Zum Jubiläum ruft das Kulturamt Fotos und Geschichten aus 100 Jahren Caligari zusammen – ein Projekt für die ganze Stadt.
Ein Kino wird hundert – und eine Stadt blättert in ihrem Gedächtnis. Zum runden Jubiläum der Caligari FilmBühne ruft das Kulturamt Wiesbaden die Öffentlichkeit auf, Erinnerungen zu teilen. Fotos, Eintrittskarten, Postkarten, Geschichten: Alles, was das Lichtspielhaus am Marktplatz seit 1926 begleitet hat, soll Teil des Beteiligungsprojekts „100 Jahre Caligari“ werden.
Mitmachen statt nur zurückschauen
Gesucht sind Fundstücke aus einem Jahrhundert Kinokultur. Ein Schnappschuss vom Festivalabend, eine Karte aus den 1950ern, eine Anekdote aus der letzten Reihe – das Kulturamt sammelt Beiträge per Post, persönlich am Schillerplatz oder digital. Das Jubiläum lebt vom Mitmachen, vom Erzählen, vom Weitergeben dessen, was sonst in Schubladen verschwindet.
Ein Haus im Wandel der Zeiten
Als „Ufa-Palast“ öffnete das Kino am 21. Dezember 1926 mit Murnaus „Faust“. Knapp tausend Gäste füllten den Saal. Nach dem Krieg nutzte die US-Armee das Haus, ab 1955 prägte Architekt Ludwig Goerz die bis heute denkmalgeschützte Innenarchitektur. In den 1970ern ging das Gebäude an die Stadt über, diente zeitweise dem Schauspiel als Ausweichquartier und wurde 1980 zum Archivkino. Filmraritäten bestimmten das Programm, später teilte sich das Caligari die Bühne mit Boulevardtheatern – der Kinobetrieb passte sich an.
Blick nach vorn
1990 startete das kommunale Filmprogramm, 2000 folgte eine technische Erneuerung. Aktuell sichern Arbeiten den Brandschutz. Die Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2026 geplant – pünktlich, um ein Jahrhundert Kino mit neuen Geschichten fortzuschreiben.
Foto – Caligari Filmbühne ©2025 Volker Watschounek
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