Wiesbaden ehrt das Münchner Tatort-Duo. Nemec und Wachtveitl beenden nach 35 Jahren ihre Rollen und erhalten den Ehrenpreis.
Sie sprechen nicht lauter als nötig. Sie schauen genauer hin. Und genau darin liegt ihre Wirkung. Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl haben als Ivo Batic und Franz Leitmayr den deutschen Fernsehkrimi geprägt, ohne ihn je zu dominieren. Ihr Spiel bleibt zurückhaltend, aber nie blass. Es lebt von Zwischentönen, von Blicken, von Pausen.
Ehrenpreis d. Deutschen FernsehKrimi-Festival
Das Festival, getragen vom Kulturamt der Stadt Wiesbaden, hat sich längst als feste Größe etabliert. Seit 2019 vergibt es den Ehrenpreis. Namen wie Ulrike Folkerts, Matthias Brandt oder Adele Neuhauser stehen bereits auf der Liste.
Nun kommen Nemec und Wachtveitl hinzu – als Duo, das über Jahrzehnte hinweg gezeigt hat, wie viel erzählerische Kraft im Fernsehkrimi steckt. Vom 3. bis 10. Mai wird Wiesbaden erneut zum Treffpunkt der Branche. Der Vorverkauf startet am 24. April.
Das Deutsches FernsehKrimi-Festival würdigt dieses Lebenswerk nun mit dem Ehrenpreis für besondere Verdienste um den Fernsehkrimi. Eine Entscheidung, die weniger überrascht als vielmehr folgerichtig erscheint.
Ein Abschied zur Primetime
Mit der Doppelfolge „Unvergänglich“ endet eine der konstantesten Partnerschaften im deutschen Fernsehen. Am Ostersonntag und Ostermontag laufen die letzten Fälle im Ersten – ein bewusst gesetzter Schlusspunkt nach exakt 100 Episoden.
Was bleibt, ist mehr als eine beeindruckende Zahl. Es ist eine Haltung, die sich über Jahrzehnte behauptet hat. Batic und Leitmayr lösen Fälle, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Sie hören zu, sie zweifeln, sie wirken oft wie Chronisten einer Gesellschaft, die sich verändert.
Menschlichkeit als Markenzeichen
Die Jury beschreibt das Duo als seltene Erscheinung im Genre. Freundlichkeit und Gelassenheit prägen ihre Figuren – Eigenschaften, die im Krimi selten Raum bekommen. Und doch tragen genau diese Eigenschaften die Geschichten.
Die Ermittler wollen die Welt verbessern, wissen aber zugleich, dass sie daran scheitern können. Diese Ambivalenz macht sie glaubwürdig. Ihr Zusammenspiel wirkt fein austariert, nie laut, nie eitel. Stattdessen entsteht eine Form von Menschlichkeit, die nicht behauptet, sondern einfach da ist.
Wiesbaden wird zur Bühne des Abschieds
Am 3. Mai richtet sich der Blick nach Wiesbaden. In der Caligari FilmBühne überreicht das Festival den Ehrenpreis, gestiftet von der SV SparkassenVersicherung. Die Laudatio hält Produzentin Liane Jessen, moderiert wird der Abend von Eva Maria Schmidt.
Im Anschluss zeigt das Festival die Dokumentation „Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus“. Weggefährtinnen und Weggefährten erinnern sich, während die Kamera den letzten Drehtag begleitet. Es ist ein Blick hinter die Kulissen – und zugleich ein stiller Abschied.
Foto – Batic und Leitmayr – die Zwei vom Tatort sagen Servus – ausgezeichnet mit dem Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals. ©2026 BR/Neuesuoper GmbH/Foto Sessner/Hendrik Heiden/Montage
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