Der erste Verein für Fraueninteressen in Bezug auf Gleichberechtigung gründete sich vor rund 125 Jahren. Seitdem haben Frauenrechtlerinnen viel erreich: eine von Ihnen Ika Freudenberg.

Redemanuskripte aus der Zeit von Ika Freudenberg gibt es laut einem Artikel der Sueddeutschen Zeitung zum bayrischen Frauentag keine mehr. Die Zeitungsberichte von 1899 hätten alle Männer geschrieben. Möglicherweise liegt hier schon der erste Fehler im System, welcher mit einer durchweg männliche Perspektive auf die frühe Frauenbewegung manifestiert wird. Kennen Sie Ika Freudenberg? Sie dürfte nur wenigen Wiesbadener ein Begriff sein. Mitte des 19. Jahrhunderts im Westerwald geboren, kam sie mit ihren Eltern nach Wiesbaden.

„Ika Freudenberg hat sich außerordentlich für die Frauenrechte engagiert und gehört zu den Vorreiterinnen der Deutschen Frauenbewegung.“  Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Im Jahr 1890 begann sie sich in der Frauenbewegung zu engagieren und wurde Mitglied im Verein Frauenbildungsreform, der die Öffnung der schulischen und universitären Bildung für Mädchen und Frauen forderte. Im Jahr 1894 zog Freudenberg nach München und schloss sich dort den Frauenrechtlerinnen Sophia Goudstikker und Anita Augsburg an.

„Gleiche Rechte und gleiche Chancen für Männer und Frauen sind auch heute leider nicht immer selbstverständlich und so bleibt im Kampf um die Frauenrechte noch viel zu tun.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Freudenberg wurde Mitbegründerin des Vereins Die Gesellschaft zur Förderung geistiger Interessen der Frau, der heute noch als Verein für Fraueninteressen existiert. 1899 organisierte sie den ersten Bayerischen Frauentag. In den folgenden Jahren entstanden in vielen  bayerischen Städte ebenfalls Vereine für Fraueninteressen, die sich 1909 zu einem Hauptverband zusammenschlossen, deren Vorsitz Ika Freudenberg übernahm. Sie starb am 9. Januar 1912 im Alter von 53 Jahren und hatte den Wunsch im Familiengrab in Wiesbaden beigesetzt zu werden.

Ehrengrab

Ehrengräber werden an Personen verliehen, die sich zu Lebzeiten entweder hervorragende Verdienste um die Landeshauptstadt Wiesbaden selbst erworben haben oder ihnen werden damit hervorragende Leistungen auf kommunalpolitischem, künstlerischem, kulturellem, wissenschaftlichem, wirtschaftlichem oder sozialem Gebiet honoriert. Die Vergabe und Erhaltung derartiger Gräber erfolgt durch die öffentliche Hand. Damit wird die Erinnerung an die geehrten Personen wachgehalten.

Foto oben © 2021 amras.wi – Eigenes Werk CC BY-SA 3.0 de, gemeinfrei / Komposition Wiesbaden lebt!

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Eine Biographie von Ika Freudenberg finden Sie unter www.wikipedia.de.

 

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