten im Service zwei Service-Kellner oben zwei unten – und zwei bis drei sogenannte Essenkellner Die nächsten Tag werden wir von Trainern geschult und unterstützt.“

– Mitarbeiter

Ich bin zum ersten Mal im „Cafe del Sol“, keine Feststellung an Tag Eins. Es ist weitläufig, angenehm hell. Ausladende Sofas im Kolonialstil laden dazu ein, es sich bequem zu machen. Einmal niedergelassen, möchte man nicht mehr aufstehen – den Arbeitsplatz am liebsten gleich hierher verlegen, mit Laptop und Telefon. Dank unkompliziertem freien WLAN – die Zugangsauthentifizierung geschieht über Facebook – könnte das funktionieren. Könnte, wenn da nicht der Geräuschpegel wäre. Was würden Geschäftspartner denken, wenn diese am Telefon die „Bahnhofsatmosphäre“ im Hintergrund wahrnehmen. Der Geräuschpegel ist bereits um 10:30 Uhr hoch, anzunehmen, dass er zum Mittagsgeschäft steigt. „Man muss es mögen“, erklärt mir ein Gast.

Cafe del Sol, kurzgefasst

Was: Bar & Restaurant
Wann: sonntags bis donnerstags von 9:00 bis 24:00 Uhr, freitags und samstags von 9:00 bis 1:00 Uhr
Wo: Cafe del Sol, Kochbrunnenpl. 3, 65183 Wiesbaden
Preise: Good Morning Frühstück 3,70 Euro + Getränk; Schlemmerfrühstück 11,90 Euro + Getränk; mittags Chicken & Chips 8,60 Euro (Beispiele)

Frühstücken, arbeiten, Mittagessen im Cafe del Sol. Foto: Volker Watschounek

Mein „le petit déjeuner“ hat dem gesunden Müsli mit Milchkaffe Platz gemacht. Der Vergleichbarkeit wegen sei erwähnt, ein Mini-Croissant mit Milchkaffee ist auch im del Sol zu bestellen: für 4,60 Euro – und das Croissant ist wirklich Mini! Geschmackich kann ich es nicht beurteilen, ich habe es nur am Nachbartisch gesehen. Der Kaffee entspricht deutschem Standard. Der Milchschaum könnte etwas cremiger sein, der Café con Leche mehr das Auge ansprechen. Er kommt eben aus einem Voll-Automaten. Klassisch! Von Bar Kellner und nicht von einem Batista.

Mein Fruity Müsli ist dagegen herrlich. Naturjogurt, nicht so cremig, frisches Obst und als Grundlage dient ein gutes Müsli – ohne Rosinen und anderem Schnickschnack. Frisch in der Küche zubereitet – und von der Essenskraft serviert.

Toiletten-Check

Neu ist der Blick aufs WC. Bei einem eben erst eröffneten Betrieb … Im Cafe del Sol betritt der Gast mit dem Gang zum WC allem Anschein nach eine andere Welt. Das allgegenwärtige Holz und die Lamellentüren erinnern mehr an Cowboys und Gouchos – nur eben ein Tic feiner. Kleine Anregung fürs Herren WC, vielleicht sollten kleine Schilder Gäste darauf hinweisen, hinter welcher Tür welches Geschäft zu verrichten ist. So bleiben Gäste am Pissoir ungestörter.

Ausblick

Im Sommer werde ich meinen Arbeitstag sicher das Eine oder Andere Mal auf der Terrasse verbringen. Rund 170 Gäste können dort wie bisher am Kranzplatz verweilen – zum Frühstücken, zum Essen … den Sommerabend genießen. Im Innenbereich finden 260 Besucherinnen und Besucher einen Sitzplatz. An 365 Tagen im Jahr erhalten sie hier täglich ab 9 Uhr Frühstück, samstags sogar als Büfett und sonntags wird ein Brunch-Büfett angeboten. Ein Fazit nach einem tag ist unhöflich. Wiesbaden lebt! Verschiebt es daher auf den Sommer.


Fakten-Check (17.2.2017)

  • Fruity Müsli
  • einen Café von Leche (Milchkaffee)
  • Wartezeit bis alles am Tisch stand, etwa 6:30 Minuten, der Café con Leche stand bereits nach 3:45 Minuten auf – 15 Sekunden können abgezogen werden, weil ich mich umgestezt hatte
  • Preis 8,40 Euro
  • Parken ist hier knifflig. Überall Parkuhren und sowieso zu wenig Parkmöglichkeiten.
  • WLAN – freier Zugang, ohen wenn und aber und dazu schnell.
  • Toiletten-Check, sauber, angenehm – wenn auch anfangs verwirrend
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