Der SV Wehen Wiesbaden gewinnt gegen Schweinfurt 05 mit 2:0. Flotho und Ati Allah treffen spät nach Einwechslung.
Der SV Wehen Wiesbaden bleibt seiner Linie treu: lange kontrollieren, ruhig bleiben, dann zuschlagen. Gegen den 1. FC Schweinfurt 05 gewinnt Wiesbaden in der Brita-Arena mit 2:0 – dank eines späten Doppelschlags und zweier Joker, die das Spiel kippen. Wie im Hinspiel entscheidet Wiesbaden die Partie in der Schlussphase und unterstreicht seine Reife in engen Begegnungen der 3. Liga.
Wehen Wiesabden – 1. FC Schweinfurth, 2:0 (0:0)
SVWW-Mannschaftsausstellung: Noah Brdar – Gillekens – Florian Hübner – Justin Janitzek – Sascha Mockenhaupt (69. Wohlers) – Niklas May (69. Greilinger) – Donny Bogicevic – Tarik Gözüsirin – Fatih Kaya – Moritz Flotho – Lukas Schleimer (69. Johanson)
Tore: 1:0 Moritz Flotho, 2:0 Fatih Kaya
Gelbe Karten: Geis, Zeller, Wintzheimer / Greilinger, Mockenhaupt, Kaya
Rote Karte: /
Schiedsrichter: Justin Hasmann
Zuschauer: 3600
Wiesbaden bestimmt Tempo und Raum, hält den Ball, verschiebt sauber. Großchancen bleiben rar, doch die Spielanlage stimmt. Schweinfurt verteidigt kompakt und lauert auf Umschaltmomente. Kurz vor der Halbzeit sorgt eine Szene im Strafraum für Diskussionen: Fatih Kaya nimmt eine Hereingabe an, zieht in den Sechzehner und kommt nach Kontakt mit seinem Gegenspieler zu Fall. Wiesbaden fordert Elfmeter – doch Schiedsrichter Justin Hasmann lässt weiterspielen. Eine Entscheidung, die auf den Rängen Kopfschütteln auslöst und das Gefühl verstärkt, dass Wiesbaden sich den Führungstreffer erarbeiten muss.
Die gefährlichste Aktion der Gäste folgt wenig später, bleibt jedoch ohne Konsequenzen. Zur Pause steht ein torloses Remis, das dem Spielverlauf nur bedingt gerecht wird.
Scherning wechselt – und trifft
Nach der Stunde erhöht Wiesbaden die Schlagzahl. Trainer Daniel Scherning greift gezielt ein, bringt Frische und Tiefe. Wenn auch spät, – der Plan geht auf. In der 88. Minute flankt Greilinger scharf auf den ersten Pfosten, Moritz Flotho ist zur Stelle und trifft aus kurzer Distanz. Das Stadion atmet auf.
Nur zwei Minuten später folgt die Entscheidung: Flotho zieht links an, hebt den Kopf, findet Ibrahim Ati Allah am langen Pfosten. Der 18-Jährige schiebt ein, reißt die Arme hoch – 2:0. Ein Doppelschlag, der Geduld und Timing belohnt.
Blick nach vorn
Wiesbaden bestätigt den positiven Trend, bleibt ungeschlagen und setzt ein Zeichen im Rennen um Stabilität und Punkte. Besonders auffällig: Hüseyin Kerem bindet Räume, hält den Ball unter Druck und gibt dem Offensivspiel Struktur. Der SVWW gewinnt nicht nur ein Spiel – er zeigt Haltung. Am kommenden Samstag ist dann der Tabellenvierte MSV Duisburg zu Gast in Wiesbaden.
Stimmen zum Spiel: Moritz Flotho
„Wir können immer Qualität von der Bank bringen. Das zeichnet uns aus. Wir haben schon viele späte Tore geschossen und viele Treffer über Einwechslungen erzielt. Ich hatte heute ein gutes Gefühl und kam nach meinem Tor und meiner Vorlage in den letzten zwei Spielen mit Selbstvertrauen von der Bank. [Den Ablauf vor dem 1:0] haben wir oft trainiert. Bei der Boxbesetzung geht einer auf den ersten Pfosten und einer hinten rein. Dann bringt Fabian Greilinger die super scharfe Flanke an den Strafraum, ich komme im richtigen Moment aus dem Rücken des Abwehrspielers und treffe den Ball ganz gut. Wir haben einen sehr guten Flow gefunden. Jetzt geht es darum, dranzubleiben und weiter hart zu arbeiten.“
Ibrahim Ati Allah:
„Als der Ball [zum 2:0] im Tor war, konnte ich es nicht richtig fassen. Moritz Flotho bringt den Ball gut, ich stehe perfekt am zweiten Pfosten und mache ihn mit rechts rein. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Danach habe ich meinen Emotionen einfach freien Lauf gelassen. Die Jungs, die bei mir in der Gegend wohnen, sind heute extra ins Stadion gekommen. Es ist ein sehr schönes Gefühl, dass sie bei meinem ersten Profi-Tor hier sind.“
Fußball 3. Liga: Tabelle – 23. Spieltag, 2025/2026
Foto ©2025 Volker Watschounek / Wiesbaden lebt!
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ch glaube, man muss den Text etwas zwischen den Zeilen lesen. Da wird nicht behauptet, dass es ein Klassespiel oder ein Offensivfeuerwerk war. Die Beschreibung eines „kontrollierten Spiels“ deutet eher genau darauf hin: viel Ballbesitz, Kontrolle von Tempo und Raum, sauberes Verschieben – aber eben überwiegend im Mittelfeld und ohne viele packende Szenen. Dass Großchancen rar bleiben, wird ja sogar explizit erwähnt.
Ein solches Spiel lebt nicht von Highlights, sondern von Struktur und Kontrolle – und das ist für Zuschauer verständlicherweise nicht immer attraktiv. Wir haben dabei eine andere Sprache als das Bild, aber genau das gehört zur Berichterstattung dazu.
Auch die Szene kurz vor der Pause zeigt, dass das Spiel durchaus Diskussionsstoff bot. Hätte es dort einen Elfmeter gegeben, wäre die Wahrnehmung des gesamten Spiels vermutlich eine andere gewesen. Insofern beschreibt der Artikel das Geschehen aus unserer Sicht nüchtern und nicht schmeichelnd, sondern sachlich. Umso schöner ist es, dass Sie Ihre Meinung hier klar und deutlich kundtun.
So schmeichelnd wie der Artikel den Spielverlauf darstellt war es aus meiner Sicht nicht. Ein schreckliches gekicke in einem erneuten schwachen Spiel des SVWW.
Hier liegt auch der Grund warum sich das nur ca. 3600 Zuschauer antun. Mit attraktiven Offensivefussball würden auch mehr Zuschauer kommen.