Das Warten geht weiter. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Entscheidung über Fahrverbote von Dieselfahrzeugen vertagt.

Die Bundesregierung will die Luft verbessern. Sie muss es auch, denn es droht ein Gerichtsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Anlass geben die hohen Schadstoffbelastungen von Innenstädten – die  starke Luftverschmutzung in Ballungszentren. Davon betroffen sind Städte, die die Grenzwerte nicht einhalten: es geht um Stickoxide. Auch in Wiesbaden ist dies ein Thema.

“Wir werden unsere Anstrengungen intensivieren, Alternativen voranzutreiben und ein pauschales Fahrverbot für Wiesbaden zu verhindern.“ – Andreas Kowol, Umweltdezernent

Wiesbadens Umweltdezernent Andreas Kowol hat das Geschehen vor dem Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag aus der Ferne mitverfolgt. Nachdem bekannt geworden ist, dass die Entscheidung zur Zulässigkeit von Dieselfahrverboten auf kommenden Dienstag vertagt wurde hat er in einer Pressemitteilung erklärt, dass damit das Damoklesschwert weiter über Wiesbaden schwebe. „Wir werden die Zeit nicht wie das Kaninchen vor der Schlange verstreichen lassen, und unsere hinsichtlich machbarer Alternativen intensivieren“, so Kowol nach den neusten Entwicklungen.

„Sofortmaßnahmen“

Parallel zum Langfrist-Projekt CityBahn würden als kurzfristige Maßnahmen verstärkt Taktverdichtungen im Bahnverkehr, Aus-und Neubau von Park & Ride-Plätzen sowie verkehrslenkende Maßnahmen geprüft, um möglichst schnell eine deutliche erste Entlastung der Innenstadt herbeizuführen.

Betroffene Städte und Werte

München ( 78), Stuttgart (82, 73), Köln (63, 62), Reutlingen (66, 60), Hamburg (62, 58), Düsseldorf (58, 56), Kiel (65, 56), Heilbronn (57, 55), Darmstadt (55, 52), Ludwigsburg (53, 51), Dortmund (51, 50), Wiesbaden (53, 50), Berlin (52, 49), Freiburg im Breisgau (41, 49), Oberhausen (48, 49), Oldenburg (Oldb) (50, 49), Wuppertal (49, 49), Hagen (51, 48), Mainz (53, 48), Tübingen (48, 48), Frankfurt am Main (52, 47), Solingen (2017 neu: 47), Aachen (49, 46), Gelsenkirchen (48, 46), Leverkusen (45, 46), Limburg a.d. Lahn (60, 45), Mannheim (46, 45), Augsburg (46, 44), Hannover (55, 44), Ludwigshafen am Rhein (46, 44), Osnabrück (48, 44), Halle (Saale) (46, 43), Leonberg (47, 43), Nürnberg (46, 43),  Gießen (44, 42),  Essen (51, 41), Regensburg (42, 41)

Stickoxide

  sind gasförmigen Oxide des Stickstoffs. Die gerne auch mit NOx abgekürzten Gase werden infolge des permanent hohe Luftüberschusses in der Flamme und infolge der deutlich höheren Verbrennungstemperatur beim Diesel begünstigt. Dazu kommt, dass wegen des höheren Luftanteils während der Verbrennung nicht wie beim Ottomotor ein Dreiwegekatalysator eingesetzt werden kann.

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